Alle Artikel mit dem Schlagwort: Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten

© Yasin Rahmati

Die Erde ist nicht zu eng….

Yasin Rahmati, im Vorstand der heimaten-Jugend, hat eine Woche im Bayerischen Jugendring ein Praktikum gemacht. Er unterstützte unsere Projektkoordinatorin Manina Ott, begleitete sie auf Termine und Besprechungen. Wir haben ihn am Ende der Woche gebeten, einen Blogartikel zu schreiben über die Dinge, die er in seinem Herz bewegt, was für ihn Jugendarbeit bedeutet und was er sich wünscht, von der Jugendarbeit, Politik und der Gesellschaft: Yasins Blick auf Jugendarbeit Mein Name ist Yasin Rahmati. Ich bin im Vorstand von heimaten-Jugend und bin seit 20 Monaten in Deutschland. Ich war erst drei Tage in Deutschland, als ich Marianne Seiler, die Unterstützerin von heimaten-Jugend, über meinen Cousin kennengelernt habe. Damals habe ich eine gute Erklärung auf meiner Muttersprache von meinem Cousin bekommen, darüber was heimaten ist und was heimaten macht. An meinem siebten Tag in Deutschland habe ich eine Gruppe von der Erstaufnahmeeinrichtung Bayernkaserne eingesammelt (natürlich mit der richtigen Erlaubnis) und wir sind zusammen mit anderen Leuten von heimaten nach Lenggries in eine Jugendherberge gefahren. So bin ich in einen schönen Jugendverband mit vielen netten Leute reingekommen. …

Gesucht: Jugendintegrationsbegleiter

Miteinander reden, nicht übereinander – das ist Ziel des Aktionsprogramms Flüchtlinge werden Freunde. Denn Integration bedeutet nicht einseitige Anpassung von Zugewanderten an die deutsche Gesellschaft, sondern ist ein Prozess der Annäherung beider Seiten. Damit sie auch in der Jugendarbeit gelingen kann, brauchen sowohl zugewanderte Jugendliche als auch Organisationen der Jugendarbeit eine kompetent beratende Begleitung. Im besten Fall durch Menschen, die aus eigener Erfahrung beide Seiten kennen. Denn sie kennen die Bedürfnisse zugewanderter Menschen sowie die Erwartungen und Haltungen, mit denen sie im Kontakt mit der Aufnahmegesellschaft konfrontiert werden. Als junge Migranten/-innen verfügen sie über wertvolle persönliche Erfahrungen. Neue Qualifizierungsreihe ab August 2017 Integration braucht auch Vermittlung. Deshalb bietet der Bayerische Jugendring (BJR) im Rahmen des Aktionsprogramms Flüchtlinge werden Freunde eine neue Qualifizierungsreihe an: Sie richtet sich an junge Leute mit Flucht- oder Migrationserfahrung, die ein Interesse daran haben, Integrationsprozesse in der Jugendarbeit zu begleiten und ihre eigene Expertise einzubringen. In Kooperation mit dem Kreisjugendring München-Land und seiner Jugendbildungsstätte Burg Schwaneck sowie der Jugendbildungsstätte Unterfranken werden ab August 2017 in Würzburg und München Inhalte aus den …

Besser angekommen

Auch in Hessen bringt man die Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten voran. In seiner Veröffentlichung „Angekommen – Jugendarbeit mit jungen geflüchteten Menschen in Hessen“ hat der Hessische Jugendring verschiedene pädagogische und praktische Überlegungen – zum Beispiel zu Sprachbarrieren, Finanzierung oder Erziehungsberechtigten – sowie Methoden und Aktionsideen zusammengetragen. Hier finden sich viele konkrete Vorschläge für die Arbeit mit jungen Geflüchteten, aber auch für die Vorbereitung und Sensibilisierung von Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit. Zum Beispiel Spiele wie „Ein Schritt vor“, „Schreibgespräch“, „Fluchtgeschichte“ und andere einfache Einstiegsspiele. In der politischen Bildungsarbeit geht es vor allem darum, ein Gefühl dafür zu vermitteln, was es bedeutet zu fliehen und was es bedeuten kann, einer bestimmten Identität zugeordnet zu werden (Flüchtling sein). Diese ersten Schritte der Sensibilisierung schaffen gute Voraussetzungen dafür, jungen Geflüchteten offen und auf Augenhöhe zu begegnen. Prädikat: Äußerst lesenswert! Die Arbeitshilfe auf der Webseite des Hessischen Jugendrings bestellen.

© JDAV | Jugend Omega

Vom Begegnungswochenende zur Jugendgruppe

Schlittenfahren, Skifahren, Schlittschuhfahren, Hüttenschuhe nähen; das sind nur einige vielversprechende Programmpunkte der neu gegründeteten Jugend Omega der Sektion München des Deutschen Alpenvereins (DAV). Alle zwei Wochen treffen sich Jugendliche mit und ohne Fluchthintergrund, um gemeinsam in die Berge zu gehen, zu Bouldern oder einfach zusammen einen Spieleabend zu verbringen. Selber machen lassen! „Ziel ist, dass vor allem die Geflüchteten selber zum Motivationsmotor werden, indem sie aktiv in der Gruppenleitung werden und sich gemeinsam mit nicht Geflüchteten austauschen können,“ sagt der Bildungsreferent der JDAV Jugend Andreas Geiss zu dem neuen Angebot. „Hier können Jugendliche gemeinsam Verantwortung übernehmen, eigene Angebote zusammenstellen und damit mehr in die Verantwortung gehen – wie bei allen anderen Jugendgruppen eben auch. Und natürlich steht der Spaß mit im Vordergrund!“ An den Gruppenabenden können alle auch ohne DAV-Mitgliedschaft teilnehmen. Wer in den Genuss des Freizeitprogramms kommen möchte, etwa Skifahren oder Wandern will, muss DAV-Mitglied werden. Allerdings können Geflüchtete mit der Kopie ihres Aufenhaltstatus die Mitgliedschaft umsonst bekommen. Aus einem Begegnungswochenenende zur Jugendgruppe Entstanden ist der Zusammenschluss aus einem Begegnungswochenende im Mai 2016. Von …

Meine Heimat – Deine Heimat

Das interkulturelle Mühlenfest im Juli 2016 war ein Höhepunkt des Projekts „Meine Heimat – Deine Heimat“ – , das sich für ein friedliches Miteinander im Landkreis Augsburg-Land einsetzt. 1300 Gästen, darunter ca. 400 Geflüchtete nahmen an dem vielseitigen Programm teil, etwa Lenkdrachen bauen, Bubbleball spielen, Action-Painting ausprobieren und vieles mehr. Ziele von „Meine Heimat – Deine Heimat“, das u.a. auch ein Stadtbauspiel und Spielmobil in den Ferienzeiten für junge Geflüchtete anbietet, sind neben der Schaffung gemeinsamer Freizeitangebote, die Prävention von Rassismus und eine Stärkung des interkulturellen Austausches, etwa über Bräuche, Gewohnheiten und Wünsche. Mehr Beispiele finden sich in der Dokumentation des Projekts, die hier zum Nachlesen verlinkt ist. Bereits 2016 hat sich der Landkreis Augsburg-Land für Toleranz und ein friedliches Miteinander eingesetzt. Von Herbst 2015 bis Sommer 2016 wohnte eine Gruppe unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in einem vom Kreisjugendring betriebenen Übernachtungshaus. Der Kreisjugendring Augsburg-Land ist vielseitig engagiert im Bereich der Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten. Er bildet zusammen mit dem Stadtjugendring Augsburg (SJR) und dem KJR Aichach-Friedberg die Projektregion Schwaben des Aktionsprogramms „Flüchtlinge werden Freunde“ des Bayerischen …

© Foto: Addis Mulugeta

Neudenken mit Addis Mulugeta

Nur noch wenige Wochen bis zur Konferenz NEU:DENK2017 , die vom 3. und 4. Februar im Bellevue die Monaco in München stattfindet. Der Name ist das Ziel, denn die NEU:DENK2017 will frischen Wind und frische Gedanken in den Themenkomplex Flucht und Asyl bringen. Sie richtet sich an junge Geflüchtete und Praktikerinnen der Jugendarbeit mit Geflüchteten. Addis Mulugeta ist 33 Jahre alt und Journalist. Er kommt aus Äthiopien. Dort arbeitete er bei einer englischsprachigen Zeitung. Da er seine Profession ernst nahm und als kritische Stimme berichtete, wurde er von der Regierung verfolgt. Ende 2009 floh er aus Äthiopien nach Deutschland. Gründer und Kritiker Schon bald setzte Addis Mulugeta sich dafür ein, geflüchteten Menschen eine Stimme zu verleihen. Dazu gründete er das Magazin heimfocus, das genau dies ermöglichte. 2011 wurde ihm der Friedenspreis der Stadt Würzburg verliehen. Addis Mulugeta studierte in Würzburg Betriebswirtschaft und betreut in Würzburg Geflüchtete. Gemeinsam mit Caroline von Eichhorn hat er das Buch „Neu in Deutschland“ verfasst, das Porträts von Geflüchteten und ihren Wünschen und Zielen sammelt. Bei NEU:DENK2017 möchte Addis Mulugeta seine …

© Foto | Mirjam Knickriem

Neudenken mit Kilian Kleinschmidt

Nur noch wenige Wochen bis zur  Konferenz NEU:DENK2017 , die am 3. und 4. Februar im Bellevue die Monaco, in München stattfindet. Der Name ist das Ziel, denn die NEU:DENK2017 will frischen Wind und frische Gedanken in den Themenkomplex Flucht und Asyl bringen. Sie richtet sich an junge Geflüchtete und Praktikerinnen der Jugendarbeit mit Geflüchteten. Ziel ist ein Positionspapier Ziel ist ein Positionspapier , das an den beiden Tagen entstehen soll und aktuelle jugendpolitische Forderungen und Ziele formuliert. Auftakt und Impulsgeber sind Referent/-innen, die Erfahrungen aus internationaler Ebene mitbringen, wie etwa Killian Kleinschmidt, internationaler Netzwerker, Berater und ehem. Bürgermeister von Za’atari, Flüchtlingslager im Norden Jordaniens, das sich zu einer festen Siedlung entwickelt hat und als Jordaniens viertgrößte Stadt gilt. Netzwerker und humanitäter Experte Kilian Kleinschmidt ist ein internationaler Netzwerker und humanitärer Experte mit mehr als 25 Jahren Erfahrung. Er hat für die Vereinten Nationen, insbesondere für das UNO Flüchtlingshilfswerk UNHCR gearbeitet. Kilian Kleinschmidt glaubt an das Potential moderner Technologien und der Vermittlung von Know-how als Chance für die Menschheit. So soll Globalisierung durch Vernetzung und …

© KJR München-Stadt

Jungen Geflüchteten eine Stimme geben

W as sagst Du zu Unterbringungen, Bildungsmöglichkeiten, Freizeit, Willkommengefühl? Das waren nur einige der Fragen, die junge Geflüchtete zwischen 15 und 25 Jahren am Partiziaptions- und Informationstag der Lok-Arrival im Oktober 2016 gestellt bekamen. Ziel des Projekttages war es, jungen Geflüchteten in diesen Belangen eine Stimme zu geben. Vor Ort war ein vierköpfiges Dolmetscher-Team, das die Informationen auf Arabisch, Dari, Farsi, Tigrinja und Somali übersetzte. Die rund 200 anwesenden Jugendlichen aus den Münchner Sammelunterkünften kamen unter anderem aus Syrien, Afghanistan, Nigeria und Pakistan und nutzten mit Begeisterung die Gelegenheit, Tischtennis, Kicker oder Billard zu spielen und machten bei Tae-Bo-Fitness mit oder bei den Trommel Workshops. „Mit geflüchteten Jugendlichen Partizipation durchzuführen ist wahnsinnig wichtig, weil sich viele Entscheidungsträger in der Politik  auf einer theoretischen Ebene bewegen und durch allgemeine Stimmungsbilder einen Eindruck der Lebensumstände in den Flüchtlingsunterkünften bekommen können und sollen.  Wir haben die Umfrage in einer niedrigschwelligen Art und Weise durchgeführt, indem Smileys (rot, gelb, grün) als Antwort auf Bewertungsfragen abgegeben werden konnten. So konnten alle teilnehmen“, machte Mira Walter deutlich, die als pädagogische Mitarbeiterin …

Kultur ist Leben

Das Leben ist vielfältig – Jugendarbeit kennt diese Vielfalt und bejaht sie. Hip Hopper machen genauso Musik wie die Leute von der Blasmusik, Sprayer und Sprayerinnen aller möglichen Nationen verehren Bansky, zur Juze-Disco oder zum Theaterworkshop kommen Jens, Murat und Goran ebenso wie Amina, Mila und Zoe. Und sie alle haben ein Recht darauf, teilzuhaben am gesellschaftlichen und kulturellen Leben. An dem Ort, an dem sie leben, egal, woher sie kommen. Und was hat das eigentlich mit Menschenrechten zu tun? Ganz einfach: Artikel 27 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte besagt, dass jede/r das Recht hat, am kulturellen Leben frei teilzunehmen und sich an den Künsten zu erfreuen. Das Recht, am kulturellen Leben teilzunehmen, ist keine Nebensächlichkeit Teilhabe an Kultur und Kunst und das Kreativ-Sein jedes Einzelnen werden also auf globaler Ebene als essentiell betrachtet und nicht als nebensächlich. Denn die Fähigkeit sich selbst auszudrücken gehört zum Wesen des Menschen – nicht nur in Sprache, sondern auch mit Bildern, Bewegungen, Klängen oder anderen Darstellungsformen. Jugendarbeit macht Angebote dafür. Künstlerische Ausdrucksformen funktionieren oft unabhängig von Sprache. Sie …

Jugendarbeit in der Postmigration

Denkanstöße aus Sicht der außerschulischen (Jugend-)Bildung Menschenrechtsbasierte Jugendarbeit oder menschenrechtsorientierte Jugendbildung ist auch Thema der Jugendbildungsstätten. Hier geht es um den Gewinn von Handlungskompetenz in einer vielfältiger werdenden Gesellschaft, aber auch um Differenzierungen von Konfliktfeldern mit Jugendlichen und der Bedeutung von Selbstreflexion. Was genau darunter zu verstehen ist, und was Postmigration damit zutun hat, erklärt der Bildungsreferent Christian-Friedrich Lohe von der Europäischen Jugendbildungsstätte: Am internationalen „Tag der Menschenrechte“ am 10. Dezember 2013 verkündete der damals amtierende amerikanische Präsident Barak Obama: „Vor 65 Jahren kamen Delegierte aus der ganzen Welt zusammen, um die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte zu verabschieden und damit die Vorstellung zurückzuweisen, die Sehnsüchte des Einzelnen hätten sich den Launen von Tyrannen und Kaiserreichen unterzuordnen, und das Recht jedes Einzelnen auf Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit vor dem Gesetz zu bekräftigen. Am Tag der Menschenrechte und in der Woche der Menschenrechte sind wir nicht nur entschlossen, diese Ideale zu würdigen, sondern auch, uns in unserer Zeit für sie einzusetzen.“ Drei Jahre später lässt sich mit einem Blick in die Tagespresse festhalten, dass hier noch großer …