Alle Artikel mit dem Schlagwort: Jugendarbeit

© BJR

Was Omran sagt – oder: es ist kompliziert…

Auf der NEU:DENK 2017 am 3. und 4. Februar wurde viel gedacht, diskutiert, konzipiert, Visionen und Forderungen entworfen. Fachkräfte und Ehrenamtliche aus der Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten brachten ihre Ideen mit. Omran Kassem, 18-jähriger Berufsschüler aus Nürnberg, hat in Vorbereitung auf die NEU:DENK Freund/-innen und Mitschüler/-innen zu ihrer Lebenssituation, ihren Problemen und Wünschen befragt und die Ergebnisse schriftlich zusammengefasst. Dies ist das Ergebnis: ein persönlicher, authentischer, optimistischer Blick auf die Lebenslagen von jungen Geflüchteten in diesem Land und eine klare Einschätzung, was wünschenswert wäre: Den Leuten Zugang zu den Sprachkursen ermöglichen in dem Moment, in dem sie in Deutschland ankommen, und nicht erst, wenn sie die Aufenthaltserlaubnis bekommen. Die Flüchtlinge sind nicht zufrieden, wenn sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bekommen. Sie wollen selbständig und unabhängig sein! Die Flüchtlinge sind nicht zufrieden, wenn sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bekommen und wollen selbständig und unabhängig sein. Sie können auch vorteilhaft für die Wirtschaft sein. Sie können die wirtschaftlichen Leistungen verbessern, da man mit ihnen viele Arbeitsplätze besetzen kann. Zudem ist es doch sowieso viel zu …

© JDAV | Jugend Omega

Vom Begegnungswochenende zur Jugendgruppe

Schlittenfahren, Skifahren, Schlittschuhfahren, Hüttenschuhe nähen; das sind nur einige vielversprechende Programmpunkte der neu gegründeteten Jugend Omega der Sektion München des Deutschen Alpenvereins (DAV). Alle zwei Wochen treffen sich Jugendliche mit und ohne Fluchthintergrund, um gemeinsam in die Berge zu gehen, zu Bouldern oder einfach zusammen einen Spieleabend zu verbringen. Selber machen lassen! „Ziel ist, dass vor allem die Geflüchteten selber zum Motivationsmotor werden, indem sie aktiv in der Gruppenleitung werden und sich gemeinsam mit nicht Geflüchteten austauschen können,“ sagt der Bildungsreferent der JDAV Jugend Andreas Geiss zu dem neuen Angebot. „Hier können Jugendliche gemeinsam Verantwortung übernehmen, eigene Angebote zusammenstellen und damit mehr in die Verantwortung gehen – wie bei allen anderen Jugendgruppen eben auch. Und natürlich steht der Spaß mit im Vordergrund!“ © Foto | Eleleleven | CC BY SA 2.0 An den Gruppenabenden können alle auch ohne DAV-Mitgliedschaft teilnehmen. Wer in den Genuss des Freizeitprogramms kommen möchte, etwa Skifahren oder Wandern will, muss DAV-Mitglied werden. Allerdings können Geflüchtete mit der Kopie ihres Aufenhaltstatus die Mitgliedschaft umsonst bekommen. Aus einem Begegnungswochenenende zur Jugendgruppe Entstanden ist …

© BJR

Junge Geflüchtete wollen partizipieren…

… bestätigt und stärkt Matthias Fack, BJR-Präsident die Wünsche und Forderungen der Teilnehmer/-innen der NEU:DENK2017. Welche Forderungen die Geflüchteten und Praktiker/-innen der Jugendarbeit konkret forumuliert haben, ist auch in der Pressemitteilung zur NEU:DENK2017 nachzulesen. Neudenken mit BJR-Präsident Matthias Fack: Junge Geflüchtete wollen sich einbringen from Bayerischer Jugendring on Vimeo.  

© BJR

Stimmen von der NEU:DENK2017

NEU:DENK, das waren zwei Tage lang Input, Diskussionen, Austausch, Gelächter und Tanzen in einer offenen und partizipativen Atmosphäre. 70 Teilnehmer/-innen, darunter 30 mit Fluchterfahrung setzten sich in Workshops zusammen und formulierten Forderungen und Denkanstöße für die Politik. Denn die NEU:DENK2017 hatte zum Ziel die Stimmen derjenigen stark zu machen, die in der Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten bereits tätig sind und hier auf Herausforderungen und zum Teil auch auf Hindernisse stoßen. Vor allem aber ging es darum die Stimmen derjenigen laut machen, um die es im Aktionsprogramm zentral geht: junge Geflüchtete. Zentrale Punkte waren der Wunsch nach schnelleren Asylverfahren, einer bedarfsgerechten Unterstützung von jungen Geflüchteten in der Jugendhilfe über das 18. Lebensjahr hinaus und die Umsetzung der 3-plus-2-Regelung, also keine Abschiebung während der dreijährigen Ausbildung und den sich anschließenden beiden Beschäftigungsjahren. Neudenken, zusammendenken, weiterdenken Während der Konferenz nahmen sich ein paar Teilnehmer/-innen Zeit, ihre Forderungen, Erfahrungen auf Video zu teilen: So fordert Addis Mulugeta, Journalist, der selbst Fluchterfahrung hat, junge Geflüchtete nicht so lange im Ungewissen zu lassen, ob sie bleiben können oder gehen müssen. Neudenken …

Willkommen: Tipps und Tricks

Wer neu in ein Land kommt, ist oft verunsichert, wie hier die Dinge funktionieren. Wie begrüßen sich Bekannte, wie Unbekannte? Was wird in dieser Gesellschaft als besonders bedeutend erachtet? Das sind nur einige der Fragen, die der Welcome-Guide, ein Kooperationsprojekt des Medienzentrums München und der Landeshauptstadt München zu beantworten sucht. Jugendliche mit Fluchterfahrung haben gemeinsam mit Jugendlichen ohne Fluchterfahrung kurze Videoclips erstellt, die maximal drei Minuten dauern und spielerisch erklären, wie man sich eine Fahrkarte kaufen oder Stromsparen geht, aber auch was man machen kann, wenn es einem einfach nicht gut geht. Alle Videos sind auf verschiedenen Sprachen erschienen, u.a. Deutsch, Dari, Englisch, Farsi, Französisch, Somali, Sorani, Urdu. Hier das Erklärvideo des Projekts: Ein Beispiel zum Thema Essen: Wie man ein Ticket kauft Zu allen Videos des Welcome-Guides. Der Welcome-Guide ist ein Projekt des Medienzentrums München des JFF, in Zusammenarbeit mit dem Sozialreferat und dem Stadtjugendamt der Stadt München und Pomki.de, das offizielle Kinderportal der Stadt München.

Meine Heimat – Deine Heimat

Das interkulturelle Mühlenfest im Juli 2016 war ein Höhepunkt des Projekts „Meine Heimat – Deine Heimat“ – , das sich für ein friedliches Miteinander im Landkreis Augsburg-Land einsetzt. 1300 Gästen, darunter ca. 400 Geflüchtete nahmen an dem vielseitigen Programm teil, etwa Lenkdrachen bauen, Bubbleball spielen, Action-Painting ausprobieren und vieles mehr. Ziele von „Meine Heimat – Deine Heimat“, das u.a. auch ein Stadtbauspiel und Spielmobil in den Ferienzeiten für junge Geflüchtete anbietet, sind neben der Schaffung gemeinsamer Freizeitangebote, die Prävention von Rassismus und eine Stärkung des interkulturellen Austausches, etwa über Bräuche, Gewohnheiten und Wünsche. Mehr Beispiele finden sich in der Dokumentation des Projekts, die hier zum Nachlesen verlinkt ist. Bereits 2016 hat sich der Landkreis Augsburg-Land für Toleranz und ein friedliches Miteinander eingesetzt. Von Herbst 2015 bis Sommer 2016 wohnte eine Gruppe unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in einem vom Kreisjugendring betriebenen Übernachtungshaus. Der Kreisjugendring Augsburg-Land ist vielseitig engagiert im Bereich der Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten. Er bildet zusammen mit dem Stadtjugendring Augsburg (SJR) und dem KJR Aichach-Friedberg die Projektregion Schwaben des Aktionsprogramms „Flüchtlinge werden Freunde“ des Bayerischen …

© Foto | Andreas Keilholz

Jugendarbeit sichtbar machen

Die Leistungen der Jugendverbände zu dokumentieren und auf diese Weise sichtbar zu machen, was bereits in der Jugendarbeit läuft auf diese Weise sichtbar zu machen, was bereits in der Jugendarbeit läuft, an Beispielen und Aktionen mit jungen Geflüchteten, das war ein Kernanliegen dieser Aktion“, sagt Frank Brütting, Verbandskoordinator des Stadtjugendrings Augsburg (SJR) und Ansprechpartner für die Projektregion Schwaben. Zum Beispiel Lenkdrachen bauen mit dem Drachenstarterkit, das Augsburger Jugendverbände kostenlos bestellen können, in der Villa k im Jugendzentrum gemeinsam kochen oder gemeinsam gärtnern im interkulturellen Garten des Jugendhauses Linie 3 in Pfersee. Qualifizierungsmaßnahmen für Ehrenamtliche, wie etwa interkulturelle Trainings oder das Bauprojekt „Bank der Begegnung“ mit der Pfarrjugend „Herz Jesu“ sowie zahlreiche Veranstaltungen, darunter Filmabende oder die Fotoaustellung „Refugees Photos“. Alle Postkarten im Überblick. Die Projektregion Schwaben setzt sich aus dem KJR Aichach-Friedberg, dem KJR und dem SJR Ausgburg zusammen. Zusammen bilden sie die Projektregion Schwaben des Aktionsprogramms „Flüchtlinge werden Freunde“.

„Wir bewegen das Land“

Auf dem Land wird Integration gelebt, so der vielversprechende Ansatz des Werkbriefes „Integration auf dem Land“ der Katholischen Landjugendbewegung Bayern. Darin stellen sie zahlreiche Initiativen und Ideen vor, etwa das Engagement der Jugendarbeit im Landkreis Lindau, die in Zusammenarbeit mit der St. Gallus-Hilfe Lindau das Projekt „Jugendarbeit für alle“ angestoßen haben, das verstärkt Jugendliche mit Migrationshintergrund, einer Behinderung und junge Geflüchtete in die Jugend(verbands)arbeit integrieren möchte. Oder die interkulturelle Mädchenarbeit der PSG Bayern, die einen Methodenkoffer zum Ausleihen entwickelt hat, der Material für Gruppenstunden und passendes Zubehör für verschiedene Alterstufen enthält. Ergänzt wird der Werkbrief von grundlegenden Überlegungen zur Integration und einem Methodenteil für die praktische Arbeit. Der Werkbrief „Integration auf dem Land“ wurde von der Katholischen Landjugendbewegung Bayern herausgegeben. Er folgt auf den Werkbrief „Flucht. Zuflucht. Asyl“, der gemeinsam mit der Evangelischen Landjugend erstellt wurde. Der Werkbrief ist hier erhältlich.

© Foto: Addis Mulugeta

Neudenken mit Addis Mulugeta

Nur noch wenige Wochen bis zur Konferenz NEU:DENK2017 , die vom 3. und 4. Februar im Bellevue die Monaco in München stattfindet. Der Name ist das Ziel, denn die NEU:DENK2017 will frischen Wind und frische Gedanken in den Themenkomplex Flucht und Asyl bringen. Sie richtet sich an junge Geflüchtete und Praktikerinnen der Jugendarbeit mit Geflüchteten. Addis Mulugeta ist 33 Jahre alt und Journalist. Er kommt aus Äthiopien. Dort arbeitete er bei einer englischsprachigen Zeitung. Da er seine Profession ernst nahm und als kritische Stimme berichtete, wurde er von der Regierung verfolgt. Ende 2009 floh er aus Äthiopien nach Deutschland. Gründer und Kritiker Schon bald setzte Addis Mulugeta sich dafür ein, geflüchteten Menschen eine Stimme zu verleihen. Dazu gründete er das Magazin heimfocus, das genau dies ermöglichte. 2011 wurde ihm der Friedenspreis der Stadt Würzburg verliehen. Addis Mulugeta studierte in Würzburg Betriebswirtschaft und betreut in Würzburg Geflüchtete. Gemeinsam mit Caroline von Eichhorn hat er das Buch „Neu in Deutschland“ verfasst, das Porträts von Geflüchteten und ihren Wünschen und Zielen sammelt. Bei NEU:DENK2017 möchte Addis Mulugeta seine …