Was bedeutet Diversity?

Kreisdiagramm, das die drei Dimensionen von Diversity aufzeigt: innere, äußere, situationsbedingte

© Andrea Schmidt

Die Begriffe Diversity, Diversität und Heterogenität werden oft überschneidend verwendet. Worin unterscheiden sie sich? – Hier werden die Konzepte voneinander unterschieden, wenn auch nicht abschließend definiert. Dabei ist allerdings immer auch darauf zu achten, in welchen Kontexten die Begriffe benutzt und mit welchen gedanklichen Schwerpunkten sie verbunden werden.

„Diversity“ bedeutet im Englischen „Vielfalt“ oder „Verschiedenheit“. Der Diversity-Ansatz kommt aus der amerikanischen Wirtschaftsforschung und ist ursprünglich auf Unternehmenskultur bezogen. Im Deutschen wird Diversity meist mit einem umfassenden Konzept der Organisationsentwicklung in Verbindung gebracht. Es geht darin um die Anerkennung von Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen Menschen und den wertschätzenden Umgang damit. Als Orientierung dazu, um welche Unterschiede es sich handelt, dient heutzutage das Diversity-Kreismodell „Four Layers of Diversity“ (“Vier Schichten von Diversity”) von Dr. A. Rowe und Dr. L. Gardenswartz.

Diversity Management als Konzept der Unternehmensführung beschäftigt sich mit der Analyse von Strukturen, Personalprozessen und der Veränderung der Organisationskultur. Bestehende Verfahren, Regelungen und Richtlinien werden dabei im Hinblick auf ihre Angemessenheit und Durchlässigkeit für Mitarbeitende mit unterschiedlichen Voraussetzungen, Merkmalen und Talenten hin untersucht und gegebenenfalls angepasst. Ziel ist, den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zu verbessern, indem die Zusammensetzung der Belegschaft die demographische Vielfalt des Geschäftsumfeldes widerspiegelt. Die Wertschätzung aller Mitarbeitenden und Vermeidung von Diskriminierung soll eine motivierende Kultur schaffen, sodass alle Beschäftigten ihr volles Potential zum Nutzen der Organisation einbringen.

Der Begriff Diversität hingegen grenzt sich von ökonomischen Ansätzen ab und betont vor allem die antidiskriminierende Perspektive. Das soziologische Konzept der Diversität beschreibt die Unterscheidung und Anerkennung von von Individuen und Gruppen mit verschiedenen Merkmalen in einer Gesellschaft (Geschlecht, sexuelle Orientierung, Alter, Religion…). Der deutsche Begriff verweist auf den deutschen Kontext und stellt gleichzeitig den Bezug zum Diversity-Konzept aus dem anglo-amerikanischen Raum her.

Heterogenität bedeutet Unterschiedlichkeit und geht noch weiter über das Unterschiedsverständnis des Diversitätskonzepts hinaus. Der Begriff wird meistens in einem konkreten Kontext benutzt, um nicht nur soziologische und soziokulturelle Unterschiede zu erfassen sondern auch situative. Zur Heterogenität von Schüler/-innen würde man in einem pädagogischen Kontext z.B. auch die unterschiedlichen Lernstile oder Motivationen rechnen.