Alle Artikel mit dem Schlagwort: Frauen

Frauen auf der Flucht

Mädchen, junge Frauen und überhaupt Frauen, die fliehen,  gelten als eine besondere Risikogruppe. Sie sind oft von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen (das reicht von Grenzverletzungen bis sexuellen Übergriffen) und haben auch oft sehr spezifische Fluchtgründe, dazu zählt furchtbarerweise, dass systematische Vergewaltigungen als Kriegswaffe eingesetzt werden. Die Delegierten der 154. Vollversammlung des Bayerischen Jugendrings haben deswegen zuletzt ein ganzes Paket an Forderungen entworfen, um die Situation von  Mädchen und Frauen  zu verbessern. Hier Auszüge der Forderungen, die vor allem die Verantwortung der EU deutlich machen. Ausgang: Fluchtursachen sind auch geschlechtsspezifisch […] Insbesondere Mädchen und Frauen erleben auf der Flucht häufig geschlechtsspezifische Gewalt und Entwurzelung. Sie sind sowohl in den Herkunftsländern als auch auf der Flucht selbst sowie in den Ankunftsländern zahlreichen Gefahren und Herausforderungen ausgesetzt. Darüber hinaus sind sie von speziellen Fluchtgründen betroffen. Dazu gehören beispielsweise (massive) sexualisierte, geschlechtsbezogene Gewalt und systematische Vergewaltigung, die nach wie vor als Kriegswaffen eingesetzt werden, außerdem zählen hierzu auch Genitalverstümmelung, Zwangsheirat oder Ehrenmorde. Allerdings wird die geschlechtsspezifische Verfolgung nach wie vor allzu oft im europäischen Asylverfahren nicht anerkannt. Hier besteht dringender …

© KJR Nürnberg

Jugendarbeit ist eine Investition in die Zukunft

Jugendarbeit kann einen alternativen Raum anbieten. Auch und ganz besonders für Geflüchtete, die oft einem ganz anderen Stress-Level ausgesetzt sind als junge Menschen, die hier geboren sind. So ein Stress-Level kann auch dann entstehen, wenn man vielleicht gar nicht soviel tun kann, außer hoffen und warten. Dann dreht sich der Stress eben um die Zukunft: Kann ich hierbleiben? Bekomme ich Asyl? Was, wenn nicht? Was passiert, wenn ich 18 Jahre alt werde? Das sind Fragen, die die Jugendarbeit nicht unbedingt beantworten kann. Aber sie kann zuhören, zerstreuen und junge Menschen mit anderen jungen Menschen zusammenbringen. Was Jugendarbeit mit Geflüchteten noch alles leistet, darüber haben sich Bruni Schmidt, Geschäftsführerin KJR Nürnberger Land und Sandra Härtl, Projektmitarbeiterin Flüchtlinge werden Freunde unterhalten. Übrigens: Der KJR Nürnberger Land ist zusammen mit dem KJR Nürnberg Stadt unsere Projektregion Mittelfranken. Bruni Schmidt: Warum braucht es Jugendarbeit mit Geflüchteten? Sandra Härtl: Kinder und Jugendliche haben große Ressourcen, wenn es um Kontakt- und Beziehungsaufbau sowie Anpassung geht. Jugendarbeit bietet die Chance, diese Ressourcen zu nutzen und ein vorurteilsfreies Miteinander zu unterstützen, das zur …

© Bild | Zarbitter e.V.

Mädchen und Frauen in Gemeinschaftsunterkünften

In großen Flüchtlingsunterkünften sind gerade Mädchen und Frauen der Gefahr sexueller oder sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Entsprechende Standards und Präventionsstrategien kommen leider nicht immer und überall zum Einsatz. Die Geflüchteten sind darauf angewiesen, dass Träger oder auch engagierte Einzelpersonen sich darum bemühen, schützende Strukturen zu schaffen. Eine wichtige Voraussetzung für den Schutz von Mädchen und Frauen in Gemeinschaftsunterkünften ist allerdings die Information über die eigenen Rechte. Nur wer seine Rechte kennt, kann diese auch vertreten.  Die Kontakt- und Informationsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen Zartbitter e.V. hat deshalb eine Broschüre „Alle Mädchen haben Rechte“ entwickelt, die die besonderen Belastungen von Frauen und Mädchen in Flüchtlingseinrichtungen berücksichtigt. Sie informiert in leicht verständlichen Illustrationen und knappen Texten u.a. über das Recht auf Schutz vor sexuellen Übergriffen, über das Recht am eigenen Bild und das Recht auf Hilfe. Die Broschüre kann im Online-Shop von Zartbitter e.V. bestellt werden. Sie soll auch noch in Arabisch und anderen Sprachen erscheinen.

Mädchen brauchen eigene Räume

Vergewaltigung, Genitalverstümmelung oder Zwangsverheiratung sind nur einige Beispiele warum sich Mädchen und junge Frauen entschließen aus ihrem Heimatland zu fliehen. 30 Prozent der geflüchteten Kinder und Jugendlichen sind junge Frauen und Mädchen. Der Verein BAG Mädchenpolitik fordert jetzt in einem Statement, dass Mädchen und Frauen, die fliehen, einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen. Gerade Mädchen, die mit ihrer Familie fliehen und in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht werden, würden in ihren Bedürfnissen oft nur unzureichend unterstützt. Hinzu komme, nicht nur der Mangel an Privatsphäre oder das Fehlen von Räumen für Mädchen und Frauen, dass das das Leben in der Unterkunft komplex und schwierig mache (In einigen Einrichtungen gibt es zum Beispiel nur Gemeinschaftsduschen, manche Frauen trauen sich nicht in die Küche zum kochen). Auch schirmen manche Familie aus Sorge die Mädchen von ihrer sozialen Umgebung ab. Aus diesem Grund fordert die BAG Mädchenpolitik e.V., zusammen mit der BAG Evangelische Jugendsozialarbeit niedrigschwellige und mädchengerechte Zugänge zu Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe zu schaffen: im Asylverfahren: eine schnelle und unkomplizierte Familienzusammenführung Wohnen und Unterbringung: Etablierung von geschlechtshomogenen Räumen, Gewährleistung von Mobilität …