Alle Artikel mit dem Schlagwort: Jugendarbeit mit Geflüchteten

Schatten von zwei Personen, die sich umarmen

© Daniel Stricker | pixelio

Wie wohl fühlst du dich in Deutschland?

Junge Geflüchtete stehen im Zentrum des Mitanand Open Air. Sie sind in unserer Gesellschaft angekommen und wollen aktiver Teil davon sein. Ein Verband, der genau dafür steht, in dem sich Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung gemeinsam engagieren, ist die heimaten-Jugend. Was macht ihr beim Mitanand? Wir wollen ins Gespräch kommen mit den Besucher_innen, Gelegenheit zum Austausch über das Zusammenleben anbieten, über unsere Arbeit informieren. Viele haben Fragen an Geflüchtete, aber kaum Gelegenheiten, sie zu stellen. Dafür wollen wir da sein, zuhören, offen ins Gespräch gehen. Außerdem werden wir an unserem Stand Statements sammeln zu verschiedenen Fragen, z.B. „Wie wohl fühlst du dich in der Gesellschaft?“ und die Antworten von Deutschen und Geflüchteten auf Pinnwänden  gegenüber stellen. Was macht ihr in der Jugendarbeit mit Geflüchteten? Wir sind seit ein junger Verband, seit 2013 Mitglied im Kreisjugendring München-Stadt. Bei uns sind Migranten, geflüchtete und deutsche Jugendliche gemeinsam aktiv. Wir organisieren z.B. Seminare, etwa über das Bildungssystem, Jugendarbeit und Asylverfahren, weil das Themen sind, die für viele interessant und wichtig sind. Aber auch gemeinsame Unternehmungen wie Freizeiten, bei …

© DITIB Jugend

Ein Bild sagt mehr…

Ein Schnappschuss hat immer etwas Flüchtiges, Spontanes. Oft fängt er einen sehr persönlichen Moment ein. Der DITIB Landesjugendverband Südbayern (zuständig für die Bezirke Oberbayern, Niederbayern und Schwaben) hat mit einem Fotowettbewerb zur Arbeit mit jungen Geflüchteten solche besonderen Momente gesammelt. Denn in vielen Gemeinden engagieren sich Jugendgruppen des Verbands regelmäßig für geflüchtete Jugendliche. Sie besuchen Wohnheime oder Erstaufnahmeeinrichtungen und verbringen dort Zeit mit den Altersgenossen. Sie spielen zusammen,  begehen während des Ramadans mit ihnen das abendliche Fastenbrechen und bringen gute Laune, Freude, Offenheit vorbei. Eigentlich keine große Sache, nichts, was man groß bewerben und dokumentieren würde. Oder? Doch! Das dachte sich der Landesverband Südbayern und rief dazu auf, genau diese Momente im Bild einzufangen. 32 Fotos von Jugendgruppen gingen daraufhin ein; die Gruppen, von denen die drei Siegerfotos stammen, wurden Ende Mai im Rahmen des großen Fastenbrechens der DITIB Südbayern geehrt. Am Fastenbrechen der Islamischen Religionsgemeinschaft DITIB Südbayern, dem Erwachsenenverband und der DITIB Jugend Bayern wurde im Beisein zahlreicher Gäste (Konsulare verschiedener Nationen, Politiker/-innen, Vertreter/-innen der Kirchen und weitere Ehrengäste)  die Flüchtlingsarbeit geehrt. Es waren …

In einem Baumstamm öffnen sich zwei Schubladen, aus denen Tauben herausfliegen

Es ist kompliziert… Nachlese zur Themenwoche

Es war spannend, anregend und dann eigentlich doch gar nicht so kompliziert, was unsere Autorinnen und Autoren in der vergangenen Woche an Ideen, Gedanken und Analysen zur Jugendarbeit mit Geflüchteten zusammengetragen haben für dieses Blog. Vielen Dank nochmal für die spannenden, klugen und zum Teil sehr persönlichen Texte und Geschichten! Für alle, die noch einmal nachlesen möchten, gibt es jetzt die Themenwoche im Überblick. Alles, was wir im Rahmen unserer Themenwoche „Es ist kompliziert…“ hier, auf Facebook und vimeo gepostet haben, nochmals zusammengefasst: [View the story „Es ist kompliziert…“ on Storify]

Drei Blüten vor blauem Himmel

Es bleibt kompliziert, na ja, zumindest komplex

…aber auch spannend. Und freudvoll. Und menschlich. Warum, wo und wie es herausfordernd sein kann, jungen Geflüchteten in der Jugendarbeit zu begegnen, darüber haben sich die Woche über viele Autoren und Autorinnen innerhalb und außerhalb des Bayerischen Jugendrings Gedanken gemacht. Wir wollten die einfachen Antworten auf komplexe Fragen auseinandernehmen, die überall kursieren. Denn sie hindern uns daran, die Menschen mit denen wir es zu tun haben, wirklich zu sehen und anzuerkennen. Mut zur Komplexität Wir wollten in dieser Woche Mut zur Komplexität zeigen und Mut machen, Komplexes nicht sofort zu vereinfachen, z.B. indem wir gedankliche Schubladen aufziehen. Oder indem wir uns selbst zurückziehen – auch vielleicht nur mental oder emotional. Mut, schwierige Situationen auszuhalten, Mut auch zum Scheitern. Wir haben dafür plädiert, genau hin zu schauen, nicht gleich zu bewerten, was wir beobachten und was uns bewegt. Vor allem dafür, junge Geflüchtete zuallererst als Menschen und nicht nur in ihrer Rolle als Flüchtlinge zu sehen, Raum für eine Begegnung auf Augenhöhe zu schaffen.  Beziehungen und Freundschaften aufzubauen, die jungen Geflüchteten Halt geben, Selbstbewusstsein, Zugehörigkeit. In …

Den „Kulturschlüssel“ gibt es nicht

In meiner Arbeit und auch in vielen Gesprächen mit Freunden, Familie, engagierten Menschen begegnen mir viele Fragen und Aussagen, die mich immer wieder zum Nachdenken bringen. Fragen nach dem Islam, nach Herkunft, nach Männer- und Frauenrollen, Aussagen zu missachteten Regeln, unterschiedlichen Werteverständnissen und schwierigen Erfahrungen mit „anderen“ Menschen mit Migrationshintergrund.[1] Zum Beispiel: „Wie ist das denn jetzt mit den Frauen im Islam? „Wie ist das denn jetzt mit den Frauen im Islam? Denn zu unseren Angeboten kommen keine Frauen, egal wie wir das mit der Ansprache machen.“ Oder: „Man muss halt was über die Kultur im Herkunftsland wissen. Da gibt‘s zu wenig Informationen. Das macht die Arbeit mit Flüchtlingen so kompliziert.“ Oder: „Die teilen nicht unsere Werte, das ist bei uns im Jugendzentrum ganz schwierig.“ „Seitdem wir mit Flüchtlingen arbeiten, ist es immer chaotisch. Naja, das müssen die halt noch lernen.“ Die meisten dieser Aussagen sind für mich nachvollziehbar. Sie sind nicht aus der Luft gegriffen, sondern basieren auf eigenen Erlebnissen. Und doch nagt in mir immer etwas, wenn mir solche Dinge gesagt werden. Denn …

Gesucht: Jugendintegrationsbegleiter

Miteinander reden, nicht übereinander – das ist Ziel des Aktionsprogramms Flüchtlinge werden Freunde. Denn Integration bedeutet nicht einseitige Anpassung von Zugewanderten an die deutsche Gesellschaft, sondern ist ein Prozess der Annäherung beider Seiten. Damit sie auch in der Jugendarbeit gelingen kann, brauchen sowohl zugewanderte Jugendliche als auch Organisationen der Jugendarbeit eine kompetent beratende Begleitung. Im besten Fall durch Menschen, die aus eigener Erfahrung beide Seiten kennen. Denn sie kennen die Bedürfnisse zugewanderter Menschen sowie die Erwartungen und Haltungen, mit denen sie im Kontakt mit der Aufnahmegesellschaft konfrontiert werden. Als junge Migranten/-innen verfügen sie über wertvolle persönliche Erfahrungen. Neue Qualifizierungsreihe ab August 2017 Integration braucht auch Vermittlung. Deshalb bietet der Bayerische Jugendring (BJR) im Rahmen des Aktionsprogramms Flüchtlinge werden Freunde eine neue Qualifizierungsreihe an: Sie richtet sich an junge Leute mit Flucht- oder Migrationserfahrung, die ein Interesse daran haben, Integrationsprozesse in der Jugendarbeit zu begleiten und ihre eigene Expertise einzubringen. In Kooperation mit dem Kreisjugendring München-Land und seiner Jugendbildungsstätte Burg Schwaneck sowie der Jugendbildungsstätte Unterfranken werden ab August 2017 in Würzburg und München Inhalte aus den …

Besser angekommen

Auch in Hessen bringt man die Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten voran. In seiner Veröffentlichung „Angekommen – Jugendarbeit mit jungen geflüchteten Menschen in Hessen“ hat der Hessische Jugendring verschiedene pädagogische und praktische Überlegungen – zum Beispiel zu Sprachbarrieren, Finanzierung oder Erziehungsberechtigten – sowie Methoden und Aktionsideen zusammengetragen. Hier finden sich viele konkrete Vorschläge für die Arbeit mit jungen Geflüchteten, aber auch für die Vorbereitung und Sensibilisierung von Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit. Zum Beispiel Spiele wie „Ein Schritt vor“, „Schreibgespräch“, „Fluchtgeschichte“ und andere einfache Einstiegsspiele. In der politischen Bildungsarbeit geht es vor allem darum, ein Gefühl dafür zu vermitteln, was es bedeutet zu fliehen und was es bedeuten kann, einer bestimmten Identität zugeordnet zu werden (Flüchtling sein). Diese ersten Schritte der Sensibilisierung schaffen gute Voraussetzungen dafür, jungen Geflüchteten offen und auf Augenhöhe zu begegnen. Prädikat: Äußerst lesenswert! Die Arbeitshilfe auf der Webseite des Hessischen Jugendrings bestellen.

© Foto | Andreas Keilholz

Jugendarbeit sichtbar machen

Die Leistungen der Jugendverbände zu dokumentieren und auf diese Weise sichtbar zu machen, was bereits in der Jugendarbeit läuft auf diese Weise sichtbar zu machen, was bereits in der Jugendarbeit läuft, an Beispielen und Aktionen mit jungen Geflüchteten, das war ein Kernanliegen dieser Aktion“, sagt Frank Brütting, Verbandskoordinator des Stadtjugendrings Augsburg (SJR) und Ansprechpartner für die Projektregion Schwaben. Zum Beispiel Lenkdrachen bauen mit dem Drachenstarterkit, das Augsburger Jugendverbände kostenlos bestellen können, in der Villa k im Jugendzentrum gemeinsam kochen oder gemeinsam gärtnern im interkulturellen Garten des Jugendhauses Linie 3 in Pfersee. Qualifizierungsmaßnahmen für Ehrenamtliche, wie etwa interkulturelle Trainings oder das Bauprojekt „Bank der Begegnung“ mit der Pfarrjugend „Herz Jesu“ sowie zahlreiche Veranstaltungen, darunter Filmabende oder die Fotoaustellung „Refugees Photos“. Alle Postkarten im Überblick. Die Projektregion Schwaben setzt sich aus dem KJR Aichach-Friedberg, dem KJR und dem SJR Ausgburg zusammen. Zusammen bilden sie die Projektregion Schwaben des Aktionsprogramms „Flüchtlinge werden Freunde“.

Kultur ist Leben

Das Leben ist vielfältig – Jugendarbeit kennt diese Vielfalt und bejaht sie. Hip Hopper machen genauso Musik wie die Leute von der Blasmusik, Sprayer und Sprayerinnen aller möglichen Nationen verehren Bansky, zur Juze-Disco oder zum Theaterworkshop kommen Jens, Murat und Goran ebenso wie Amina, Mila und Zoe. Und sie alle haben ein Recht darauf, teilzuhaben am gesellschaftlichen und kulturellen Leben. An dem Ort, an dem sie leben, egal, woher sie kommen. Und was hat das eigentlich mit Menschenrechten zu tun? Ganz einfach: Artikel 27 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte besagt, dass jede/r das Recht hat, am kulturellen Leben frei teilzunehmen und sich an den Künsten zu erfreuen. Das Recht, am kulturellen Leben teilzunehmen, ist keine Nebensächlichkeit Teilhabe an Kultur und Kunst und das Kreativ-Sein jedes Einzelnen werden also auf globaler Ebene als essentiell betrachtet und nicht als nebensächlich. Denn die Fähigkeit sich selbst auszudrücken gehört zum Wesen des Menschen – nicht nur in Sprache, sondern auch mit Bildern, Bewegungen, Klängen oder anderen Darstellungsformen. Jugendarbeit macht Angebote dafür. Künstlerische Ausdrucksformen funktionieren oft unabhängig von Sprache. Sie …

© BJR

Treffen der Projektregionen

Qualifizierung und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt Die Träger in den Projektregionen des Aktionsprogramms „Flüchtlinge werden Freunde“ sind weiterhin sehr aktiv, es passiert viel und viel Neues. Das wurde deutlich beim Austausch auf dem Vernetzungstreffen in Nürnberg. Ein großes Thema ist weiterhin die Qualifizierung von ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiter/-innen und Jugendleiter/-innen. Im Herbst 2016 werden bayernweit vielfältige Fach- und Informationsveranstaltungen für die Jugendarbeit stattfinden, darunter auch viele mehrtätige Fortbildungsangebote. So bieten zum Beispiel in der Projektregion Augsburg der Stadtjugendring Augsburg, die Kreisjugendringe Augsburg Land und Aichach-Friedberg gemeinsam einen Juleica-Kongress mit 20 verschiedenen Workshops an; interkulturelle Kompetenzen und die Arbeit mit jungen Geflüchteten sind ein Schwerpunkt. Der Kreisjugendring Straubing-Bogen bietet in Kooperation mit der Jugendbildungsstätte Windberg im Herbst bereits zum zweiten Mal ein zweitägiges interkulturelles Training an, nachdem die erste Veranstaltung im Juni sehr gut angenommen wurde, bei Bedarf folgt ein Aufbaukurs. In Coburg ist ein mehrtägiges Qualifizierungsseminar für die Arbeit mit jungen Geflüchteten geplant, hier wird der Stadtjugendring mit einem Jugendverband kooperieren. Beim Stadtjugendring Regensburg prüft man neue, innovative Formate für die eigenen Fortbildungsangebote in diesem Bereich. …