Menschenrechte – (Keine) Selbstverständlichkeit?!

© Foto | Susanne Neumeier

Workshop für junge Geflüchtete zum Thema Menschenrechte

68 Jahre ist die Erklärung der Menschenrechte alt, und die Frage, wie diese wertvollen Grundlagen menschlichen Zusammenlebens weltweit umgesetzt werden können, ist so aktuell wie nie zuvor.

DoKuPäd, das Bildungszentrum des Kreisjugendrings Nürnberg-Stadt zum Dokumentationszentrum Reichsparteittagsgelände in Nürnberg, macht Angebote der politischen Bildungsarbeit zu genau diesem Thema. Auch speziell für junge Geflüchtete gibt es einen Workshop mit dem Thema „Menschenrechte -(K)eine Selbstverständlichkeit?!“

Gerade diese Zielgruppe bringt besondere Voraussetzungen mit, wenn es darum geht, gemeinsam über Menschenrechte zu sprechen. Denn in den meisten Herkunftsländern gibt es bestimmte Freiheitsrechte nicht – z.B. freie Berufs- oder Partnerwahl –, die Jugendlichen haben sie vorher noch nie konkret erlebt. Oftmals haben sie auch ganz grundlegende Verletzungen des Rechts auf Gleichheit erlebt, z.B. wenn eine bestimmte Clanzugehörigkeit über rechtlichen und sozialen Status mitentscheidet, wie es in manchen afrikanischen Ländern der Fall ist.

Susanne Neumeier, Projektkoordinatorin Flucht & Asyl beim Kreisjugendring Nürnberg-Stadt, einer Projektregion des Aktionsprogramms Flüchtlinge werden Freunde, begleitete eine Nürnberger Berufsintegrationsklasse zu einem solchen eintägigen Workshop und erlebte, wie schnell das Thema Menschenrechte zu intensiven, zum Teil emotionalen Diskussionen führen kann – und wie wichtig solche Diskussionen sind.

In den meisten Herkunftsländern gibt es bestimmte Freiheitsrechte nicht

Im Workshop wird anhand verschiedener Methoden ein Gespräch darüber eröffnet, welche Freiheitsrechte wichtig sind, welche Regeln für alle gelten sollten – aber auch, was tatsächlich in Deutschland gesetzlich geregelt und nicht verhandelbar ist, wie z.B. die Religionsfreiheit oder die Gleichheit vor dem Gesetz. Auch vor dem Hintergrund des historischen Vergleichs mit dem Deutschland des Nationalsozialismus, in dem Menschenrechte systematisch außer Kraft gesetzt wurden, werden vergangene und bestehende Diskriminierungen thematisiert.

Nicht nur grundlegende Rechte, auch die damit verbundenen sozialen Normen – Dürfen Männer weinen? Dürfen sich Männer küssen? – werden diskutiert, z.B. anhand von bewusst provozierend ausgewähltem Bildmaterial, das Denkanstöße geben und Reflexionsprozesse in Gang setzen soll. – Ein wichtiges Angebot von DoKuPäd, das im kommenden Jahr auf jeden Fall noch weitere Gruppen junger Geflüchteter besuchen sollen.

Ansprechpartnerin für die Workshop-Reihe „Menschenrechte – (Keine) Selbstverständlichkeit?!“ bei DoKuPäd ist Julia Oschmann.