Alle Artikel mit dem Schlagwort: junge Geflüchtete

Was Omran sagt – oder: es ist kompliziert…

Auf der NEU:DENK 2017 am 3. und 4. Februar wurde viel gedacht, diskutiert, konzipiert, Visionen und Forderungen entworfen. Fachkräfte und Ehrenamtliche aus der Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten brachten ihre Ideen mit. Omran Kassem, 18-jähriger Berufsschüler aus Nürnberg, hat in Vorbereitung auf die NEU:DENK Freund/-innen und Mitschüler/-innen zu ihrer Lebenssituation, ihren Problemen und Wünschen befragt und die Ergebnisse schriftlich zusammengefasst. Dies ist das Ergebnis: ein persönlicher, authentischer, optimistischer Blick auf die Lebenslagen von jungen Geflüchteten in diesem Land und eine klare Einschätzung, was wünschenswert wäre: Den Leuten Zugang zu den Sprachkursen ermöglichen in dem Moment, in dem sie in Deutschland ankommen, und nicht erst, wenn sie die Aufenthaltserlaubnis bekommen. Die Flüchtlinge sind nicht zufrieden, wenn sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bekommen. Sie wollen selbständig und unabhängig sein! Die Flüchtlinge sind nicht zufrieden, wenn sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bekommen und wollen selbständig und unabhängig sein. Sie können auch vorteilhaft für die Wirtschaft sein. Sie können die wirtschaftlichen Leistungen verbessern, da man mit ihnen viele Arbeitsplätze besetzen kann. Zudem ist es doch sowieso viel zu …

Junge Geflüchtete wollen partizipieren…

… bestätigt und stärkt Matthias Fack, BJR-Präsident die Wünsche und Forderungen der Teilnehmer/-innen der NEU:DENK2017. Welche Forderungen die Geflüchteten und Praktiker/-innen der Jugendarbeit konkret forumuliert haben, ist auch in der Pressemitteilung zur NEU:DENK2017 nachzulesen. Neudenken mit BJR-Präsident Matthias Fack: Junge Geflüchtete wollen sich einbringen from Bayerischer Jugendring on Vimeo.  

Willkommen: Tipps und Tricks

Wer neu in ein Land kommt, ist oft verunsichert, wie hier die Dinge funktionieren. Wie begrüßen sich Bekannte, wie Unbekannte? Was wird in dieser Gesellschaft als besonders bedeutend erachtet? Das sind nur einige der Fragen, die der Welcome-Guide, ein Kooperationsprojekt des Medienzentrums München und der Landeshauptstadt München zu beantworten sucht. Jugendliche mit Fluchterfahrung haben gemeinsam mit Jugendlichen ohne Fluchterfahrung kurze Videoclips erstellt, die maximal drei Minuten dauern und spielerisch erklären, wie man sich eine Fahrkarte kaufen oder Stromsparen geht, aber auch was man machen kann, wenn es einem einfach nicht gut geht. Alle Videos sind auf verschiedenen Sprachen erschienen, u.a. Deutsch, Dari, Englisch, Farsi, Französisch, Somali, Sorani, Urdu. Hier das Erklärvideo des Projekts: Ein Beispiel zum Thema Essen: Wie man ein Ticket kauft Zu allen Videos des Welcome-Guides. Der Welcome-Guide ist ein Projekt des Medienzentrums München des JFF, in Zusammenarbeit mit dem Sozialreferat und dem Stadtjugendamt der Stadt München und Pomki.de, das offizielle Kinderportal der Stadt München.

© Foto | Jugendinformation Nürnberg

Spielerisch die neue Heimat erkunden

Stadtteilerkundungen und Stadtspiel der Jugendinformation Nürnberg für junge Geflüchtete Lerne Nürnberg kennen! Gerade für Jugendliche ist es besonders wichtig, mit Orten vertraut zu sein, an denen sie ihre Freizeit außerhalb des eigenen Zuhauses mit Freunden verbringen können, Treffpunkte und Freizeitangebote zu kennen, bei denen sich Gleichaltrige treffen. Eine Stadt wie Nürnberg hat da auch Einiges anzubieten. Die Jugend Information Nürnberg macht deswegen Angebote speziell für junge Geflüchtete, bei denen sie sich ihre Stadt bzw. ihren Stadtteil erschließen und die Nürnberger Infrastruktur für Kinder und Jugendliche kennenlernen können. Das sind einerseits Stadtteilerkundungen für junge Geflüchtete von 12 bis 27 Jahren und junge geflüchtete Eltern aus Gemeinschaftsunterkünften der Nürnberger Südstadt. Zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden die Teilnehmer/-innen in Begleitung ihren und angrenzende Stadtteile. Die Gruppenausflüge für jeweils bis zu 15 Personen finden an 20 Terminen im Jahr statt. Sie orientieren sich inhaltlich am Bedarf der Teilnehmer/-innen und stellen integrative, nachhaltige und vor allem kostengünstige Angebote und Möglichkeiten zur Gestaltung der Freizeit und des Alltags in Nürnberg vor. Jede Erkundung ist kombiniert mit dem …

Wer spielt die Musik?

Seit zwei Jahren sind Schüler/-innen der Berufsintegrationsklassen bei Radio Klangbrett auf Sendung. Sechs Schüler/-innen arbeiten zusammen mit einer Sozialpädagogin an ihrer Radiosendung, suchen Songs raus, die aus ihrem Heimtland kommen und erzählen dann live im Studio, warum sie dieses Lied gewählt haben. Wie zum Beispiel Can, der aus Syrien nach Deutschland geflohen ist und nun hofft, sich hier ein neues Leben aufbauen zu können. Er nutzt die Zeit bei Radio Klangbrett, um besser Deutsch zu lernen, neue Kontakte zu knüpfen und bekommt zusätzlich die Gelegenheit hier Erfahrungen mit Medien zu sammeln. „Musik verbindet und es ist ein Stück Heimat für die Jugendlichen, „Musik verbindet und es ist ein Stück Heimat für die Jugendlichen, über das sie gerne reden, das ist etwas, das sie alle verbindet“, sagt die Sozialpädagogin Cetinköprülü, die an der Berufsschule 1 arbeitet und die jungen Geflüchteten zu ihren Terminen im Sender begleitet. Die Schüler/-innen der Berufsintegrationsklasse haben meist Fluchthintergrund, sie kommen u.a. aus Afghanistan, Syrien, Pakistan, Iran. Radio bietet vielfältige Möglichkeiten, Fähigkeiten und Talente der Schüler/-innen zu entdecken und auszubauen, ob es …

Nach den Sternen greifen

Bildung ist ein Menschenrecht und weit mehr als das: es ist ein zentrales Instrument, das Menschenrechten zur Geltung verhilft. Denn wer Zugang zu Schule, Universität, Ausbildung hat, der kann vielleicht nicht nach den Sternen greifen, aber der- oder diejenige hat mehr Perspektiven und bessere Chancen im Leben. Ein Wunsch, der viele junge Menschen mit Fluchterfahrung antreibt, sich aber nicht immer erfüllt. Bildung mit Brief und Siegel und Herzensbildung – beide sind überlebenswichtig in einer sich ständig selbst optimierenden Leistungsgesellschaft. Der Zugang zu beiden Arten von Bildung ist ein Menschenrecht, denn erst umfassende Bildung ermöglicht die Entwicklung und Entfaltung einer eigenständigen reifen Persönlichkeit. Vor allem eröffnet Bildung den Zugang zu einer neuen Welt. Einer Welt, in der man mit dem gelernten Beruf z.B. seine Familie ernähren kann oder auch einfach nur seinen Interessen nachgehen kann. Einen unverzichtbaren Beitrag dazu leistet die Jugendarbeit, denn als zentraler Ort nonformaler Bildung bietet sie Orientierungs- und Erprobungsräume an und die Chance, die eigenen Interessen und Stärken zu entdecken und zu sortieren. Sie ermöglicht Erfolgs- und Gemeinschaftserlebnisse, wie Bildung ist die …

Schutz versus Schutzlosigkeit

Schutz vor Diskriminierung, Schutz vor Ausbeutung, das sind nur einige der grundlegenden Rechte, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgehalten sind. Und Schutz ist auch in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. Doch wer über Schutz redet, der muss vor allem über Schutzlosigkeit sprechen, eine Erfahrung, die viele junge Geflüchtete machen. Kinder und Jugendliche dürfen nicht ausgebeutet werden, in keiner Form – die Erwachsenen um sie herum sind verpflichtet, sie vor Schaden zu bewahren und sie zu schützen, gesetzlich und, mehr noch, ethisch. Vor jeder Art von Missbrauch, vor seelischer und körperlicher Gewalt, vor Vernachlässigung, Heimat- und Familienlosigkeit, vor Diskriminierung und Verachtung. Schutz ist Beziehungsarbeit Schutz zu bieten in der Jugendarbeit bedeutet, jedem und jeder zu ermöglichen, die eigenen Möglichkeiten und Stärken auszuprobieren – in einem geschützten Raum. Es geht darum, die Potentiale des/der Einzelnen zu fördern. Schützen bedeutet auch Beziehungsarbeit, die Aufgabe, stabile soziale Beziehungen aufzubauen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung ist die Vertrauensbildung besonders wichtig Gerade bei Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung ist diese Vertrauensbildung besonders wichtig, denn die Jugendlichen, die zu uns …

Jugendarbeit für Menschenrechte

Am 10. Dezember vor 68 Jahren verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Für das Aktionsprogramm „Flüchtlinge werden Freunde“ nehmen wir diesen Gedenktag zum Anlass, uns zu vergegenwärtigen, welche Bedeutung die Menschenrechte für die Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten haben. Denn die Arbeit mit dieser neuen und wichtigen Zielgruppe verlangt auch, dass wir stärker als bisher die Grundprinzipien der Jugendarbeit in den Blick nehmen: freiwillig, selbstorganisiert und demokratisch. Selbstreflexion und interkulturelle Öffnung gehören dazu. Und das alles hat mit Menschenrechten zu tun. Viele junge Geflüchtete haben die Missachtung dieser Rechte in ihren Heimatländern erfahren und erleben auch hier wieder Ungleichbehandlung und Diskriminierung. In der Jugendarbeit können wir Gemeinschaft und Begegnung auf Augenhöhe leben – die beste Grundlage für Freundschaft. Dazu wollen wir ermutigen – und dazu, in der täglichen Arbeit die eigene Haltung zu überprüfen, sich bewusst zu machen, warum wir tun, was wir tun. Lust darauf machen, den Blick zu weiten und so große und universale Rechte wie das auf Gleichheit, Freiheit oder Bildung als Orientierung zu nehmen, wenn wir in …

Bamberg im Takt

„Bamberg im Takt“ ist ein integratives Musikprojekt von ja:ba – der Offenen Jugendarbeit Bamberg – für junge Flüchtlinge sowie für Jugendliche und junge Erwachsene aus Bamberg. Das musik- und medienpädagogische Projekt bestand aus zwei Workshops. Zum einen produzierten Jugendliche ihre eigenen Raptexte in Deutsch oder in der jeweiligen Muttersprache wie etwa Farsi oder Portugiesisch. Diese Texte wurden unter musikpädagogischer Anleitung eingeübt und schließlich im Tonstudio aufgenommen. Zum anderen wurde die Musikproduktion von den jungen TeilnehmerInnen filmisch begleitet und dokumentiert. Ein medienpädagogisches Team unterstützte die Jugendliche bei der medialen Umsetzung inklusive der Drehbuch-, Dreh- und Schnittarbeiten. Universelle Sprache der Integration „Bamberg im Takt“ verfolgte dabei insbesondere zwei Ziele: Den TeilnehmerInnen und Teilnehmern wurde unabhängig ihres kulturellen Hintergrunds eine Plattform geboten, um ihre Geschichten in die Öffentlichkeit zu tragen. Denn die jungen Menschen bringen neben einer sprachlichen auch eine kulturelle Vielfalt mit nach Bamberg. Diese Diversität und dieses kreative Potential bereichert unsere Gesellschaft. Darüber hinaus führte das Projekt Jugendliche mit und ohne Fluchthintergrund zusammen. Über das gemeinsame kreative Schaffen entstanden viele Begegnungen und einige Freundschaften. Das gemeinsame …

© Foto | SJR Aschaffenburg

Kochen verbindet…

sagt Andrea Hefter, Integrationskoordinatorin des SJR Aschaffenburg, die regelmäßig jeden Dienstag einen gemeinsamen Kochabend im Jugendhaus (JUKUZ) veranstaltet. Bis zu 50 Teilnehmer/-innen nehmen an der Veranstaltung „Aschaffenburg ist bunt“ teil. Das Projekt wird von Flüchtlinge werden Freunde unterstützt. Der SJR Aschaffenburg zählt zur Projektregion Unterfranken.