Alle Artikel mit dem Schlagwort: IDA

Asylrechtsverschärfung: Konsequenzen für Geflüchtete

Das Asylrecht wurde seit dem Sommer 2015 durch eine Kaskade von Gesetzen deutlich verschärft. Das Asylpaket I und II, das Integrationsgesetz und das Gesetz zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht wurden in Schnellverfahren und ohne hinreichende öffentliche Debatte verabschiedet. Abgesehen von der sogenannten Ausbildungsduldung, die die Abschiebung von Personen, die sich in einer Ausbildung befinden aussetzt, wurden die Rechte von Geflüchteten ausschließlich beschränkt. Zu den drastischsten Eingriffen zählen die Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Geschützte (§ 104 Abs. 13 Aufenthaltsgesetz), die Regelung abgelehnte Asylsuchende ohne Ankündigung abzuschieben (§ 59 Abs. 1 S. 8 Aufenthaltsgesetz) und neue Tatbestände, die es den Behörden ermöglichen die Sozialleistungen von Geflüchteten drastisch zu reduzieren (§ 1a Asylbewerberleistungsgesetz). Einrichtung vo AnKER-Zentren und weiteren sicheren Herkunftsstaaten Die Bundesregierung will es bei diesen Verschärfungen aber nicht belassen. Laut dem Koalitionsvertrag sollen flächendeckend sog. AnkER-Zentren entstehen, eine eu­phemistische Abkürzung für „Zentrum für Ankunft, Entscheidung, Rückführung“. Geplant ist außerdem die Maghreb-Staaten Algerien, Marokko und Tunesien, sowie Georgien als „sichere Herkunftsstaaten“ ein­zustufen. Welche weiteren Maßnahmen aus dem sog. „Master-Plan von Bundesinnenminister Horst Seehofer umgesetzt werden, ist zudem …

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Gekommen, um zu bleiben?

Eindrücke vom DBJR-Fachtag Am 31.5.2016 fand der Fachtag „Ankommen und Integration gemeinsam gestalten“ des DBJR in Berlin statt. Vertreter/-innen von Jugendverbänden und Jugendringen waren eingeladen gemeinsam über das Themenfeld zu diskutieren. Manina Ott, Projektkoordinatorin für „Flüchtlinge werden Freunde“ hat sich vor Ort ein Bild gemacht. Bleiben oder gehen? Das Begriffsrepertoire erweitern Einen ersten fachlichen Impuls gab Andreas Bierod, Geschäftsführer der Maltesern der Erzdiözese in Paderborn und ehemaliger Delegiert im DBJR Hauptausschuss. Er führte weitere Begriffe in die Diskussion ein, die über die gängigen Gegenüberstellungen von Flucht und Migration und/oder guter und schlechter Bleibeperspektive hinausreichen. Bierod argumentierte, dass es für die Integration besonders wichtig sei, ob ein Mensch mit Bleibewille komme, also ob er oder sie den Wunsch hege, seine Zukunft in Deutschland zu gestalten. Oder ob der Heimkehrwille stärker sei, also der Wunsch, irgendwann wieder in die Heimat zurückzukehren. Weiter betonte Bierod, dass die Zielgruppe der begleiteten Minderjährigen besonders groß sei. „Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge machen lediglich drei Prozent der Geflüchteten aus“, „Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge machen lediglich drei Prozent der Geflüchteten aus“, so Bierod weiter, „gerade …

Glossar der deutschen Medienmacher/-innen

Neutrale Sprache gibt es nicht. Wie jemand spricht, welche Begriffe verwendet werden, beeinflusst die Wahrnehmung und gesellschaftliche Realität. Gerade im sensiblen Feld einer wachsenden Migrationsgesellschaft fehlen manchen die „richtigen“ Worte. Dass sich hinter vermeintlich neutralen Begriffen eine diskriminierende Grundhaltung verbergen kann, zeigt diese Broschüre des Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e.V. und der Neuen deutschen Medienmacher (NDM). Die Formulierungshilfe für die Berichterstattung richtet sich an Journalistinnen und Journalisten, aber auch an alle, die in der Jugendarbeit und im Alltag ihr Sprechen hinterfragen möchten. Das Glossar ist kein moralisierendes Rezeptbuch, sondern versteht sich als Anregung den eigenen Sprachgebrauch zu überprüfen. Das Glossar ist online zu finden, als PDF oder als App auf der Seite der NDM zu haben. Wer die Arbeitshilfe lieber gedruckt lesen möchte, kann sie gegen Portokosten von drei Euro direkt auf der Seite von IDA e.V. bestellen.