Alle Artikel mit dem Schlagwort: Jugendintegrationsbegleiter

Jeder Mensch hat was Gutes

Karssli ist seit zwei Jahren in Deutschland, studiert soziale Arbeit und ist Jugendintegrationsbegleiter (Jib). Für das Studium der sozialen Arbeit hat er sich entschieden, weil er schlichtweg begeistert war vom ehrenamtlichen Engagement der Jugendarbeit. Karssli ist ein weltoffener und grundsympathischer Mensch, der nicht nur fließend Deutsch sondern auch Fränkisch spricht. Wir haben uns mit ihm getroffen, um über die Fortbildung zur/m Jugendintegrationsbegleiter_in zu sprechen, die wir auch dieses Jahr anbieten, und über seine Erfahrungen in einem neuen Land. Was bedeutet es für Dich Jugendintegrationsbegleiter zu sein? Es war einfach sehr cool mit in der Gruppe der Jugendintegrationsbegleiter_innen zu sein. Weil jede_r mit seiner/ihrer Erfahrung und seiner/ihrer Weltperspektive da war. Und danach hatten wir die Möglichkeit unsere Erfahrungen direkt an die Leute zu geben. Wir waren in einer Schule, haben unsere Kultur erklärt und woher wir kommen. Dann waren wir an der Fachhochschule und auch bei Student_innen der sozialen Arbeit. Hier waren die Themen Religion und religiöse Vielfalt und das war auch richtig toll. Weil die Leute hören ja von uns, aber keiner spricht mit uns. …

Durch den inneren Wald in die Klarheit

Die Jib (Jugendintegrationsbegleiter_innen) sind „Expert_innen in eigener Sache“. Weil sie wissen wie es sich anfühlt fremd zu sein und weil sie wissen wie man Brücken baut. Osama Albernawi lebt mit seinen Eltern und Geschwistern in Würzburg und studiert Physik. Die eigenen Grenzen kennen Unsere Werte bestimmen oft unsere persönlichen Grenzen. Meine Werte führen dazu, dass ich manche Grenzen ungern überschreite. Eine dieser Grenzen ist für mich, »Nein« zu sagen. Es geht mir einfach gegen den Strich, eine Bitte von einem Freund abzulehnen! Freunde sind immer füreinander da! Und somit überschreite ich meine Grenzen bzw. übersehe ich sie und vor allem übersehe ich meine Bedürfnisse. Es ist mir auch ein großes Anliegen, dass ich andere nicht enttäusche, obwohl ich weiß, dass mein »Nein« gar nicht immer als Enttäuschung betrachtet wird. Durch die Erfahrungen in der Summer School »JugendintegrationsbegleiterInnen« bin ich jetzt doch einbisschen anders geworden. Ich habe durch unterschiedliche Erfahrungen das »Neinsagen« gelernt. Ich habe durch unterschiedliche Erfahrungen das »Neinsagen« gelernt. Dort haben wir mit anderen an einem Projekt gearbeitet. Es war für mich sehr wichtig, …

Nutzt eure Macht!

Die Jib (Jugendintegrationsbegleiter_innen), Begleiter_innen und Berater_innen für die Jugendarbeit sind „Expert_innen in eigener Sache“. So wie Moheeb Maktabi. Er ist seit zwei Jahren in Deutschland und studiert Informatik in Würzburg. Eigentlich wollte ich mit einem Studentenvisum nach Deutschland kommen, aber das ist abgelehnt worden. Deswegen musste ich nach Deutschland fliehen. Ich kann nicht verstehen, warum der Pass über die Chancen einer Person bestimmt. Was ist anders hier? Die Familienbeziehungen sind hier in Deutschland anders als in Syrien. Ich bin kein großer Familienfan, aber in Syrien sieht sich die Familie häufig, oft jede Woche. Man verbringt den ganzen Abend gemeinsam im Restaurant, raucht Shisha, wer Alkohol trinkt, trinkt Alkohol. Man verbringt den ganzen Abend gemeinsam. Das ist hier anders. Freunde in Syrien zu sein, bedeutet »brotherhood« (Brüderschaft). Bei uns gibt es keine Grenzen im Umgang unter Freunden. Was können wir voneinander lernen? Bei Fehlern der Mächtigen nicht zu schweigen! Und wenigstens zu versuchen aufzustehen und dagegen vorzugehen. Auch wenn es nicht klappt. Es wenigstens versuchen und nicht schweigen. Schweigen ist Gold – aber nicht in diesem …

Ich vermisse den Frieden

Die Jib (Jugendintegrationsbegleiter_innen),  Begleiter_innen und Berater_innen für die Jugendarbeit. Sie sind „Expert_innen in eigener Sache“.  So wie Basel Asideh. Hier erzählt er über seine Erfahrungen. Als ich neu in Deutschland angekommen bin, hat sich die Kultur für mich wie ein Buch geöffnet. In jeder Lebensphase meiner Zeit hier konnte ich ein neues Kapitel dieses Buchs lesen und auch etwas Neues lernen. Bei jedem neuen Schritt, den ich gemacht habe, haben mich so viele tolle Menschen begleitet. Ich habe gelernt, wenn man offen ist, kommen genau die Menschen in dein Leben, die du in jenem Moment brauchst. Mit wem arbeitest du am liebsten? Ich liebe meine Arbeit und ich helfe Menschen gerne. Ich kann nicht sagen, ob ich mit Kindern, Jugendlichen oder älteren Menschen am liebsten arbeite. Ich kann mich einfach sehr gut mit anderen identifizieren unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion oder Kultur. Wenn ich arbeite, gebe ich einfach viel Liebe; also Wertschätzung, Anerkennung und Leidenschaft. Das braucht aus meiner Sicht jeder. Was können wir voneinander lernen? Was mir in der deutschen Gesellschaft manchmal fehlt, ist …

Wir sind was wir tun…

Die Jib (Jugendintegrationsbegleiter_innen), das sind eure Begleiter_innen für die Jugendarbeit. Denn sie sind  „Expert_innen in eigener Sache“. Weil sie wissen wie es sich anfühlt fremd zu sein und weil sie wissen wie man Brücken baut. Mohamed Dweidary ist einer von ihnen. Er ist 25 Jahre alt, hat in Syrien Jura studiert und bereitet sich momentan auf sein Studium in Deutschland vor. Mit wem arbeitest du am liebsten? Am liebsten arbeite ich mit Menschen, die ebenfalls migriert sind. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen können sie schneller und besser Verständnis für unsere Situation aufbauen. Was können wir voneinander lernen? Geduld! Alles braucht Zeit. Achtung vor Stereotypen! Nicht alle Deutschen sind … , nicht alle Geflüchteten sind … . Nicht alle Deutschen sind … , nicht alle Geflüchteten sind … . Es ist wichtig, andere Meinungen zu respektieren und zu akzeptieren. Und was religiöse Ansichten betrifft: Man sollte immer offen und verständnisvoll sein, damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich mache die Dinge hier anders als in Syrien. Ich passe mich an die Situation an. An Deutschland schätze ich …

© Foto | Osama Albernawi 2017

Brücken bauen und Grenzen auflösen

Die JIB (Jugendintegrationsbegleiter_innen), das sind eure Begleiter_innen für die Jugendarbeit. Denn sie sind  „Expert_innen in eigener Sache“. Weil sie wissen wie es sich anfühlt fremd zu sein, oder besser als fremd wahrgenommen zu werden, und weil sie wissen wie man Brücken baut und wie sie ihre Expertise weitergeben können. Sie sind selbst migriert oder geflohen und haben im letzten Jahr die Summer School des Bayerischen Jugendrings besucht. Mit dabei war auch Maria Prahl, Prozessbegleiterin der Fortbildung und interkulturelle Trainerin. Ihr Rückblick auf die Qualifizierung ist zuerst im SIETAR Journal für interkulturelle Perspektiven, 2, 2017, mondiale, erschienen. Der Weg zum/r Jugendintegrationsbegleiter_innen (jib) In der Summer School »Jugendintegrationsbegleiter_innen« qualifiziert der Bayerische Jugendring in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring München-Land und der Jugendbildungsstätte Unterfranken junge Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung zu Begleiter_innen für die Jugendarbeit. Die Fortbildung ist Teil des Aktionsprogramms »Flüchtlinge werden Freunde«. Zu wenige Menschen mit eigener Flucht- oder Migrationserfahrung nehmen bisher (in der Jugendarbeit) eine Vermittlerfunktion ein. Um diese Lücke zu schließen und das Potenzial von Expert_innen in eigener Sache zu nutzen, ist die Fortbildung konzipiert worden. …

Pinnwand mit verschiedenen Bildern, eine Hand zeigt darauf

Schreib mich auf Arabisch

Seit Sommer 2017 läuft die Qualifizierungsreihe zum/zur Jugendintegrationsbegleiter_in (JIB), bei der  junge Menschen mit Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund zu Begleiter_innen für die Jugendarbeit ausgebildet werden. Ein Schwerpunkthema im Jahr 2017 von Flüchtlinge werden Freunde. Die Teilnehmer_innen sind zwischen 19 und 29 Jahren alt, viele studieren und haben gute Deutschkenntnisse. Und es sind Menschen, die motivieren können und wollen. Deshalb sind sie auch beim Mitanand Open Air mit dabei. Was macht ihr beim Mitanand? Wir machen eine kleine Kalligrafie-Aktion: Die JIBs schreiben die Namen der Besucher_innen in verschiedenen Alphabeten und gestalten daraus kleine Karten zum Mitnehmen. Außerdem ist ein Quiz geplant: wir haben uns Fragen ausgedacht, die die Vielfalt der verschiedenen Herkunftsgesellschaften abbilden und Stereotype relativieren oder, besser noch, verändern helfen sollen. Was ist das Besondere der Jugendintegrationsbegleiter_innen? Die Teilnehmer_innen kommen aus verschiedenen Kontexten und lernen in der Summer School u.a. Strukturen und verschiedene Träger und Einrichtungen der Jugendarbeit kennen, haben ein Antirassismustraining hinter sich, lernen etwas über interkulturelle Kommunikation usw. Die Fortbildung befähigt sie, Jugendarbeit immer dann kompetent zu begleiten, wenn es um das Thema Integration geht. In  …

Ausatmen, Kaffee trinken, Selbermachen…

Eindrücke aus der Summer School der Jugendintegrationsbegleiter_innen Miteinander statt übereinander reden, ist das Credo hinter der Idee der Qualifizierungsreihe zum/r Jugendintegrationsbegleiter_in. Und das Herzstück von Flüchtlinge werden Freunde. Letzte Woche vom 11. bis 18. August waren die Teilnehmer_innen der Summer School für die Jugendintegrationsbegleiter_innen zu Gast auf der Burg Schwaneck, aber auch zu Besuch im Bayerischen Jugendring und bei LOK Arrival in der Bayernkaserne. Am Donnerstag, 17. August, sind wir zu Besuch. Erst mal die Informationen  sacken lassen, zur Ruhe kommen und dann eigene Ideen entwickeln, das war das Thema am Ende dieser Woche. Eine Woche voller Input und Wissen liegt hinter den elf Teilnehmer_innen. Alle von ihnen haben Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund. Im Gruppenraum, dem Turmzimmer der Burg, hängen die Ergebnisse der letzten Tage. Diskutieren, Ideen austauschen, kreativ Arbeiten „Ich bin total begeistert und glücklich mit dieser Gruppe, es sind so tolle Leute“ sagt Maria Prahl, Trainerin von Working between Cultures.  Maria ist eine von vier Trainerinnen, die die Fortbildung begleiten. Mit im Team sind weitere Pädagog_innen der Jugendbildungsstätte Unterfranken und der Burg Schwaneck. „Die erste …