Alle Artikel mit dem Schlagwort: Jugendarbeit mit Flüchtlingen

In einem Baumstamm öffnen sich zwei Schubladen, aus denen Tauben herausfliegen

Es ist kompliziert… Nachlese zur Themenwoche

Es war spannend, anregend und dann eigentlich doch gar nicht so kompliziert, was unsere Autorinnen und Autoren in der vergangenen Woche an Ideen, Gedanken und Analysen zur Jugendarbeit mit Geflüchteten zusammengetragen haben für dieses Blog. Vielen Dank nochmal für die spannenden, klugen und zum Teil sehr persönlichen Texte und Geschichten! Für alle, die noch einmal nachlesen möchten, gibt es jetzt die Themenwoche im Überblick. Alles, was wir im Rahmen unserer Themenwoche „Es ist kompliziert…“ hier, auf Facebook und vimeo gepostet haben, nochmals zusammengefasst: [View the story „Es ist kompliziert…“ on Storify]

Drei Blüten vor blauem Himmel

Es bleibt kompliziert, na ja, zumindest komplex

…aber auch spannend. Und freudvoll. Und menschlich. Warum, wo und wie es herausfordernd sein kann, jungen Geflüchteten in der Jugendarbeit zu begegnen, darüber haben sich die Woche über viele Autoren und Autorinnen innerhalb und außerhalb des Bayerischen Jugendrings Gedanken gemacht. Wir wollten die einfachen Antworten auf komplexe Fragen auseinandernehmen, die überall kursieren. Denn sie hindern uns daran, die Menschen mit denen wir es zu tun haben, wirklich zu sehen und anzuerkennen. Mut zur Komplexität Wir wollten in dieser Woche Mut zur Komplexität zeigen und Mut machen, Komplexes nicht sofort zu vereinfachen, z.B. indem wir gedankliche Schubladen aufziehen. Oder indem wir uns selbst zurückziehen – auch vielleicht nur mental oder emotional. Mut, schwierige Situationen auszuhalten, Mut auch zum Scheitern. Wir haben dafür plädiert, genau hin zu schauen, nicht gleich zu bewerten, was wir beobachten und was uns bewegt. Vor allem dafür, junge Geflüchtete zuallererst als Menschen und nicht nur in ihrer Rolle als Flüchtlinge zu sehen, Raum für eine Begegnung auf Augenhöhe zu schaffen.  Beziehungen und Freundschaften aufzubauen, die jungen Geflüchteten Halt geben, Selbstbewusstsein, Zugehörigkeit. In …

Besser angekommen

Auch in Hessen bringt man die Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten voran. In seiner Veröffentlichung „Angekommen – Jugendarbeit mit jungen geflüchteten Menschen in Hessen“ hat der Hessische Jugendring verschiedene pädagogische und praktische Überlegungen – zum Beispiel zu Sprachbarrieren, Finanzierung oder Erziehungsberechtigten – sowie Methoden und Aktionsideen zusammengetragen. Hier finden sich viele konkrete Vorschläge für die Arbeit mit jungen Geflüchteten, aber auch für die Vorbereitung und Sensibilisierung von Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit. Zum Beispiel Spiele wie „Ein Schritt vor“, „Schreibgespräch“, „Fluchtgeschichte“ und andere einfache Einstiegsspiele. In der politischen Bildungsarbeit geht es vor allem darum, ein Gefühl dafür zu vermitteln, was es bedeutet zu fliehen und was es bedeuten kann, einer bestimmten Identität zugeordnet zu werden (Flüchtling sein). Diese ersten Schritte der Sensibilisierung schaffen gute Voraussetzungen dafür, jungen Geflüchteten offen und auf Augenhöhe zu begegnen. Prädikat: Äußerst lesenswert! Die Arbeitshilfe auf der Webseite des Hessischen Jugendrings bestellen.

Kultur ist Leben

Das Leben ist vielfältig – Jugendarbeit kennt diese Vielfalt und bejaht sie. Hip Hopper machen genauso Musik wie die Leute von der Blasmusik, Sprayer und Sprayerinnen aller möglichen Nationen verehren Bansky, zur Juze-Disco oder zum Theaterworkshop kommen Jens, Murat und Goran ebenso wie Amina, Mila und Zoe. Und sie alle haben ein Recht darauf, teilzuhaben am gesellschaftlichen und kulturellen Leben. An dem Ort, an dem sie leben, egal, woher sie kommen. Und was hat das eigentlich mit Menschenrechten zu tun? Ganz einfach: Artikel 27 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte besagt, dass jede/r das Recht hat, am kulturellen Leben frei teilzunehmen und sich an den Künsten zu erfreuen. Das Recht, am kulturellen Leben teilzunehmen, ist keine Nebensächlichkeit Teilhabe an Kultur und Kunst und das Kreativ-Sein jedes Einzelnen werden also auf globaler Ebene als essentiell betrachtet und nicht als nebensächlich. Denn die Fähigkeit sich selbst auszudrücken gehört zum Wesen des Menschen – nicht nur in Sprache, sondern auch mit Bildern, Bewegungen, Klängen oder anderen Darstellungsformen. Jugendarbeit macht Angebote dafür. Künstlerische Ausdrucksformen funktionieren oft unabhängig von Sprache. Sie …

© KJR Augsburg-Land, Marcella Schwab

Helfen beim Ankommen

Das Aktionsprogramm „Flüchtlinge werden Freunde“ wird getragen von sieben Projektregionen in ganz Bayern. Heute geht es um die Projektregion Schwaben; hier sind der Stadtjugendring Augsburg, der Kreisjugendring Augsburg-Land und der Kreisjugendring Aichach-Friedberg Vertreter des Aktionsprogramms. Der Fokus der Arbeit mit jungen Flüchtlingen im Landkreis und in der Region hat sich seit den Anfängen verändert: Nachdem zunächst die Unterstützung junger Geflüchteter und ihrer Familien bei den ersten Schritten in Deutschland im Vordergrund stand, geht es nun hauptsächlich darum, jungen Menschen dabei zu helfen, wirklich anzukommen und Anschluss zu finden. Dafür leisten Jugendverbände einen sehr wichtigen Beitrag: sie ermöglichen den jungen Flüchtlingen positive Erlebnisse in der Gruppe, bieten vielfältige Gelegenheiten, sich selbst auszuprobieren, die eigenen Stärken zu entdecken und zu erleben, Gemeinschaft und Zugehörigkeit zu erfahren. Jugendverbände ermöglichen es, die eigenen Stärken zu entdecken und zu erleben, Gemeinschaft und Zugehörigkeit zu erfahren Gerade für junge Menschen, die aufgrund ihrer Flucht aus ihren Heimatländern eine Zeit großer Unsicherheit hinter sich haben, ist das eine wichtige Erfahrung. Denn in der Schule machen Viele oft kaum positive Erfahrungen, dort stehen …

© BJR

Kommunale Jugendarbeit ist gefordert

Flucht und Zuwanderung sind gerade für die Kommunen ein großes Thema. So lautete der diesjährige Schwerpunkt auf der Landestagung der Kommunalen Jugendarbeit „Jugendarbeit in der Einwanderungsgesellschaft“ – und stieß auf große Resonanz: die Tagung war ausgebucht, der Rittersaal des Schlosses Hirschberg fast bis auf den letzten Platz gefüllt. MR Peter Nitschke vom Bayerischen Sozialministerium und Matthias Fack, Präsident des Bayerischen Jugendrings unterstrichen zu Beginn die Bedeutung und die Fachkenntnis der Jugendarbeit im Bereich Integration. Matthias Fack wies angesichts der aktuellen Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks, die von fast 10 Prozent mehr vertriebenen Menschen weltweit ausgehen, auf die weiterhin große Dringlichkeit der Flüchtlingsthematik hin: „Man kann nicht sagen, dass sich da irgendetwas beruhigt hat.“ Er ermutigte die Jugendarbeit, ihre gute Arbeit in diesem Bereich fortzuführen. Lothar Kaseder vom Jugendamt Passau, ehemaliger langjähriger Jugendpfleger, ging in seinem Vortrag davon aus, dass Vereine und Verbände auf Dauer von der aktuellen Zuwanderung profitieren können und richtete einen Aufruf an die Kommunalpolitik: Es sei von großer Bedeutung, dass Städte, Märkte und Gemeinden sich strukturiert auf diese Herausforderung vorbereiten. So wurde in Passau …

© Foto | privat

Nachhaltiges auf den Weg bringen

Das Aktionsprogramm des Bayerischen Jugendrings „Flüchtlinge werden Freunde“ hat eine neue Projektkoordinatorin: Manina Ott. Die 31-Jährige studierte Kulturmanagement und Osteuropastudien und hat seit dem 15. März die Nachfolge von Ibrahim Maiga angetreten. Sie berät und begleitet in dieser Funktion die Verantwortlichen in den sieben Projektregionen, aber auch andere Träger der Jugendarbeit, die mit jungen Geflüchteten arbeiten. Daneben vertritt sie „Flüchtlinge werden Freunde“ nach außen, gibt Anregungen, Informationen und Hilfestellungen für die Praxis und lädt zu regelmäßigen Vernetzungstreffen ein. Was hast du vor dieser neuen Aufgabe beruflich gemacht? Zuletzt war ich pädagogische Mitarbeiterin beim Kreisjugendring Fürstenfeldbruck. Ich habe dort das Spielmobil geleitet, also Ehrenamtliche ausgebildet, die Spielmobil-Einsätze koordiniert, neue Spiel- und Bastelaktionen geplant und bin natürlich auch viel vor Ort gewesen. Gleichzeitig habe ich auch in unserem Bildungsteam viele Seminare für Jugendliche gehalten und neue konzipiert, gerade auch zum Thema Interkulturalität. Was sind deine persönlichen Erfahrungen mit jungen Geflüchteten? In dem Jugendgästehaus des Kreisjugendrings, bei dem ich zuletzt gearbeitet habe, wurden übergangsweise junge Geflüchtete untergebracht. Da dies ganz schnell passierte, konnte von Seiten des Jugendamtes die …

Fachtagung OKJA in Würzburg

Der Bezirksjugendring Unterfranken lädt am 26. April 2016 zu einer Fachtagung für die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) ein. Im Jugendkulturhaus Cairo in Würzburg wird das Thema „Arbeit mit jungen Flüchtlingen in der OKJA“ vertieft, das bereits auf der vergangenen Herbstfachtagung des Bezirksjugendrings im Mittelpunkt stand. In Workshops und Vorträgen wird es aktuelle Informationen von Referenten mit direkter Erfahrung im Bereich Flucht und Asyl geben. Die Teilnehmer/-innen werden für die neuen Anforderungen der Arbeit mit jungen Geflüchteten sensibilisiert, Besonderheiten dieser Arbeit werden gemeinsam ausführlich besprochen. Eigene Erfahrungen aus der Arbeit im Jugendzentrum können und sollen mit eingebracht werden, damit alle vom kollegialen Austausch profitieren können. Die Veranstaltung richtet sich u.a. an Mitarbeiter/-innen der offenen Kinder- und Jugendarbeit oder Gemeindejugendpfleger/-innen. Information, Programmflyer und Anmeldung online beim Bezirksjugendring Unterfranken

© Foto | Franziska Rehorz

Klettern mit jungen Flüchtlingen

Die Bergsportgruppe der Naturfreundejugend Bayreuth bietet seit Oktober 2015 Klettern für junge Flüchtlinge an.  Unter dem Titel „Herausforderung Vertrauen – Vertrauen und Selbstvertrauen schaffen durch gemeinsame Klettererlebnisse“ führen Trainer die Neulinge im Alter von 16 – 25 Jahren auf der Basis eines speziellen pädagogischen Konzepts an die Welt des Klettersports heran. Geklettert wird gemeinsam mit erfahrenen Vereinsmitgliedern und Familien. Das erste Treffen im Herbst war mit 65 Teilnehmer/-innen ein großer Erfolg, darunter 36 Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, Afghanistan, Somalia, Pakistan, Irak und Gambia. Das Projekt ist angelegt auf zwei Jahre und es soll ein Treffen im Monat geben. Die Termine für das nächste halbe Jahr stehen bereits fest. Klettern eignet sich als Sportart besonders gut, um Ängste und Grenzen abzubauen. Klettern eignet sich als Sportart besonders gut, um Ängste und Grenzen abzubauen.Die Kommunikation ist einfach und bereits beim ersten Treffen zeigte sich, dass die Flüchtlinge sehr aufgeschlossen sind und mit großer Neugier auf die Trainer/-innen und Helfer/-innen zugehen. Ziel ist es, junge Flüchtlinge, deren Asylanträge Aussicht auf Erfolg haben und die voraussichtlich bleiben werden, in …

Versicherung kein Thema?

Sind jugendliche Flüchtlinge versichert, wenn sie an Angeboten der Jugendarbeit teilnehmen? Ja. Für alle Aktivitäten der Jugendringe gilt der bestehende Versicherungsschutz. Für die bayerischen Stadt-, Kreis- und Bezirksjugendringe gilt also das Rahmenpaket des BJR und zwar unabhängig davon, welche Personengruppen an den Maßnahmen teilnehmen. Damit sind Flüchtlinge im Versicherungsschutz einbezogen und zwar zu den gleichen Konditionen wie alle anderen Teilnehmer/-innen. Anders gestaltet sich das Thema „Versicherung“  bei den Jugendverbänden. Hier ist entscheidend, wie deren Versicherungsbedingungen lauten. Sie müssen im Einzelfall überprüft werden. Einige Jugendverbände sind hier schon aktiv geworden, so hat etwa der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) eine spezielle Sportversicherung geschaffen, die für alle  Mitgliedsvereine des BLSV gilt. Abgedeckt sind etwa Unfall- und Haftpflichtschäden im Rahmen der aktuellen Sportversicherung. Damit sind Flüchtlinge, die  Sportangebote wahrnehmen, versichert. Nachzulesen ist die „Sportversicherung für Flüchtlinge“ in der Pressemitteilung des BLSV.