Alle Artikel mit dem Schlagwort: Rassismus

Was ist Rassismus?

Rassismus negiert die Gleichwertigkeit der Menschen. Rassismus ist eine Ideologie, die auf der Konstruktion vermeintlicher Rassen basiert. Ihre historischen Bezüge finden sich in der Unterdrückungspraxis des Kolonialismus und der Versklavung. Bei Rassenkonstruktionen werden Gruppen Eigenschaften zugeschrieben, die vermeintlich „naturgegeben“ (biologistisch) und damit unveränderbar sind. Diese zugeschriebenen Eigenschaften dienen der Auf- bzw. Abwertung der eigenen bzw. fremden Gruppe. Dabei hat die privilegierte Gruppe, die eine andere Gruppe als „Rasse“ definiert, die Macht, ihre Definition und Zuschreibung als legitim durchzusetzen. Die Konstruktion eines „Wir“ gegen die „Anderen“ sichert denen, die zum „Wir“ gehören, Privilegien und den Ausschluss gleichberechtigter Partizipation der „Anderen“. In erster Linie dient Rassismus also der Legitimation einer gesellschaftlichen Machtposition einer Gruppe. Damit sind beim Rassismus unterschiedliche Handlungsebenen relevant: A. Ideologie oder Weltanschauung, die Ungleichwertigkeit legitimiert. Rassismus etabliert ein Deutungs- und Erklärungssystem, das die Höherwertigkeit der eigenen Gruppe der Abwertung der „Anderen“ (Minderwertigen/Feinde) gegenüberstellt. B. Individuelle oder kollektive Strategie und Praxis für rassistisches Handeln, um „die Anderen“ zu bekämpfen. Die Folgen für Betroffene sind auf der individuellen Ebene ebenso wie auf der Ebene der gesellschaftlichen …

© BJR

Die eigenen Privilegien checken

Wer sich mit Jugendarbeit mit Geflüchteten auseinandersetzt, muss sich auch mit Rassismus beschäftigen. Anke Zimmermann, Projektmitarbeiterin von Flüchtlinge werden Freunde und Fachfrau im Bayerischen Jugendring für Bildungskonzepte gegen Rassismus und Diskriminierungen mit Schwerpunkt auf Flucht, gibt im Folgenden einen Einblick, warum es unerlässlich ist, sich mit Rassismus auseinanderzusetzen, wenn man im Themenfeld Flucht unterwegs ist. Anstieg von Feindseligkeiten Anfeindungen gegenüber geflüchteten Menschen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Auch Musliminnen und Muslime, Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma sehen sich häufig mit Hass oder gar Gewalt konfrontiert. Besonders auffällig ist derzeit im Diskurs zum Thema Flucht der antimuslimische Rassismus. Rassismus war und ist kein Randphänomen der Gesellschaft und ist auch alles andere als „ein Problem der Jugend“. Allerdings kann gerade die Jugendarbeit Lösungsansätze und -strategien aufzeigen, die übertragbar sind. Die Angebote der Jugendarbeit sprechen viele Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung an, für die es anderweitig kaum Beteiligungsmöglichkeiten gibt. In der Jugendarbeit erfahren diese Menschen, dass ihre Meinung zählt, dass sie ganz selbstverständlich dazugehören, mitgestalten dürfen – ein klarer Kontrapunkt zur Ungleichbehandlung, Abwertung und Perspektivlosigkeit …

Achtung Rassismus!

Wer Jugendarbeit mit Geflüchteten macht, kommt um die Beschäftigung mit Rassismus nicht herum. Sei es, weil Geflüchtete sich diskriminiert fühlen und ihr Herz bei Euch ausschütten. Sei es, weil ihr mit der Situation konfrontiert werdet,  unabsichtlich verletzend oder unterstellend zu sein. Und klar, es ist auch kein schönes Thema, vor allem weil sich das Erscheinungsbild von Rassismus verändert hat, quasi modern geworden ist. Wir kommen aber nicht drumrum Strukturen, Denkweisen und Handlungen zu überdenken, wenn wir Betroffenen helfen wollen. Es ist nicht was es ist Rassismus verneint die Gleichwertigkeit der Menschen. Er ist eine Ideologie, die auf der Konstruktion vermeintlicher „Rassen“ basiert. Ihre historischen Bezüge finden sich in der Unterdrückungspraxis des Kolonialismus und der Versklavung. Dabei werden Gruppen von Menschen Eigenschaften zugeschrieben, die vermeintlich „naturgegeben“ (biologistisch) und damit unveränderbar sind. Diese zugeschriebenen Eigenschaften dienen der Auf- bzw. Abwertung der eigenen bzw. fremden Gruppe und wirken dabei als eine Form Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF). Rassismus legitimiert die eigene gesellschaftliche Machtposition Eine privilegierte Gruppe konstruiert ein „Wir“, das eine andere Gruppe als „Rasse“ definiert.  Das „Wir“ hat die …

Unser Problem heißt Alltagsrassismus

Anke ist direkt,  sehr engagiert, auch mal zornig und vor allem taff.  Und das muss sie auch sein. Denn seit 2018 ist Anke für Flüchtlinge werden Freunde für den Bayerischen Jugendring aktiv und berät die Jugendarbeit zum Thema Rassismus. Besonderes Merkmal: Anke pendelt täglich und hat in der Bahn immer einen Platz dank Klapp-Campingstuhl. Hier unterhalten wir uns über Möglichkeiten antirassistischer Jugendarbeit, ihre Wünsche für das Jahr 2018 und warum wir mehr positives Storytelling brauchen. Warum braucht es rassismuskritische Jugendarbeit? Rassismus ist kein Randphänomen unserer Gesellschaft. Und es ist auch kein Problem der Jugend. Aber Jugendarbeit kann Lösungsansätze und -strategien bieten, die übertragbar sind. Das macht rassismuskritische Jugendarbeit und eine fortwährende Sensibilisierung für das Thema so wichtig. Dabei sind wir erst am Anfang. Gesamtgesellschaftlich läuft es gerade wirklich mies, ich glaube aber, dass wir mit der Jugendarbeit am richtigen Punkt anknüpfen können, weil wir schon einiges richtig machen und weil wir das Potential haben Leute da abzuholen, wo sie andere nicht abholen können. Was macht die Jugendarbeit denn richtig? Schon eine ganze Menge, etwa indem …

VIEL – Vielfalt ist echtes Leben

So heißt der Preis, den der Bayerische Jugendring für vielfältige und rassismuskritische Jugendarbeit vergibt. Denn gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund in der Jugendarbeit ist seit jeher ein zentrales Ziel des BJR. Dafür brauchen jugen Menschen ein Umfeld ohne Rassismus und Diskriminierung und die Möglichkeit, Jugendarbeit mit ihren Kompetenzen und entsprechend ihren Interessen aktiv mitzugestalten. Der jährlich verliehene Preis soll Gruppen und Organisationen in der Jugendarbeit würdigen, die sich für eine vielfältige und rassismuskritische Jugendarbeit einsetzen. Prämiert werden aktuell laufende oder in den letzten zwei Jahren abgeschlossenen Projekte, die sich das Ziel gesetzt haben, Vielfalt zu fördern oder sich gegen die Bedrohung von Vielfalt wenden  und die auf vorbildliche Weise dazu beitragen, Jugendarbeit vielfältig und frei von Rassismus und Diskriminierung zu gestalten. Teilnehmen können Mitgliedsorganisationen und Gliederungen des Bayerischen Jugendrings. Zu gewinnen gibt es neben einer Urkunde und einem Gewinner-Objekt Sachleistungen im Wert von 2.500 Euro für die Weiterentwicklung integrativer Jugendarbeit. Teilnahmeschluss ist der 2. Mai 2016. Alle Infos zum Preis auf www.bjr.de

© Foto | BJR | Jahresauftakt

Weltoffen statt kleinkariert

Mit einer Podiumsdiskussion hat sich der Bayerische Jugendring (BJR) am 29.01.2015 im Rahmen seines Jugendpolitischen Jahresauftakts mit dem Thema Alltagsrassismus befasst. „Auch wenn für Viele Rechtsextremismus und ‚Mitte’ gedanklich immer noch nicht zusammen passen, so ist es doch eine Tatsache, dass derzeit unterschwelliger Rassismus und Ressentiments gegen Menschen mit Migrationshintergrund wieder stärker salonfähig werden“, erläuterte BJR-Präsident Matthias Fack die Motivation für diesen Schwerpunkt. „Ich bin überzeugt, dass wir als Jugendarbeit nicht neutral sein dürfen, sondern entschieden Stellung dagegen beziehen müssen. Jugendverbände müssen sich weiter öffnen für junge Menschen mit Migrationshintergrund und dabei auch ihre eigenen Hemmschwellen hinterfragen. Weltoffen statt kleinkariert, so wünsche ich mir die Jugendarbeit und die Gesellschaft der Zukunft.“ Der BJR sprach dazu mit den Expert/-innen Frauke Büttner, Politologin und Beraterin in der Rassismusprävention, Hamado Dipama, Mitglied im Ausländerbeirat München und stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeirate Bayerns (AGABY), Johannes Kiess, Co-Autor der Leipziger Mitte-Studien zum Thema Alltagsrassismus in Deutschland und Ansgar Drücker, Geschäftsführer des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e.V. zur vollständigen Pressemitteilung des Bayerischen Jugendrings www.bjr.de/themen/integration-und-inklusion/fluechtlinge.html www.lks-bayern.de

© KLJB-Andreas-Deutinger

„Für Rassismus habe ich kein Verständnis“

Die Flüchtlingskrise ist vor unserer Haustüre angelangt, sie hat ganz konkrete Gesichter bekommen – und polarisiert: Helfer/-innen oder Hetzer/-innen. Handeln und anpacken ist der spontane Impuls vieler Freiwilliger, die teilweise für den Staat in die Bresche springen. Der muss sich nun überlegen, wie er sie motiviert und vor Überforderung schützt. Andererseits fürchtet der Rentner/die Rentnerin längere Wartezeiten beim Arzt, sorgt sich die Mutter um die 14-jährige Tochter auf dem Nachhauseweg. „Überfremdung„, „Islamisierung“, „Winterurlauber auf Kosten unserer Steuerzahler“ – wir erleben auch Neid, Selbsthass und Ignoranz.Was soll man Asylsuchenden neiden? Ich kann mir in Deutschland kaum ein eingeschränkteres Leben vorstellen. Wer sollte für 143 Euro Bargeld die Strapazen einer Flucht auf sich nehmen? Wer sollte für 143 Euro Bargeld die Strapazen einer Flucht auf sich nehmen? Wenn der Bund sich im März für 8,7 Milliarden Euro Kampfhubschrauber leisten konnte, wird er die veranschlagten sechs Milliarden Euro für die Flüchtlingsversorgung in 2016 stemmen. Das Abendland wird nicht untergehen. Helles oder dunkles Deutschland Fremdenangst wie Willkommenseuphorie haben mehr mit uns zu tun als mit den realen Ankommenden. Idealismus, …

Naturfreundejugend verpasst Denkzettel

Die Naturfreundejugend Bayern will mit Vorurteilen aufräumen. Dazu haben sie verschiedene Postkarten entworfen, die Vorurteile und Rassismen aufdecken wollen. So liest man auf der Rückseite der Karte mit dem Titel „Mensch mit Ignoranzhintergrund!“ die Aufforderung: „Erweitere Deinen Horizont, informiere Dich, mach Dich schlau, hinterfrage, zweifle an und hake nach!“. Auf der Karte mit dem Titel „Mein Blick ist ein anderer“ geht es um die Frage von Macht und Definitionen. Also, wer wird willkommen geheißen? Wer nicht? Die Denkzettel sollen aufrütteln und Mut machen sich gegen diskriminierende Rede zu stellen. Die Denkzettel finden sich auf der Webseite der Naturfreundejugend Bayern und können per Email bestellt werden.

© Foto | Natufreundejugend Deutschland

Achtung Rassismus?!

Die Naturfreunde Jugend Deutschland[s] hat eine Position veröffentlicht, die Medien und Politik auffordert, keine rassistische Sprache zu verwenden. Weiter fordert der bundesweite Jugendverband: keine weitere Verschlechterung der Asylrechte, die Unterstützung der Ehrenamtlichen und Mittel zur menschenwürdigen Unterbringung von Geflüchteten, eine sofortige und menschenwürdige Aufnahme der Geflüchteten in anderen europäischen Ländern, ein Ende der Befestigung der Grenzen und der Militäreinsätze gegen fliehende Menschen, die ganze Position findet sich zum Nachlesen unter: Naturfreunde.de