Alle Artikel mit dem Schlagwort: Jugendarbeit

Menschen, die zu Fuß durch Europa gehen…

Eine europäische Perspektive auf Flucht? Wie kann sie aussehen? Was kann Jugendarbeit hier tun? Und vor allem: wie kann eine europäische Jugendarbeit aussehen? Wir haben die Veranstaltung  „New Perspectives. European Experiences of Youth Work and Migration“ genutzt und die Experten vor Ort befragt: Alexios Georgalis reiste für die Veranstaltung aus Griechenland an. Er arbeitet unter anderem als Berater für die Vereinten Nationen und ist ein Pfadfinder mit einem goldenen Herz. Er war unter anderem mit Pfadfindergruppen in Flüchtlingslagern und den Häfen auf Lesbos unterwegs, um das Leben der Menschen erträglicher zu gestalten. Und sei es nur, Kindern Luftballons zu schenken. Er antwortet folgendermaßen: „Europa kam mir auch sehr groß vor, aber ich sehe jetzt, dass Leute durch Europa laufen. Europa ist klein. Es wäre unglaublich wichtig, Know-how auszutauschen. Deutschland hat eine Jugendarbeit, die  Jahrzehnte zurückblicken kann. Das ist in Griechenland nicht der Fall. Wir mussten Sachen entdecken, sage ich mal so. Wir haben an der Front Sachen gesehen, die man theoretisch nicht begreifen kann. Wir haben an der Front Sachen gesehen (in den Camps, Anmerkung der …

Mädchen klettert an runder Kletterscheibe

© Jugendfreizeitstätte Planet 'O'

Singen, Slacklinen, Posen

Nicht nur Konzerte erleben, sondern selbst mitmachen, Jugendarbeit erleben, ins Gespräch kommen, lachen! – auch das wird das Mitanand Open Air.  Denn viele Organisationen der Jugendarbeit bringen ihre Angebote live aufs Festivalgelände. Auch die Jugendfreizeitstätte Planet ‚O‘ des Kreisjugendring München-Land ist mit dabei. Der Kreisjugendring ist gleichzeitig auch Anlaufstelle für das Aktionsprogramm Flüchtlinge werden Freunde in der Projektregion Oberbayern. Was macht ihr beim Mitanand? Wir bringen eine Slackline mit und eine Kletterscheibe, die sich dreht und kippt, für alle, die Lust auf sportliche Aktivität haben. Wer sich schon mal warm singen und tanzen will, für den haben wir eine Playstation 3 dabei mit SingStar und Guitar Hero. Freizeitangebote, bei denen jede/r mitmachen kann und die wir auch in der Jugendarbeit mit Geflüchteten zum Einsatz bringen. Und unsere Polaroid-Fotobox, in der man sich fürs Erinnerungsfoto vom Mitanand sogar noch schnell mit unseren mitgebrachten Accessoires stylen kann. Was macht ihr in der Jugendarbeit mit Geflüchteten? Wir wollen Menschen zusammen bringen, Kennenlernen und Gemeinschaftserlebnisse in einer freundschaftlichen, entspannten Atmosphäre ermöglichen. Deshalb organisieren regelmäßig gemeinsames Fußballspielen für Jugendliche und …

© Sella Design

Jugendarbeit ist ein Zuhause

Die Jugendarbeit: Das erste Zuhause Doch wie wichtig war die Jugendarbeit für mich in all dieser Zeit? Zwischen Ankunft und heute? Für mich war sie sehr wichtig. Zum Einen, weil ich einfach einen Ort hatte, an dem eine andere Art der Ablenkung stattfand. Es war möglich, die sonstigen Umstände zu vergessen und einfach Kind zu sein. Und das auf eine ganz andere Art und Weise als in der Schule, in der Leistung immer noch eine große Rolle spielte. Vor allem in unserem Fall, wo die Vorstellung, dass Integration an der Schulleistung und dem Erfolg in der Schule zu messen ist, der Schule die Möglichkeit nahm, ein Raum zu sein, an dem man seinen Status vergessen kann. Der Sport war nicht davon überschattet, sondern bot eine Zeit an, in dem nur der Spaß am Training und am Spiel eine Rolle spielte und blendete für diese Zeit den Rest aus. Gleichzeitig hatte ich etwas Sinnvolles zu tun. Das kann einen davon abhalten, auf blöde Ideen zu kommen, was (unabhängig von Herkunft oder sonstigen Hintergründen) passieren kann, wenn …

© Sella Design

Neun Jahre Ungewissheit

Mein Name ist Arbion Gashi. Ich bin 22 Jahre alt, studiere „Philosophy and Economics“ an der Universität Bayreuth und bin seit über zwei Jahren der Vorsitzende der Kommission Integration und Interkulturelle Arbeit des Bayerischen Jugendrings. Und ich bin ein Geflüchteter. Aber der Reihe nach. Hier möchte ich versuchen, einen Teil meiner Geschichte zu erzählen und dabei auch über die Jugendarbeit sprechen, die mich seit langem geprägt hat und das bis heute tut. Auf die Jugendarbeit und ihre Rolle komme ich im zweiten Teil zu sprechen, weil ich hier nun einen Einblick in mein Leben als Geflüchteter geben möchte. Flucht aus dem Kosovo Ich wurde im September 1994 in Pristina, der Hauptstadt des Kosovo geboren. Mit einem Jahr verlor ich meinen Vater. Drei Jahre später, 1998, mussten meine Mutter und ich aus unserer Heimat, dem Kosovo, fliehen. Grund dafür war der sich anbahnende Krieg, dem langjährige Konflikte zwischen ethnischen Serben und Albanern im Balkan vorausgegangen waren. Als albanische Minderheit, im damals noch zum jugoslawischen Serbien gehörenden Kosovo, waren wir direkt bedroht. Wir flohen nach Deutschland, dem …

Hindernisse überwinden und sich ein Herz fassen…

So oder so ähnlich könnte man die Antworten auf unsere Foto-Challenge lesen. Wir sind  in den letzten Monaten auf Menschen in der Jugendarbeit zugegangen und haben sie um ein kurzes Foto gebeten. Am Rande von Vernetzungstreffen oder Fachveranstaltungen haben wir Fachkräfte, Engagierte aus der Jugendarbeit, Mitarbeiter/-innen aus unseren Projektregionen und junge Geflüchtete gebeten, ohne Worte eine Botschaft mit zu formulieren – nur durch ihre Körperhaltung oder eben auch durch den Einsatz von Hilfsmitteln (Lebkuchenherzen waren erlaubt!). Um der Sprachlosigkeit zu entfliehen, die uns alle in diesem Arbeitsfeld manchmal einholt, wenn es schwierig oder anstrengend wird. Und um daran zu erinnern, dass es sich lohnt dranzubleiben und weiterzumachen. Denn gerade in der Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten braucht man neben dem Herz am richtigen Fleck viel Geduld, Ausdauer und ein dickes Fell. Nicht immer läuft es nach Plan. Vielleicht funktioniert ein Angebot nicht gleich, es gibt Verständigungsprobleme, die interkulturelle Öffnung könnte noch ein wenig Anschub vertragen oder besonders hart: liebgewonnene Jugendliche erhalten eine negative Asylentscheidung oder gar einen Abschiebebescheid. Gemeinsam wider die Sprach- und Mutlosigkeit Das kann …

Bildungschancen für junge Geflüchtete

160 Personen nutzten die Chance, sich über Ausbildungs- und Bildungschancen für junge Geflüchtete zu informieren. Veranstaltet wurde der Abend von der Jugendinfo tip. Zielgruppe waren Personen, die ehrenamtlich oder hauptberuflich mit jungen Geflüchteten (bis 26 Jahre) arbeiten, sowie junge Geflüchtete. Die Veranstaltung wurde vom Stadtjugendring Augsburg organisiert, einer Projektregion von Flüchtlinge werden Freunde. Einen guten Job zu finden, in dem man aufgeht, der einem Freude bereitet und der relevant dafür ist, seinen Lebensunterhalt einmal selbstständig bestreiten zu können, ist ein Lebensziel, welches wohl jede/r von uns kennt und erreichen will. Chancen und Möglichkeiten Doch welche Chancen und Möglichkeiten haben junge Geflüchtete in Bayern eine Ausbildung zu erhalten und diesem Lebensziel ein Stück weit näher zu kommen? An welche Einrichtungen und Projekte können sie sich wenden, um Unterstützung beim Zugang zu Sprachförderung, Ausbildung und Studium zu erhalten? Der Informationsabend „Bildungschancen für junge Geflüchtete“, der am Dienstag, den 07.03.2017, in der Stadtbücherei-Zentrale Augsburg von der tip-Jugendinformation des Stadtjugendring Augsburg in Kooperation mit Tür an Tür e.V. im netzwerk4A veranstaltet wurde, sollte zur Beantwortung dieser Fragen einen ersten …

Knotenpunkte: die sieben Projektregionen

In jedem bayerischen Regierungsbezirk gibt es eine Anlaufstelle für die Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten. Sie sind die sog. Projektregionen des Aktionsprogramms Flüchtlinge werden Freunde und das Ergebnis der Ausschreibung des Strukturprojekts „Jugendarbeit mit jungen Flüchtlingen“. Strukturprojekt als Säule des Aktionsprogramms Flüchtlinge werden Freunde Das Strukturprojekt ist eine wesentliche Säule des Aktionsprogramms „Flüchtlinge werden Freunde“. Ziel des Strukturprojektes ist es, die Jugendarbeit zu befähigen Strukturen zu schaffen, die es jungen Flüchtlingen ermöglicht an der Jugendarbeit zu partizipieren. Bestätigt wurden vom Landesvorstand sieben Projektregionen: Oberbayern: KJR München-Land Niederbayern: KJR Straubing-Bogen Mittelfranken: KJR Nürnberg-Stadt und KJR Nürnberger Land Unterfranken: Bezirksjugendring Unterfranken Oberfranken: SJR Coburg Oberpfalz: SJR Regensburg Schwaben: SJR Augsburg-Stadt .    

© Foto | ANU

Umweltbildung mit jungen Geflüchteten

Umweltbildung mit jungen Geflüchteten, das klingt erstmal nachdem Klischee, die wissen ja nicht wie wir hier z.B. Wasser und Strom sparen! Die  –  das sind dann meistens die Anderen, die durch diesen Satz allein als fremd und seltsam entworfen werden, müssen sich dann anpassen und eben „lernen“ wie das hier geht. Doch das, was die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umwelbildung Landesverband Bayern e.V. (ANU) in ihrer Broschüre Bayern ist bunt als Best-Practice-Projekte vorstellt, zeigt das Umweltbildung ganz vielfältig sein kann und das alle Seiten davon profitieren. Gärtnern, werkeln, kochen, hüttenbauen sind nur einige Beispiele, die hier nachzulesen sind. Die Projekte entstanden in Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe und/oder mit der Jugendarbeit vor Ort, etwa das Projekt „Gemeinsam Boden gewinnen“, die in Zusammenarbeit mit der Jugendbegegnungsstätte am Tower geplant wurden oder das Wildniscamp am Falkenstein mit dem Kreisjugendring Freyung-Grafenau. Auch eine unserer Projektregionen von Flüchtlinge werden Freunde, nämlich der Kreisjugendring Straubing-Bogen ist mit zwei Beispielen dabei. In einem  erlebnispädagogisch ausgerichteten Sozialkompetenztraining in der Jugendbildungsstätte und dem Kloster Windberg haben 18 junge Flüchtlinge in mehreren Teilmodulen Kooperations-, Kommunikations- und …

Was Omran sagt – oder: es ist kompliziert…

Auf der NEU:DENK 2017 am 3. und 4. Februar wurde viel gedacht, diskutiert, konzipiert, Visionen und Forderungen entworfen. Fachkräfte und Ehrenamtliche aus der Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten brachten ihre Ideen mit. Omran Kassem, 18-jähriger Berufsschüler aus Nürnberg, hat in Vorbereitung auf die NEU:DENK Freund/-innen und Mitschüler/-innen zu ihrer Lebenssituation, ihren Problemen und Wünschen befragt und die Ergebnisse schriftlich zusammengefasst. Dies ist das Ergebnis: ein persönlicher, authentischer, optimistischer Blick auf die Lebenslagen von jungen Geflüchteten in diesem Land und eine klare Einschätzung, was wünschenswert wäre: Den Leuten Zugang zu den Sprachkursen ermöglichen in dem Moment, in dem sie in Deutschland ankommen, und nicht erst, wenn sie die Aufenthaltserlaubnis bekommen. Die Flüchtlinge sind nicht zufrieden, wenn sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bekommen. Sie wollen selbständig und unabhängig sein! Die Flüchtlinge sind nicht zufrieden, wenn sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bekommen und wollen selbständig und unabhängig sein. Sie können auch vorteilhaft für die Wirtschaft sein. Sie können die wirtschaftlichen Leistungen verbessern, da man mit ihnen viele Arbeitsplätze besetzen kann. Zudem ist es doch sowieso viel zu …