Alle Artikel mit dem Schlagwort: Rassismus

5 Tipps, wie man Hetze in sozialen Netzwerken begegnen kann

Wer sich gegen rassistische Hetze stellen will, muss diese nicht nur erkennen, er/sie muss auch Strategien kennen, hier couragiert zu bleiben. Die Amadeo-Antonio-Stiftung hat einen Handlungsleitfaden veröffentlicht, der Tipps bereithält, um sich rassistischer und diskriminierender Hetze in den sozialen Netzwerken entgegenzustellen. Auch die europaweite Kampagne #NoHateSpeech, die in Deutschland von den Neuen Deutschen Medienmacher/-innen koordiniert wird,  hat spannende und witzige Tipps gesammelt. Im Folgenden werden sechs Tipps aufgelistet: Melden: Viele Soziale Netzwerke haben es in ihren Richtlinien festgehalten: Nutzer/-innen dürfen kein Material veröffentlichen, dass Gruppen oder Menschen aufgrund von Herkunft, sexueller Orientierung und/oder Religion diskriminiert. Meldungen sind in den meisten Netzwerken anonym. Bei Facebook gibt es hier Informationen. Anzeigen: Was offline strafbar ist, gilt auch online. Strafrechtlich relevant sind folgende Inhalte: Volksverhetzung (§130 StGB), Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§ 86a StGB), Belohnung und Billigung von Straftaten (§140 StGB), Aufforderung zu Straftaten (§111 StGB), Beleidigung (§185 ff StGB) , Verunglimpfens des Andenkens Anderer (§189 StGB). Die Anzeige einer Straftat kann bei der Staatsanwaltschaft oder Polizei mündlich oder schriftlich eingereicht werden. Einige Länder haben sogar sog. „Internetwachen“ eingerichtet. …

Schutzräume schaffen

Fachtag Antidiskriminierung und Dialog „Rassismus und Diskriminierung kommt nicht nur in Aussagen vor, sondern auch in Haltungen“, sagte Arbion Gashi, Vorsitzender der Kommission Integration in seiner Begrüßung zum Fachtag Antidiskriminierung und Dialog, am 18.6. in Nürnberg. Der Fachtag wurde von der Kommission Integration des BJR organisiert. Diskriminierung und Rassismus sei immer noch und wieder ein wichtiges Thema für die Jugendarbeit, bestätigte auch Ansgar Drücker von IDA e.V. (Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e.V.). Selbstverständlichkeiten hinterfragen In seinem Impulsvortrag differenzierte Ansgar Drücker verschiedene Begriffe wie Rassismus, Diskriminierung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und machte deutlich, dass gerade das Thema interkulturelle Öffnung eine hohe Dialogbereitschaft erfordere. Denn gerade in diesem Bereich finden schutzbedürftige Gespräche statt, die den Ausschluss gewisser Gesprächspartner/-innen erfordern, etwa wenn Geflüchtete rassistischen und sexistischen Diskriminierungen ausgesetzt würden. Eine ganz grundsätzliche Ungleichbehandlung sieht Ansgar Drücker im aufenthaltsrechtlichen Status und stellte die Frage: „Sind wir in der Jugendarbeit bereit auf einer anderen Ebene zu agieren und unsere Privilegien in Frage zu stellen?“ „Sind wir in der Jugendarbeit bereit auf einer anderen Ebene zu agieren und unsere Privilegien in …

© Foto | Franzi S. - jugendfotos.de | CC BY-NC 3.0

VIEL – Vielfalt ist echtes Leben

So heißt der Preis, den der Bayerische Jugendring für vielfältige und rassismuskritische Jugendarbeit vergibt. Denn gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund in der Jugendarbeit ist seit jeher ein zentrales Ziel des BJR. Dafür brauchen jugen Menschen ein Umfeld ohne Rassismus und Diskriminierung und die Möglichkeit, Jugendarbeit mit ihren Kompetenzen und entsprechend ihren Interessen aktiv mitzugestalten. Der jährlich verliehene Preis soll Gruppen und Organisationen in der Jugendarbeit würdigen, die sich für eine vielfältige und rassismuskritische Jugendarbeit einsetzen. Prämiert werden aktuell laufende oder in den letzten zwei Jahren abgeschlossenen Projekte, die sich das Ziel gesetzt haben, Vielfalt zu fördern oder sich gegen die Bedrohung von Vielfalt wenden  und die auf vorbildliche Weise dazu beitragen, Jugendarbeit vielfältig und frei von Rassismus und Diskriminierung zu gestalten. Teilnehmen können Mitgliedsorganisationen und Gliederungen des Bayerischen Jugendrings. Zu gewinnen gibt es neben einer Urkunde und einem Gewinner-Objekt Sachleistungen im Wert von 2.500 Euro für die Weiterentwicklung integrativer Jugendarbeit. Teilnahmeschluss ist der 2. Mai 2016. Alle Infos zum Preis auf www.bjr.de

© Foto | BJR

Weltoffen statt kleinkariert

Mit einer Podiumsdiskussion hat sich der Bayerische Jugendring (BJR) am 29.01.2015 im Rahmen seines Jugendpolitischen Jahresauftakts mit dem Thema Alltagsrassismus befasst. „Auch wenn für Viele Rechtsextremismus und ‚Mitte’ gedanklich immer noch nicht zusammen passen, so ist es doch eine Tatsache, dass derzeit unterschwelliger Rassismus und Ressentiments gegen Menschen mit Migrationshintergrund wieder stärker salonfähig werden“, erläuterte BJR-Präsident Matthias Fack die Motivation für diesen Schwerpunkt. „Ich bin überzeugt, dass wir als Jugendarbeit nicht neutral sein dürfen, sondern entschieden Stellung dagegen beziehen müssen. Jugendverbände müssen sich weiter öffnen für junge Menschen mit Migrationshintergrund und dabei auch ihre eigenen Hemmschwellen hinterfragen. Weltoffen statt kleinkariert, so wünsche ich mir die Jugendarbeit und die Gesellschaft der Zukunft.“ Der BJR sprach dazu mit den Expert/-innen Frauke Büttner, Politologin und Beraterin in der Rassismusprävention, Hamado Dipama, Mitglied im Ausländerbeirat München und stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeirate Bayerns (AGABY), Johannes Kiess, Co-Autor der Leipziger Mitte-Studien zum Thema Alltagsrassismus in Deutschland und Ansgar Drücker, Geschäftsführer des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e.V. zur vollständigen Pressemitteilung des Bayerischen Jugendrings www.bjr.de/themen/integration-und-inklusion/fluechtlinge.html www.lks-bayern.de

#mundaufmachen gegen Hate Speech

Warum wir uns mit Hassreden auseinandersetzen müssen Hass-Kommentare und rassistische Hetze von Rechten existieren seit jeher im Netz. Seit der Aufnahme von Tausenden Flüchtlingen in Deutschland scheinen diese Stimmen lauter geworden und – was neu ist – immer enthemmter aufzutreten. Flüchtlingsbefürworter/-innen müssen mit einer Flut an Hassreden rechnen. Notleidende, asylsuchende Menschen werden diffamiert – sogar unter Klarnamen. Um Konsequenzen muss man sich im Netz kaum Gedanken machen. Gibt es immer mehr Fremdenhass in Deutschland oder liegt nur ein neuer Medienhype vor? Der Europaratausschuss gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) stellt eine starke Zunahme von fremdenfeindlichen politischen Äußerungen im Netz fest. Fachstellen wie die Amadeu Antonio Stiftung, die seit Jahren anti-demokratische Bewegungen im Netz beobachten, sagen, das Problem sei lange Zeit unterschätzt worden. Durch die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation wird nun offenkundig, dass rechtes Gedankengut und „Alltagsrassismus“ kontinuierlich vorhanden gewesen zu sein scheinen. Dass Hassreden hochgefährlich sind, weil sie auch Taten nach sich ziehen und sogar als Katalysator dienen, zeigt die zunehmende Zahl der Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte (bisher 437 in 2015 laut Wikipedia, abgerufen am 02.11.15). Unter …

„Für Rassismus habe ich kein Verständnis“

Die Flüchtlingskrise ist vor unserer Haustüre angelangt, sie hat ganz konkrete Gesichter bekommen – und polarisiert: Helfer/-innen oder Hetzer/-innen. Handeln und anpacken ist der spontane Impuls vieler Freiwilliger, die teilweise für den Staat in die Bresche springen. Der muss sich nun überlegen, wie er sie motiviert und vor Überforderung schützt. Andererseits fürchtet der Rentner/die Rentnerin längere Wartezeiten beim Arzt, sorgt sich die Mutter um die 14-jährige Tochter auf dem Nachhauseweg. „Überfremdung„, „Islamisierung“, „Winterurlauber auf Kosten unserer Steuerzahler“ – wir erleben auch Neid, Selbsthass und Ignoranz.Was soll man Asylsuchenden neiden? Ich kann mir in Deutschland kaum ein eingeschränkteres Leben vorstellen. Wer sollte für 143 Euro Bargeld die Strapazen einer Flucht auf sich nehmen? Wer sollte für 143 Euro Bargeld die Strapazen einer Flucht auf sich nehmen? Wenn der Bund sich im März für 8,7 Milliarden Euro Kampfhubschrauber leisten konnte, wird er die veranschlagten sechs Milliarden Euro für die Flüchtlingsversorgung in 2016 stemmen. Das Abendland wird nicht untergehen. Helles oder dunkles Deutschland Fremdenangst wie Willkommenseuphorie haben mehr mit uns zu tun als mit den realen Ankommenden. Idealismus, …

Naturfreundejugend verpasst Denkzettel

Die Naturfreundejugend Bayern will mit Vorurteilen aufräumen. Dazu haben sie verschiedene Postkarten entworfen, die Vorurteile und Rassismen aufdecken wollen. So liest man auf der Rückseite der Karte mit dem Titel „Mensch mit Ignoranzhintergrund!“ die Aufforderung: „Erweitere Deinen Horizont, informiere Dich, mach Dich schlau, hinterfrage, zweifle an und hake nach!“. Auf der Karte mit dem Titel „Mein Blick ist ein anderer“ geht es um die Frage von Macht und Definitionen. Also, wer wird willkommen geheißen? Wer nicht? Die Denkzettel sollen aufrütteln und Mut machen sich gegen diskriminierende Rede zu stellen. Die Denkzettel finden sich auf der Webseite der Naturfreundejugend Bayern und können per Email bestellt werden.

© Foto | Natufreundejugend Deutschland

Achtung Rassismus?!

Die Naturfreunde Jugend Deutschland[s] hat eine Position veröffentlicht, die Medien und Politik auffordert, keine rassistische Sprache zu verwenden. Weiter fordert der bundesweite Jugendverband: keine weitere Verschlechterung der Asylrechte, die Unterstützung der Ehrenamtlichen und Mittel zur menschenwürdigen Unterbringung von Geflüchteten, eine sofortige und menschenwürdige Aufnahme der Geflüchteten in anderen europäischen Ländern, ein Ende der Befestigung der Grenzen und der Militäreinsätze gegen fliehende Menschen, die ganze Position findet sich zum Nachlesen unter: Naturfreunde.de

Vielfalt statt Ausgrenzung

Das Jahresthema der DGB-Jugend Bayern widmet sich dem Thema „Vielfalt“.  In der dazugehörigen Meldung heißt es: „Die DGB-Jugend Bayern setzt sich für die Verwirklichung der Menschenrechte und gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ein. Wir streben ein solidarisches Miteinander in Politik und Gesellschaft an, unabhängig von Herkunft, Abstammung, sexueller Orientierung und/oder religiöser Ansichten. Wir werden uns weiterhin Nazis und ihrer menschenverachtenden Ideologie entgegenstellen und uns friedlich für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit in unserer Gesellschaft einsetzen.“ Ergänzend finden sich auf der Homepage der DGB-Jugend Bayern Fakten gegen Rechte Stammtischparolen und Fakten gegen Sexismus und Homophobie.