Alle Artikel mit dem Schlagwort: Menschenrechte

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Menschenrechte – (Keine) Selbstverständlichkeit?!

Workshop für junge Geflüchtete zum Thema Menschenrechte 68 Jahre ist die Erklärung der Menschenrechte alt, und die Frage, wie diese wertvollen Grundlagen menschlichen Zusammenlebens weltweit umgesetzt werden können, ist so aktuell wie nie zuvor. DoKuPäd, das Bildungszentrum des Kreisjugendrings Nürnberg-Stadt zum Dokumentationszentrum Reichsparteittagsgelände in Nürnberg, macht Angebote der politischen Bildungsarbeit zu genau diesem Thema. Auch speziell für junge Geflüchtete gibt es einen Workshop mit dem Thema „Menschenrechte -(K)eine Selbstverständlichkeit?!“ Gerade diese Zielgruppe bringt besondere Voraussetzungen mit, wenn es darum geht, gemeinsam über Menschenrechte zu sprechen. Denn in den meisten Herkunftsländern gibt es bestimmte Freiheitsrechte nicht – z.B. freie Berufs- oder Partnerwahl –, die Jugendlichen haben sie vorher noch nie konkret erlebt. Oftmals haben sie auch ganz grundlegende Verletzungen des Rechts auf Gleichheit erlebt, z.B. wenn eine bestimmte Clanzugehörigkeit über rechtlichen und sozialen Status mitentscheidet, wie es in manchen afrikanischen Ländern der Fall ist. Susanne Neumeier, Projektkoordinatorin Flucht & Asyl beim Kreisjugendring Nürnberg-Stadt, einer Projektregion des Aktionsprogramms Flüchtlinge werden Freunde, begleitete eine Nürnberger Berufsintegrationsklasse zu einem solchen eintägigen Workshop und erlebte, wie schnell das Thema Menschenrechte …

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Kinderrechte sind Menschenrechte

Handreichung „Menschen- und Kinderrechtsbildung mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen“ Die Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik (DeGeDe) hat eine Handreichung veröffentlicht, die Pädagoginnen und Pädagogen darin zu unterstützen soll, ihre kinder- und menschenrechtsorientierte Praxis zu gestalten. Sie soll dazu beitragen, eine entschlossene Haltung für die Rechte von geflüchteten Kindern und Jugendlichen zu bewahren und zu fördern. Von Kindern und Jugendlichen, die in Deutschland Schutz suchen, wird viel verlangt. Sie sollen rasch die deutsche Sprache erlernen. Sie sollen sich in eine als selbstverständlich vorhanden erachtete Kultur und deren sogenannte Werte einfügen. Sie sind – trotz widriger Umstände – gefordert, sich innerhalb geringer und unsicherer Zeit und Zukunft zu „integrieren“. Eine demokratiepädagogische Unterstützung und Förderung geflüchteter Kinder und Jugendlicher orientiert sich an den universalen Kinder- und Menschenrechten. Integration bedeutet für uns insbesondere, Kinder und Jugendliche darin zu unterstützen, ihre Rechte einfordern zu können. Wie kann es gelingen, Selbstwirksamkeit und Mitbestimmung zu ermöglichen? Wie können wir Möglichkeiten eröffnen, sich selbst zu bemächtigen? Was können wir von geflüchteten Kindern und Jugendlichen lernen, um die Einwanderungsgesellschaft zu gestalten? Antworten darauf wagen die …

Das war sie….

Eine Woche im Zeichen der Menschenrechte. Das war unser Motto in der vergangenen Woche. Wir haben noch einmal zusammengefasst, was uns bewegt hat. Außerdem haben wir noch ein paar weiterführende Links versteckt, etwa zum Online-Kurs Menschenrechte von Amnesty International,  zum No Hate Speech-Movement, der Kampagne des Europarats gegen Hassreden im Netz und natürlich zu all unseren Beiträgen und zu unserer Pressemitteilung Gemeinsam gegen den Hass. Jugendarbeit für Menschenrechte. Alle unsere Beiträge haben wir auch noch hier zusammengefasst: [View the story „Woche der Menschenrechte“ on Storify]

Nach den Sternen greifen

Bildung ist ein Menschenrecht und weit mehr als das: es ist ein zentrales Instrument, das Menschenrechten zur Geltung verhilft. Denn wer Zugang zu Schule, Universität, Ausbildung hat, der kann vielleicht nicht nach den Sternen greifen, aber der- oder diejenige hat mehr Perspektiven und bessere Chancen im Leben. Ein Wunsch, der viele junge Menschen mit Fluchterfahrung antreibt, sich aber nicht immer erfüllt. Bildung mit Brief und Siegel und Herzensbildung – beide sind überlebenswichtig in einer sich ständig selbst optimierenden Leistungsgesellschaft. Der Zugang zu beiden Arten von Bildung ist ein Menschenrecht, denn erst umfassende Bildung ermöglicht die Entwicklung und Entfaltung einer eigenständigen reifen Persönlichkeit. Vor allem eröffnet Bildung den Zugang zu einer neuen Welt. Einer Welt, in der man mit dem gelernten Beruf z.B. seine Familie ernähren kann oder auch einfach nur seinen Interessen nachgehen kann. Einen unverzichtbaren Beitrag dazu leistet die Jugendarbeit, denn als zentraler Ort nonformaler Bildung bietet sie Orientierungs- und Erprobungsräume an und die Chance, die eigenen Interessen und Stärken zu entdecken und zu sortieren. Sie ermöglicht Erfolgs- und Gemeinschaftserlebnisse, wie Bildung ist die …

Die Krise der Kinderrechte

Seit Mai 2016 ist der BJR auch mit einem eigenen Büro in Brüssel vertreten. Hier ist die Referentin für europäische Jugendpolitik Lea Sedlmayr tätig, im Vordergrund steht Lobby- und Netzwerkarbeit, also jugendpolitische Interessenvertretung. So ist der BJR seit Mai zum Beispiel Mitglied in dem europäischen Netzwerk Eurochild, das sich für Kinderrechte stark macht. Um gut informiert zu sein, nimmt die Europareferentin auch an Sitzungen des EU-Parlaments teil, so zum Beispiel als Benyam Dawit Mezmur vom UN-Komitee für Kinderrechte zu Gast war. Europäisches Parlament. Ich bin wieder einmal in einer Sitzung und höre den Debatten zu. Diesmal im „Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres“, Benyam Dawit Mezmur vom UN-Komitee für Kinderrechte ist zu Gast. Er spricht leidenschaftlich und schnell, ein Mensch, der sein Wissen geradezu ausstrahlt. Ein Mensch, der gewohnt ist, dieses Wissen unermüdlich darzulegen. Der Saal füllt sich, und Mezmur überschüttet seine Zuhörer mit Zahlen und Informationen, wird immer lauter und ruft schließlich: „Wir stecken in einer Krise, einer wirklichen Krise, eine Krise der Kinderrechte.“ „Wir stecken in einer Krise, einer wirklichen Krise, eine …

Schutz versus Schutzlosigkeit

Schutz vor Diskriminierung, Schutz vor Ausbeutung, das sind nur einige der grundlegenden Rechte, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgehalten sind. Und Schutz ist auch in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. Doch wer über Schutz redet, der muss vor allem über Schutzlosigkeit sprechen, eine Erfahrung, die viele junge Geflüchtete machen. Kinder und Jugendliche dürfen nicht ausgebeutet werden, in keiner Form – die Erwachsenen um sie herum sind verpflichtet, sie vor Schaden zu bewahren und sie zu schützen, gesetzlich und, mehr noch, ethisch. Vor jeder Art von Missbrauch, vor seelischer und körperlicher Gewalt, vor Vernachlässigung, Heimat- und Familienlosigkeit, vor Diskriminierung und Verachtung. Schutz ist Beziehungsarbeit Schutz zu bieten in der Jugendarbeit bedeutet, jedem und jeder zu ermöglichen, die eigenen Möglichkeiten und Stärken auszuprobieren – in einem geschützten Raum. Es geht darum, die Potentiale des/der Einzelnen zu fördern. Schützen bedeutet auch Beziehungsarbeit, die Aufgabe, stabile soziale Beziehungen aufzubauen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung ist die Vertrauensbildung besonders wichtig Gerade bei Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung ist diese Vertrauensbildung besonders wichtig, denn die Jugendlichen, die zu uns …

Kultur ist Leben

Das Leben ist vielfältig – Jugendarbeit kennt diese Vielfalt und bejaht sie. Hip Hopper machen genauso Musik wie die Leute von der Blasmusik, Sprayer und Sprayerinnen aller möglichen Nationen verehren Bansky, zur Juze-Disco oder zum Theaterworkshop kommen Jens, Murat und Goran ebenso wie Amina, Mila und Zoe. Und sie alle haben ein Recht darauf, teilzuhaben am gesellschaftlichen und kulturellen Leben. An dem Ort, an dem sie leben, egal, woher sie kommen. Und was hat das eigentlich mit Menschenrechten zu tun? Ganz einfach: Artikel 27 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte besagt, dass jede/r das Recht hat, am kulturellen Leben frei teilzunehmen und sich an den Künsten zu erfreuen. Das Recht, am kulturellen Leben teilzunehmen, ist keine Nebensächlichkeit Teilhabe an Kultur und Kunst und das Kreativ-Sein jedes Einzelnen werden also auf globaler Ebene als essentiell betrachtet und nicht als nebensächlich. Denn die Fähigkeit sich selbst auszudrücken gehört zum Wesen des Menschen – nicht nur in Sprache, sondern auch mit Bildern, Bewegungen, Klängen oder anderen Darstellungsformen. Jugendarbeit macht Angebote dafür. Künstlerische Ausdrucksformen funktionieren oft unabhängig von Sprache. Sie …

Jugendarbeit in der Postmigration

Denkanstöße aus Sicht der außerschulischen (Jugend-)Bildung Menschenrechtsbasierte Jugendarbeit oder menschenrechtsorientierte Jugendbildung ist auch Thema der Jugendbildungsstätten. Hier geht es um den Gewinn von Handlungskompetenz in einer vielfältiger werdenden Gesellschaft, aber auch um Differenzierungen von Konfliktfeldern mit Jugendlichen und der Bedeutung von Selbstreflexion. Was genau darunter zu verstehen ist, und was Postmigration damit zutun hat, erklärt der Bildungsreferent Christian-Friedrich Lohe von der Europäischen Jugendbildungsstätte: Am internationalen „Tag der Menschenrechte“ am 10. Dezember 2013 verkündete der damals amtierende amerikanische Präsident Barak Obama: „Vor 65 Jahren kamen Delegierte aus der ganzen Welt zusammen, um die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte zu verabschieden und damit die Vorstellung zurückzuweisen, die Sehnsüchte des Einzelnen hätten sich den Launen von Tyrannen und Kaiserreichen unterzuordnen, und das Recht jedes Einzelnen auf Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit vor dem Gesetz zu bekräftigen. Am Tag der Menschenrechte und in der Woche der Menschenrechte sind wir nicht nur entschlossen, diese Ideale zu würdigen, sondern auch, uns in unserer Zeit für sie einzusetzen.“ Drei Jahre später lässt sich mit einem Blick in die Tagespresse festhalten, dass hier noch großer …

Auf Augenhöhe

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, so lautet der erste Satz des ersten Artikels der UN-Menschenrechtserklärung. Geflüchtete erleben sehr oft etwas anderes, auch bei uns. Strukturelle Ungleichbehandlung ist Fakt, Teilhabemöglichkeiten sind auf verschiedenste Weise eingeschränkt. Die Hürden sind da, auch im Alltag, im täglichen Leben. Diese Ungleichbehandlung kann Jugendarbeit nicht wettmachen. Aber sie kann ein Ort sein, an dem Gleichberechtigung im Kleinen stattfindet. Denn eigentlich ist es einfach, nicht auf die Unterschiede zu blicken, sondern auf das, was verbindet. Wann, wo, wie wir Gleichheit oder Unterschiedlichkeit feststellen, kommt auf unseren Blick an, auf unsere Kriterien. Und die können wir fast immer frei wählen. Unser Vorschlag: achtet auf die Gemeinsamkeiten, nicht auf die Unterschiede. Fragt: was ist dir wichtig, was macht dich aus? Und nicht: Woher kommst du? Gerade in der Jugendarbeit haben wir eine starke Grundlage dafür, das Gemeinsame, Verbindende wahrzunehmen und zu leben: Gerade in der Jugendarbeit haben wir eine starke Grundlage dafür, das Gemeinsame, Verbindende wahrzunehmen und zu leben: denn die Lebensphase Jugend verbindet – mehr als „kulturelle“ …