Alle Artikel mit dem Schlagwort: Jugendarbeit mit jungen Flüchtlingen

Besser angekommen

Auch in Hessen bringt man die Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten voran. In seiner Veröffentlichung „Angekommen – Jugendarbeit mit jungen geflüchteten Menschen in Hessen“ hat der Hessische Jugendring verschiedene pädagogische und praktische Überlegungen – zum Beispiel zu Sprachbarrieren, Finanzierung oder Erziehungsberechtigten – sowie Methoden und Aktionsideen zusammengetragen. Hier finden sich viele konkrete Vorschläge für die Arbeit mit jungen Geflüchteten, aber auch für die Vorbereitung und Sensibilisierung von Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit. Zum Beispiel Spiele wie „Ein Schritt vor“, „Schreibgespräch“, „Fluchtgeschichte“ und andere einfache Einstiegsspiele. In der politischen Bildungsarbeit geht es vor allem darum, ein Gefühl dafür zu vermitteln, was es bedeutet zu fliehen und was es bedeuten kann, einer bestimmten Identität zugeordnet zu werden (Flüchtling sein). Diese ersten Schritte der Sensibilisierung schaffen gute Voraussetzungen dafür, jungen Geflüchteten offen und auf Augenhöhe zu begegnen. Prädikat: Äußerst lesenswert! Die Arbeitshilfe auf der Webseite des Hessischen Jugendrings bestellen.

Kultur ist Leben

Das Leben ist vielfältig – Jugendarbeit kennt diese Vielfalt und bejaht sie. Hip Hopper machen genauso Musik wie die Leute von der Blasmusik, Sprayer und Sprayerinnen aller möglichen Nationen verehren Bansky, zur Juze-Disco oder zum Theaterworkshop kommen Jens, Murat und Goran ebenso wie Amina, Mila und Zoe. Und sie alle haben ein Recht darauf, teilzuhaben am gesellschaftlichen und kulturellen Leben. An dem Ort, an dem sie leben, egal, woher sie kommen. Und was hat das eigentlich mit Menschenrechten zu tun? Ganz einfach: Artikel 27 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte besagt, dass jede/r das Recht hat, am kulturellen Leben frei teilzunehmen und sich an den Künsten zu erfreuen. Das Recht, am kulturellen Leben teilzunehmen, ist keine Nebensächlichkeit Teilhabe an Kultur und Kunst und das Kreativ-Sein jedes Einzelnen werden also auf globaler Ebene als essentiell betrachtet und nicht als nebensächlich. Denn die Fähigkeit sich selbst auszudrücken gehört zum Wesen des Menschen – nicht nur in Sprache, sondern auch mit Bildern, Bewegungen, Klängen oder anderen Darstellungsformen. Jugendarbeit macht Angebote dafür. Künstlerische Ausdrucksformen funktionieren oft unabhängig von Sprache. Sie …

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Treffen der Projektregionen

Qualifizierung und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt Die Träger in den Projektregionen des Aktionsprogramms „Flüchtlinge werden Freunde“ sind weiterhin sehr aktiv, es passiert viel und viel Neues. Das wurde deutlich beim Austausch auf dem Vernetzungstreffen in Nürnberg. Ein großes Thema ist weiterhin die Qualifizierung von ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiter/-innen und Jugendleiter/-innen. Im Herbst 2016 werden bayernweit vielfältige Fach- und Informationsveranstaltungen für die Jugendarbeit stattfinden, darunter auch viele mehrtätige Fortbildungsangebote. So bieten zum Beispiel in der Projektregion Augsburg der Stadtjugendring Augsburg, die Kreisjugendringe Augsburg Land und Aichach-Friedberg gemeinsam einen Juleica-Kongress mit 20 verschiedenen Workshops an; interkulturelle Kompetenzen und die Arbeit mit jungen Geflüchteten sind ein Schwerpunkt. Der Kreisjugendring Straubing-Bogen bietet in Kooperation mit der Jugendbildungsstätte Windberg im Herbst bereits zum zweiten Mal ein zweitägiges interkulturelles Training an, nachdem die erste Veranstaltung im Juni sehr gut angenommen wurde, bei Bedarf folgt ein Aufbaukurs. In Coburg ist ein mehrtägiges Qualifizierungsseminar für die Arbeit mit jungen Geflüchteten geplant, hier wird der Stadtjugendring mit einem Jugendverband kooperieren. Beim Stadtjugendring Regensburg prüft man neue, innovative Formate für die eigenen Fortbildungsangebote in diesem Bereich. …

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Kommunale Jugendarbeit ist gefordert

Flucht und Zuwanderung sind gerade für die Kommunen ein großes Thema. So lautete der diesjährige Schwerpunkt auf der Landestagung der Kommunalen Jugendarbeit „Jugendarbeit in der Einwanderungsgesellschaft“ – und stieß auf große Resonanz: die Tagung war ausgebucht, der Rittersaal des Schlosses Hirschberg fast bis auf den letzten Platz gefüllt. MR Peter Nitschke vom Bayerischen Sozialministerium und Matthias Fack, Präsident des Bayerischen Jugendrings unterstrichen zu Beginn die Bedeutung und die Fachkenntnis der Jugendarbeit im Bereich Integration. Matthias Fack wies angesichts der aktuellen Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks, die von fast 10 Prozent mehr vertriebenen Menschen weltweit ausgehen, auf die weiterhin große Dringlichkeit der Flüchtlingsthematik hin: „Man kann nicht sagen, dass sich da irgendetwas beruhigt hat.“ Er ermutigte die Jugendarbeit, ihre gute Arbeit in diesem Bereich fortzuführen. Lothar Kaseder vom Jugendamt Passau, ehemaliger langjähriger Jugendpfleger, ging in seinem Vortrag davon aus, dass Vereine und Verbände auf Dauer von der aktuellen Zuwanderung profitieren können und richtete einen Aufruf an die Kommunalpolitik: Es sei von großer Bedeutung, dass Städte, Märkte und Gemeinden sich strukturiert auf diese Herausforderung vorbereiten. So wurde in Passau …

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Zweites Vernetzungstreffen der Projektregionen

Vertreter und Vetreterinnen aus den sieben Projektregionen des Aktionsprogramms „Flüchtlinge werden Freunde“ tauschen sich mehrmals im Jahr auf Vernetzungstreffen untereinander aus, so auch am 4. April 2016. Es tut sich viel vor Ort, das wurde auf dem aktuellen Treffen deutlich: Zahlreiche Projekte mit Verbänden werden realisiert, so gibt es z.B. gemeinsame Ausflüge mit Pfadfindergruppen,  es werden Skater- und Graffitiworkshops angeboten, gemeinsam Fahrräder wieder fit gemacht. In Coburg organisiert der Stadtjugendring einen bunten Markt der Möglichkeiten, damit junge Flüchtlinge und Neubürger/-innen die Angebote der Stadt besser kennenlernen. Es tut sich viel vor Ort In Nürnberg werden auf Fachtagen Informationen weitergegeben, der Kreisjugendring München-Land hat neue Arbeitsmaterialien zum Thema entwickelt. Und die Projektregionen tragen in vielen Kommissionen, Vernetzungstreffen und Arbeitsgruppen vor Ort zudem ihr Fachwissen weiter und diskutieren aktiv über die Jugendarbeit mit jungen Flüchtlingen. Insgesamt steht das Thema Qualifzierung von Haupt- und Ehrenamtlichen in allen Projektregionen hoch oben auf der Prioritätenliste. In den kommenden Monaten soll viel passieren, insbesondere wird das Thema „Jugendarbeit mit jungen Flüchtlingen“ in vielen Jugendleiterschulungen verankert. Die Qualifzierung von Haupt- und Ehrenamtlichen …