Alle Artikel mit dem Schlagwort: Partizipation

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Die eigenen Privilegien checken

Wer sich mit Jugendarbeit mit Geflüchteten auseinandersetzt, muss sich auch mit Rassismus beschäftigen. Anke Zimmermann, Projektmitarbeiterin von Flüchtlinge werden Freunde und Fachfrau im Bayerischen Jugendring für Bildungskonzepte gegen Rassismus und Diskriminierungen mit Schwerpunkt auf Flucht, gibt im Folgenden einen Einblick, warum es unerlässlich ist, sich mit Rassismus auseinanderzusetzen, wenn man im Themenfeld Flucht unterwegs ist. Anstieg von Feindseligkeiten Anfeindungen gegenüber geflüchteten Menschen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Auch Musliminnen und Muslime, Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma sehen sich häufig mit Hass oder gar Gewalt konfrontiert. Besonders auffällig ist derzeit im Diskurs zum Thema Flucht der antimuslimische Rassismus. Rassismus war und ist kein Randphänomen der Gesellschaft und ist auch alles andere als „ein Problem der Jugend“. Allerdings kann gerade die Jugendarbeit Lösungsansätze und -strategien aufzeigen, die übertragbar sind. Die Angebote der Jugendarbeit sprechen viele Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung an, für die es anderweitig kaum Beteiligungsmöglichkeiten gibt. In der Jugendarbeit erfahren diese Menschen, dass ihre Meinung zählt, dass sie ganz selbstverständlich dazugehören, mitgestalten dürfen – ein klarer Kontrapunkt zur Ungleichbehandlung, Abwertung und Perspektivlosigkeit …

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Neudenken mit Kilian Kleinschmidt

Nur noch wenige Wochen bis zur  Konferenz NEU:DENK2017 , die am 3. und 4. Februar im Bellevue die Monaco, in München stattfindet. Der Name ist das Ziel, denn die NEU:DENK2017 will frischen Wind und frische Gedanken in den Themenkomplex Flucht und Asyl bringen. Sie richtet sich an junge Geflüchtete und Praktikerinnen der Jugendarbeit mit Geflüchteten. Ziel ist ein Positionspapier Ziel ist ein Positionspapier , das an den beiden Tagen entstehen soll und aktuelle jugendpolitische Forderungen und Ziele formuliert. Auftakt und Impulsgeber sind Referent/-innen, die Erfahrungen aus internationaler Ebene mitbringen, wie etwa Killian Kleinschmidt, internationaler Netzwerker, Berater und ehem. Bürgermeister von Za’atari, Flüchtlingslager im Norden Jordaniens, das sich zu einer festen Siedlung entwickelt hat und als Jordaniens viertgrößte Stadt gilt. Netzwerker und humanitäter Experte Kilian Kleinschmidt ist ein internationaler Netzwerker und humanitärer Experte mit mehr als 25 Jahren Erfahrung. Er hat für die Vereinten Nationen, insbesondere für das UNO Flüchtlingshilfswerk UNHCR gearbeitet. Kilian Kleinschmidt glaubt an das Potential moderner Technologien und der Vermittlung von Know-how als Chance für die Menschheit. So soll Globalisierung durch Vernetzung und …

Von Jugendbegegnungen und Daily Humor Panels

Die Organisation einer internationalen Jugendbegegnung ist eigentlich Herausforderung genug, hier noch junge Geflüchtete mitzunehmen, durchaus ehrgeizig. Dass es sich lohnt und funktionieren kann, hat die internationale Jugendbegegnung zum Thema „InterNatureNet – respect nature, humans, yourself“ im Landkreis Eichstätt gezeigt. Acht Tage im Juli haben Jugendliche aus Portugal, Frankreich sowie junge Geflüchtete zusammen verbracht. Wie das gelingt, hat Claudia Treffer, Kommunale Jugendpflegerin in Eichstätt, für Flüchtlinge werden Freunde herausgearbeitet. Vor der eigentlichen Jugendbegegnung Im Vorfeld geht es vor allem um die Einbindung junger Geflüchteter. Sie zu motivieren, sie in die Kommunikation einzubinden und für Ihre Wünschen und Ängste ein offenes Ohr zu haben, gehört dazu. Ein paar Anregungen habe ich im Folgenden versucht zusammenzutragen: Einbinden, wie geht das? In unserem Fall haben wir Personen angesprochen, die bereits Kontakt mit den Jugendlichen hatten, also z.B. die Vormünder im Jugendamt und die Betreuer/-innen in den Einrichtungen. Im Vorfeld wurde außerdem ein Infofilm über die Jugendbegegnung gedreht, der ohne Sprachkenntnisse funktioniert und auch zu Werbezwecken eingesetzt wurde. Interessierte Jugendliche wurden dann vor dem eigentlichen Austausch zu verschiedenen Treffen eingeladen. …

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Beschluss: Gleichberechtigte Teilhabe

Seit Jahren hat der Bayerische Jugendring Position bezogen, wenn es um die Integration von und die Arbeit mit jungen Geflüchteten geht. Denn noch immer spielen ausgrenzende Mechanismen eine große Rolle im Leben junger Menschen mit Migrationshintergrund. Die Delegierten des Hauptausschusses des Bayerischen Jugendrings haben daher einen aktuellen Beschluss zur gleichberechtigten Teilhabe von jungen Menschen mit Migrationshintergrund gefasst. Er beinhaltet den Auftrag, politisch-strategische Forderungen zu Themenbereichen wie Medien, Rechtsstatus, Wahlrecht, Ausbildungs-und Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt, formelle und informelle Partizipationsmöglichkeiten zu erarbeiten. Die Positionierung soll dem Hauptausschuss auf seiner nächsten Sitzung im Oktober 2016 vorgelegt werden. Der Prozess wird begleitet von einer Arbeitsgruppe unter Beteiligung des BJR-Landesvorstands.