Alle Artikel mit dem Schlagwort: Geflüchtete

Lektüre für jede Jahreszeit

Hier sind nochmal alle Lesetipps der vergangenen Wochen versammelt: Ob sachlich-wichtig, wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, emotional-berührend, wie das Bilderbuch „Zuhause kann überall sein“ oder politisch, wie die Broschüre des Bayerischen Jugendring zum Thema: Ein Europa der Zukunft. Im Folgenden sind nochmals alle Lesetipps aufgeführt: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (deutsch): Allgemeine Erklärung der Menschenrechte in ganz vielen Sprachen (z.B. Amharik, Dari, Pashtu, Somali, Tigrinya) Auch wenn sie immer wieder als Papiertiger bezeichnet werde, die Menschenrechte bleiben das Ideal, an dem sich die Staaten messen sollten. Sie sind die Grundlagen aller Grundlagen. „Auf der Flucht. Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeeres,“ El-Gawhary, Karim und Schwabeneder, Mathilde. Erschienen in der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung. In ihren Reportagen beschreiben die Autoren/-innen die Begegnungen mit vielen verschiedenen Geflüchteten: in ihrer Heimat, auf der Flucht, irgendwo in Europa. Es bleibt: Jeder geflüchtete Mensch hat sein eigenes Schicksal, seine eigene Geschichte. „Zuhause kann überall sein“ (Bilderbuch), von Kobald, Irena und Blackwood, Freya. Erschienen bei Knesebeck, auch in einer Deutsch-Arabischen Version erhältlich. Unter den Geflüchteten sind viele Kinder. Das …

Politische Bildung für junge Geflüchtete

Politische Bildung kann jungen Geflüchteten helfen, sich in der Gesellschaft zurechtzufinden. DoKuPäd ist ein pädagogisches Programm des Kreisjugendrings Nürnberg-Stadt, das anläßlich der Einrichtung des Dokumentationszentrums auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg initiiert wurde. Das DoKuPäd macht Angebote zu historisch-politischer Bildung, es arbeitet u.a. mit  Kindern- und Jugendlichen zu den Themen Demokratieverständnis und Menschenrechte, das Eintreten gegen Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit, Gruppenzwang und Gewalt. Jetzt gibt es auch ein Angebot für Übergangsklassen an Berufsschulen, das sich explizit an junge Geflüchtete richtet. Die Ringfrei des Kreisjugendring-Nürnberg Stadt berichtet in ihrem Schwerpunktheft über Flucht und Asyl in der Ausgabe 61 über dieses Angebot. Politische Bildung gibt Orientierung Mit politischer Bildung sollte nicht erst begonnen werden, wenn das Asylverfahren, das mitunter Jahre dauern kann, abgeschlossen ist, sondern sobald die sprachlichen Fähigkeiten es zulassen. Auf die Grundkenntnisse der Deutschen Sprache sind wir angewiesen, weil wir nicht nur mit Bildern arbeiten können und ohne Übersetzer/-innen auskommen wollen. Unseren Workshop bieten wir daher für Jugendliche an, die im zweiten Schuljahr an den Nürnberger Berufsschulen unterrichtet werden. Es geht uns um zwei Themenfelder: Zum einen …

© BJR

Methodenkoffer aus Österreich

Viele wünschen sich Methoden für die Arbeit mit jungen Geflüchteten. Jetzt hat die österreichische Bundesjugendvertretung eine Toolbox zum Download zur Verfügung gestellt. Darin befinden sich zahlreiche Rollenspiele für die Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten. Zum Beispiel das Rollenspiel „Stopp-Schrei“. Hier geht es darum mit Stimm- und Körpereinsatz klare Signale zu vermitteln oder das Spiel „Mein/dein persönlicher Raum“. Die Teilnehmer/-innen finden sich paarweise zusammen. Eine Person beginnt zu erzählen, nach zwei bis drei Minuten geht das Paar einen Schritt aufeinander zu. Dies wird solange wiederholt bis sich die Personen Nase an Nase gegenüberstehen. Alle Methoden haben das Ziel, einen friedvollen und empathischen Umgang mit Jugendlichen mit und ohne Fluchthintergrund zu erleichtern. Es geht darum die Kommunikation und das Miteinander zu fördern. Die Toolbox ist auch hier zum Download zu haben.

© Foto | BJR Bildredaktion Mellon Design

7 Tipps für den Umgang mit geflüchteten Frauen

In der Jugendarbeit sind es vor allem junge Männer, die an den Angeboten teilnehmen. Wenn dann junge Frauen in den Einrichtungen auftauchen, reagieren Ehrenamtliche und Fachkräfte manchmal verunsichert. Hier geht es nicht darum, ob die Angebote der Jugendarbeit für Jungen und Mädchen mit Fluchthintergrund gleichermaßen funktionieren, sondern um Tipps für die Erstbegegnung und den darauf folgenden Begegnungen. 1.) Ihr Gegenüber ist stärker als sie meinen Vertrauen Sie der Stärke ihres Gegenübers. Auch wenn Frauen eine traumatische Erfahrung gemacht haben, die meisten können die Folgen aus eigener Kraft überwinden. 2.) Unterstützung Diese Stärke braucht Unterstützung. Fragen sie nach positiven Erinnerungen, nach Zielen und Träumen. Auch wenn jemand von Hilflosigkeit überrollt wird, können ruhende Kompetenzen wieder entdeckt werden. 3.) Nachfragen Fragen sie nach, wenn Sie unsicher sind, ob ihr Verhalten in Ordnung ist. Das kann auch ein fragender Blick, eine Geste sein. 4.) Kein oder kaum Körperkontakt Für Männer: Suchen sie keinen Körperkontakt. Auch für Frauen gilt; bieten sie Körperkontakt nur sehr zurückhaltend an, auch eine Berührung am Arm kann zuviel sein. 5.) Sie sind nur ein Mensch in …

© BJR

Treffen der Projektregionen

Qualifizierung und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt Die Träger in den Projektregionen des Aktionsprogramms „Flüchtlinge werden Freunde“ sind weiterhin sehr aktiv, es passiert viel und viel Neues. Das wurde deutlich beim Austausch auf dem Vernetzungstreffen in Nürnberg. Ein großes Thema ist weiterhin die Qualifizierung von ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiter/-innen und Jugendleiter/-innen. Im Herbst 2016 werden bayernweit vielfältige Fach- und Informationsveranstaltungen für die Jugendarbeit stattfinden, darunter auch viele mehrtätige Fortbildungsangebote. So bieten zum Beispiel in der Projektregion Augsburg der Stadtjugendring Augsburg, die Kreisjugendringe Augsburg Land und Aichach-Friedberg gemeinsam einen Juleica-Kongress mit 20 verschiedenen Workshops an; interkulturelle Kompetenzen und die Arbeit mit jungen Geflüchteten sind ein Schwerpunkt. Der Kreisjugendring Straubing-Bogen bietet in Kooperation mit der Jugendbildungsstätte Windberg im Herbst bereits zum zweiten Mal ein zweitägiges interkulturelles Training an, nachdem die erste Veranstaltung im Juni sehr gut angenommen wurde, bei Bedarf folgt ein Aufbaukurs. In Coburg ist ein mehrtägiges Qualifizierungsseminar für die Arbeit mit jungen Geflüchteten geplant, hier wird der Stadtjugendring mit einem Jugendverband kooperieren. Beim Stadtjugendring Regensburg prüft man neue, innovative Formate für die eigenen Fortbildungsangebote in diesem Bereich. …

© BJR

Bleiben können oder gehen müssen?

Was unterscheidet einen schutzsuchenden Menschen aus Syrien von einem Schutzsuchenden aus Albanien? Der Weg, den sie zurückgelegt haben, um nach Deutschland zu kommen? Jede Flucht ist so individuell wie der Mensch, der sich auf den Weg gemacht hat. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal, das über das weitere Leben der Geflüchteten entscheidet, steckt in dem Begriff: Bleibeperspektive. Denn während der albanische Flüchtling eine schlechte Bleibeperspektive hat, hat der syrische eine gute. Eine Auseinandersetzung mit dem Begriff der Bleibeperspektive Der Begriff der Bleibeperspektive trifft eine Aussage darüber, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein/e Asylantragssteller/-in einen Aufenthaltstitel erhält. Ob jemand eine gute Bleibeperspektive hat, macht das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) an der Schutzquote des jeweiligen Herkunftslandes fest. Die Schutzquote besagt, wieviel Prozent der Asylanträge aus einem Herkunftsland, positiv entschieden wurden. Wurden z.B. 100 Anträge aus einem Land gestellt und davon 65 Anträge positiv entschieden, dann liegt die Schutzquote bei 65 Prozent. Liegt die Schutzquote eines Landes bei 50 Prozent oder mehr, dann spricht das BAMF von einer guten Bleibeperspektive. Liegt die Schutzquote darunter, heißt das schlechte Bleibeperspektive. …

Die AGJ fordert nachhaltige Integration

„Praktikerinnen und Praktiker berichten, das es bei einer nicht unerheblichen Anzahl von geflüchteten Jugendlichen nach einem ermutigenden Start in Schule und Ausbildung scheinbar ohne Anlass zu Resignation, Schul- oder Ausbildungsabbrüchen und heftigen persönlichen Krisen komme.“ Das ist eines der Zitate aus dem aktuellen Positionspapier der AGJ, der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe. In dem Papier werden Bedingungen für eine nachhaltige Integration formuliert. Das Papier fordert u.a. zu einer abgestimmten Forschungsstrategie auf, so dass auf einer verlässlichen und empirisch fundierten Basis die Fluchtursachen junger Menschen, ihre aktuellen Lebenslagen und Hoffnungen sowie Erwartungen an Deutschland zusammengetragen werden. Die AGJ will damit eine fundierte Diskussion anstoßen, die Vorraussetzungen für eine gelungen Integration formulieren. Der „Zwischenruf“ wie es die AGJ formuliert, schlägt u.a. folgendes vor: Die Jugendlichen brauchen kontinuierliche, persönliche Vertrauens- und Unterstützungsbeziehungen Die Schnittstellen der Integration müssen verbessert werden, etwa zwischen Schule, Beruf und Ausbildung Die Jugendlichen brauchen von Anfang an integrierende Kontakte, um eine Isolierung von Gruppen zu vermeiden Es braucht eine nachhaltige Unterstützung für junge Volljährigen, kein scharfer Schnitt mit Eintritt des 18. Lebensjahres. Gleichwertige Lebensverhältnisse …

© BJR

Flüchtlinge sind Freunde

#FlüchtlingesindFreunde gilt nicht nur für die Woche vom 20. Juni bis zum 24. Juni 2016. #FlüchtlingesindFreunde ist das Credo für die bayerische Jugendarbeit. Das zeigte sich in den zahlreichen Fotos und Posts, die uns erreicht haben. Danke an alle, die sich beteiligt haben. Das Aktionsprogramm „Flüchtlinge werden Freunde“ will weiter ermuntern, die Jugendarbeit qualifizieren und Mut machen, neue Angebote für junge Geflüchtete zu machen. Denn damit Freundschaften weiter wachsen, braucht es engagierte Jugendarbeit.

© BJR

Gekommen, um zu bleiben?

Eindrücke vom DBJR-Fachtag Am 31.5.2016 fand der Fachtag „Ankommen und Integration gemeinsam gestalten“ des DBJR in Berlin statt. Vertreter/-innen von Jugendverbänden und Jugendringen waren eingeladen gemeinsam über das Themenfeld zu diskutieren. Manina Ott, Projektkoordinatorin für „Flüchtlinge werden Freunde“ hat sich vor Ort ein Bild gemacht. Bleiben oder gehen? Das Begriffsrepertoire erweitern Einen ersten fachlichen Impuls gab Andreas Bierod, Geschäftsführer der Maltesern der Erzdiözese in Paderborn und ehemaliger Delegiert im DBJR Hauptausschuss. Er führte weitere Begriffe in die Diskussion ein, die über die gängigen Gegenüberstellungen von Flucht und Migration und/oder guter und schlechter Bleibeperspektive hinausreichen. Bierod argumentierte, dass es für die Integration besonders wichtig sei, ob ein Mensch mit Bleibewille komme, also ob er oder sie den Wunsch hege, seine Zukunft in Deutschland zu gestalten. Oder ob der Heimkehrwille stärker sei, also der Wunsch, irgendwann wieder in die Heimat zurückzukehren. Weiter betonte Bierod, dass die Zielgruppe der begleiteten Minderjährigen besonders groß sei. „Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge machen lediglich drei Prozent der Geflüchteten aus“, „Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge machen lediglich drei Prozent der Geflüchteten aus“, so Bierod weiter, „gerade …

© Foto | Photocase | Bildredaktion Mellon Design | BJR

Von der Herausforderung zur Chance

Ende November erzählte mir der Geschäftsführer des Berliner Elisabeth-Stifts von seinen aktuellen Themen. Er sollte von einem Tag auf den anderen 30 unbegleitete Flüchtlinge unterbringen und hatte nur ein leeres Haus auf dem Land. Innerhalb kürzester Zeit wurde für die Jugendlichen aus Syrien und Afghanistan ein erstes Zuhause in einem kleinen Brandenburger Ort geschaffen – dank Helmut Wegner, seinem Team und vieler ehrenamtlicher Helfer/-innen. Die jungen Menschen bekommen jetzt Deutschunterricht. Es gibt eine Fußball- und eine Laufgruppe. Die Jugendlichen tragen selbst die Verantwortung…  Die Jugendlichen tragen selbst die Verantwortung fürs Einkaufen, Essenkochen und Saubermachen. Der Leitsatz des Elisabeth-Stifts lautet: ‚Bei uns kann man sich entwickeln!‘ Das heißt für Helmut Wegner aber auch, sich selbst mit dem Team weiterzuentwickeln. Sie lernen nun arabisch, bilden sich weiter für den Umgang mit Traumatisierten und lernen, noch stärker auf kulturelle Besonderheiten zu achten. Ich war tief beeindruckt von diesem Engagement. Krieg, Vertreibung, politische und religiöse Verfolgung im Zusammenspiel mit weiteren Faktoren sorgen dafür, dass auch viele Jugendliche ihre Heimat verlassen müssen. Über die Hälfte aller Geflüchteten in Deutschland ist …