Nach den Sternen greifen

Bildung ist ein Menschenrecht und weit mehr als das: es ist ein zentrales Instrument, das Menschenrechten zur Geltung verhilft. Denn wer Zugang zu Schule, Universität, Ausbildung hat, der kann vielleicht nicht nach den Sternen greifen, aber der- oder diejenige hat mehr Perspektiven und bessere Chancen im Leben. Ein Wunsch, der viele junge Menschen mit Fluchterfahrung antreibt, sich aber nicht immer erfüllt.

Bildung mit Brief und Siegel und Herzensbildung – beide sind überlebenswichtig in einer sich ständig selbst optimierenden Leistungsgesellschaft. Der Zugang zu beiden Arten von Bildung ist ein Menschenrecht, denn erst umfassende Bildung ermöglicht die Entwicklung und Entfaltung einer eigenständigen reifen Persönlichkeit. Vor allem eröffnet Bildung den Zugang zu einer neuen Welt. Einer Welt, in der man mit dem gelernten Beruf z.B. seine Familie ernähren kann oder auch einfach nur seinen Interessen nachgehen kann.

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So schreibt man „Schutz“ auf Somali, einer Sprache, die in den Staaten am Horn von Afrika beheimatet ist – Somalia, Äthiopien, Dschibuti und Eritrea.

Einen unverzichtbaren Beitrag dazu leistet die Jugendarbeit, denn als zentraler Ort nonformaler Bildung bietet sie Orientierungs- und Erprobungsräume an und die Chance, die eigenen Interessen und Stärken zu entdecken und zu sortieren. Sie ermöglicht Erfolgs- und Gemeinschaftserlebnisse, wie

Bildung ist die Chance, der Gesellschaft etwas zurückzugeben

sie in Schule oder Berufsleben nicht möglich sind. Diese vielfältigen Bildungsangebote der Jugendarbeit sind wichtig und wertvoll für alle Kinder und Jugendlichen, besonders aber für geflüchtete junge Menschen, die es in vieler Hinsicht schwerer als Jugendliche haben, die hier aufgewachsen sind.

Vielleicht haben manche von ihnen in ihrem Heimatland schon einen Berufsabschluss gemacht, können aber hier nicht in ihrem Beruf arbeiten oder ihr Abschluss wird nicht anerkannt. Bei manchen von ihnen geht es ums Überleben.

Manchmal geht es ums Überleben

Auch dann noch, wenn die strapaziöse Flucht vorerst ein Ende gefunden hat. Bildung ist nicht zuletzt auch ihre Chance, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Und das wollen junge Geflüchtete auch, die hier ihre Zukunft als mündige Bürger/-innen sehen: sich hier aktiv einbringen, etwas geben, ihren Beitrag leisten. Das geht aber nur, wenn Bildung und vor allem angemessene und gute Bildung kein Privileg für einige Wenige wird.