Alle Artikel mit dem Schlagwort: Flüchtlinge

Knotenpunkte: die sieben Projektregionen

In jedem bayerischen Regierungsbezirk gibt es eine Anlaufstelle für die Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten. Sie sind die sog. Projektregionen des Aktionsprogramms Flüchtlinge werden Freunde und das Ergebnis der Ausschreibung des Strukturprojekts „Jugendarbeit mit jungen Flüchtlingen“. Strukturprojekt als Säule des Aktionsprogramms Flüchtlinge werden Freunde Das Strukturprojekt ist eine wesentliche Säule des Aktionsprogramms „Flüchtlinge werden Freunde“. Ziel des Strukturprojektes ist es, die Jugendarbeit zu befähigen Strukturen zu schaffen, die es jungen Flüchtlingen ermöglicht an der Jugendarbeit zu partizipieren. Bestätigt wurden vom Landesvorstand sieben Projektregionen: Oberbayern: KJR München-Land Niederbayern: KJR Straubing-Bogen Mittelfranken: KJR Nürnberg-Stadt und KJR Nürnberger Land Unterfranken: Bezirksjugendring Unterfranken Oberfranken: SJR Coburg Oberpfalz: SJR Regensburg Schwaben: SJR Augsburg-Stadt .    

© BJR

Was Omran sagt – oder: es ist kompliziert…

Auf der NEU:DENK 2017 am 3. und 4. Februar wurde viel gedacht, diskutiert, konzipiert, Visionen und Forderungen entworfen. Fachkräfte und Ehrenamtliche aus der Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten brachten ihre Ideen mit. Omran Kassem, 18-jähriger Berufsschüler aus Nürnberg, hat in Vorbereitung auf die NEU:DENK Freund/-innen und Mitschüler/-innen zu ihrer Lebenssituation, ihren Problemen und Wünschen befragt und die Ergebnisse schriftlich zusammengefasst. Dies ist das Ergebnis: ein persönlicher, authentischer, optimistischer Blick auf die Lebenslagen von jungen Geflüchteten in diesem Land und eine klare Einschätzung, was wünschenswert wäre: Den Leuten Zugang zu den Sprachkursen ermöglichen in dem Moment, in dem sie in Deutschland ankommen, und nicht erst, wenn sie die Aufenthaltserlaubnis bekommen. Die Flüchtlinge sind nicht zufrieden, wenn sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bekommen. Sie wollen selbständig und unabhängig sein! Die Flüchtlinge sind nicht zufrieden, wenn sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bekommen und wollen selbständig und unabhängig sein. Sie können auch vorteilhaft für die Wirtschaft sein. Sie können die wirtschaftlichen Leistungen verbessern, da man mit ihnen viele Arbeitsplätze besetzen kann. Zudem ist es doch sowieso viel zu …

© Foto | KJR München-Land

Ein JUZ als Ort der Begegnung

Die Arbeit mit Asylsuchenden in der Jugendfreizeitstätte Planet ‚O‘ des Kreisjugendrings München-Land in Oberschleißheim Als im Herbst 2013 die ersten Flüchtlinge in die Asylunterkunft in Oberschleißheim einzogen, war für die Mitarbeitenden der Jugendfreizeitstätte Planet ‚O‘ sofort klar, dass sie diese neuen Bewohner/-innen auch als Gäste in ihrem Jugendzentrum willkommen heißen wollten. Die Ankunft der ersten Flüchtlinge fiel dabei zufällig mit einer Spendenaktion zusammen, bei der die Jugendlichen der Freizeitstätte und die Bürger/-innen Oberschleißheims Kleidung und Spendengelder für ein Flüchtlingslager an der türkisch-syrischen Grenze sammelten. Einige Flüchtlinge, zu denen der Mobile Jugendarbeiter und die pädagogischen Mitarbeitenden Kontakt aufgebaut hatten, halfen damals mit, die Kleidung für den Transport zu sortieren und konnten im Zuge dessen schnell Kontakte zu jungen engagierten Oberschleißheimer/-innen knüpfen. Seitdem sind mehr als zwei Jahre vergangen, in denen das Planet ‚O‘, auch in Kooperation mit dem örtlichen Helferkreis immer wieder spezielle Aktionen mit den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus der Flüchtlingsunterkunft auf die Beine gestellt hat. Zahlreiche gemeinsame Feste und Ausflüge Im Juli 2015 wurde zusammen mit Jugendlichen und Bürger/-innen aus Oberschleißheim und den …

© Foto | KJR München-Stadt

Trends im Gepäck?

  Alles anders, alles gleich Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, um andernorts ein sichereres und damit besseres Leben führen zu können, haben natürlich eine Vergangenheit. Sie hatten ein Leben vor der Flucht. Als Jugendliche hatten sie dort Wünsche, Träume – und vielleicht gab es in Syrien, in Afghanistan oder im Sudan so etwas wie Moden, die hippe Trendsetter bestimmt haben. Oder ist alles ganz anders? Ein Gespräch mit Jamshid, der seit sechs Jahren in München lebt. Wo bist du geboren? Jamshid: Meine Familie stammt aus Afghanistan. Ich wurde dort geboren – als ich zwei Monate alt war, sind wir allerdings in den Iran geflohen. In Teheran bin ich zur Schule gegangen, hatte viele Freunde und eine große Familie um mich herum. Als ich 13 Jahre alt war, bin ich allein nach Europa geflohen Als ich 13 Jahre alt war, bin ich allein nach Europa geflohen und kam irgendwann nach München. Hier lebe ich inzwischen seit sechs Jahren. Heute bin ich 19 Jahre alt. Kannst du dich erinnern, ob es im Iran so etwas wie …

© Foto | KJR Straubing-Bogen

So unterschiedlich sind wir gar nicht

„Es war eine spannende Erfahrung für mich, ich habe neue Leute kennengelernt und  Gemeinsamkeiten entdeckt, denn so unterschiedlich sind wir nämlich nicht.“ Ein Fazit eines Teilnehmers, der die Zukunftswerkstatt des Kreisjugendrings Straubing-Bogen im September 2016 in Windberg besuchte. Insgesamt nahmen 25 Jugendliche bzw. junge Erwachsene im Alter zwischen 16 bis 26 Jahren teil.  Zwölf Jugendliche ohne Fluchthintergrund und dreizehn Geflüchtete. Alle aus der Region Straubing-Bogen und Landau an der Isar. Gemeinsam in die Zukunft Ziel der Zukunftswerkstatt war ein gemeinsamer Blick in die Zukunft. Holger Witzenleiter, Experte für interkulturelle Kommunikation leitete zusammen mit Sebastian Knipper, Bildungsreferent der Jugendbildungsstätte Windberg das Wochenendseminar. Unterstützt wurde der Workshop von Natalie Gräfe, Mitarbeiterin des Projektes „Flüchtlinge werden Freunde“ der Region Straubing-Bogen sowie einem Dolmetscher und Mitarbeitern der Unterkünfte Landau an der Isar und Straubing. Blickkontakt, Kunst und Diskussionen Sich kennenlernen und sich annähern, darum ging es am ersten Tag. Etwa, sich die Namen der anderen einzuprägen. Denn, wer sich mit Namen ansprechen kann, hat die erste Hürde genommen. „Am Anfang lief es etwas schleppend, doch nach den Spielen merkte …

Politische Bildung für junge Geflüchtete

Politische Bildung kann jungen Geflüchteten helfen, sich in der Gesellschaft zurechtzufinden. DoKuPäd ist ein pädagogisches Programm des Kreisjugendrings Nürnberg-Stadt, das anläßlich der Einrichtung des Dokumentationszentrums auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg initiiert wurde. Das DoKuPäd macht Angebote zu historisch-politischer Bildung, es arbeitet u.a. mit  Kindern- und Jugendlichen zu den Themen Demokratieverständnis und Menschenrechte, das Eintreten gegen Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit, Gruppenzwang und Gewalt. Jetzt gibt es auch ein Angebot für Übergangsklassen an Berufsschulen, das sich explizit an junge Geflüchtete richtet. Die Ringfrei des Kreisjugendring-Nürnberg Stadt berichtet in ihrem Schwerpunktheft über Flucht und Asyl in der Ausgabe 61 über dieses Angebot. Politische Bildung gibt Orientierung Mit politischer Bildung sollte nicht erst begonnen werden, wenn das Asylverfahren, das mitunter Jahre dauern kann, abgeschlossen ist, sondern sobald die sprachlichen Fähigkeiten es zulassen. Auf die Grundkenntnisse der Deutschen Sprache sind wir angewiesen, weil wir nicht nur mit Bildern arbeiten können und ohne Übersetzer/-innen auskommen wollen. Unseren Workshop bieten wir daher für Jugendliche an, die im zweiten Schuljahr an den Nürnberger Berufsschulen unterrichtet werden. Es geht uns um zwei Themenfelder: Zum einen …

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Methodenkoffer aus Österreich

Viele wünschen sich Methoden für die Arbeit mit jungen Geflüchteten. Jetzt hat die österreichische Bundesjugendvertretung eine Toolbox zum Download zur Verfügung gestellt. Darin befinden sich zahlreiche Rollenspiele für die Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten. Zum Beispiel das Rollenspiel „Stopp-Schrei“. Hier geht es darum mit Stimm- und Körpereinsatz klare Signale zu vermitteln oder das Spiel „Mein/dein persönlicher Raum“. Die Teilnehmer/-innen finden sich paarweise zusammen. Eine Person beginnt zu erzählen, nach zwei bis drei Minuten geht das Paar einen Schritt aufeinander zu. Dies wird solange wiederholt bis sich die Personen Nase an Nase gegenüberstehen. Alle Methoden haben das Ziel, einen friedvollen und empathischen Umgang mit Jugendlichen mit und ohne Fluchthintergrund zu erleichtern. Es geht darum die Kommunikation und das Miteinander zu fördern. Die Toolbox ist auch hier zum Download zu haben.

© DGB

Bürokratische Hürden für Ausbildung

Für junge Geflüchtete ist es gar nicht so einfach, in Deutschland eine Ausbildung aufzunehmen. Wie die Gewerkschaften dabei helfen können – ein Interview mit Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und im DGB-Bundesvorstand zuständig für Jugend und Jugendpolitik Welche Schwierigkeiten gibt es für junge Geflüchtete, in Deutschland eine Ausbildung zu machen? Zunächst einmal: Viele von ihnen haben traumatische Erlebnisse gemacht, da müssen erst einmal humanitäre und psychologische Hilfsmaßnahmen greifen. Die Geflüchteten müssen unsere Sprache erlernen und überhaupt unser Ausbildungssystem kennenlernen. Wie gut dann die Zugangsmöglichkeiten und -bedingungen sind, hängt leider maßgeblich vom aktuellen Aufenthaltsstatus ab. Eine Ausbildung beginnen können anerkannte Asylbewerber/-innen und solche, die einen Flüchtlingsschutz nach der Genfer Konvention oder subsidiären Schutz haben. Geflüchtete, die nur eine Aufenthaltsgestattung oder eine Duldung besitzen, brauchen eine Genehmigung der Ausländerbehörde und der örtlichen Arbeitsagentur. Dabei gibt es Vorrangprüfungen und lange Wartezeiten. Komplett ausgeschlossen werden sie, wenn sie aus einem sogenannten sicheren Herkunftsland kommen. Das ist diskriminierend. Eine echte Integration und Teilhabe kann nur stattfinden, wenn die Zugänge zu Bildung und Ausbildung barrierefrei und fair sind. …

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Treffen der Projektregionen

Qualifizierung und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt Die Träger in den Projektregionen des Aktionsprogramms „Flüchtlinge werden Freunde“ sind weiterhin sehr aktiv, es passiert viel und viel Neues. Das wurde deutlich beim Austausch auf dem Vernetzungstreffen in Nürnberg. Ein großes Thema ist weiterhin die Qualifizierung von ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiter/-innen und Jugendleiter/-innen. Im Herbst 2016 werden bayernweit vielfältige Fach- und Informationsveranstaltungen für die Jugendarbeit stattfinden, darunter auch viele mehrtätige Fortbildungsangebote. So bieten zum Beispiel in der Projektregion Augsburg der Stadtjugendring Augsburg, die Kreisjugendringe Augsburg Land und Aichach-Friedberg gemeinsam einen Juleica-Kongress mit 20 verschiedenen Workshops an; interkulturelle Kompetenzen und die Arbeit mit jungen Geflüchteten sind ein Schwerpunkt. Der Kreisjugendring Straubing-Bogen bietet in Kooperation mit der Jugendbildungsstätte Windberg im Herbst bereits zum zweiten Mal ein zweitägiges interkulturelles Training an, nachdem die erste Veranstaltung im Juni sehr gut angenommen wurde, bei Bedarf folgt ein Aufbaukurs. In Coburg ist ein mehrtägiges Qualifizierungsseminar für die Arbeit mit jungen Geflüchteten geplant, hier wird der Stadtjugendring mit einem Jugendverband kooperieren. Beim Stadtjugendring Regensburg prüft man neue, innovative Formate für die eigenen Fortbildungsangebote in diesem Bereich. …

© KJR Augsburg-Land, Marcella Schwab

Helfen beim Ankommen

Das Aktionsprogramm „Flüchtlinge werden Freunde“ wird getragen von sieben Projektregionen in ganz Bayern. Heute geht es um die Projektregion Schwaben; hier sind der Stadtjugendring Augsburg, der Kreisjugendring Augsburg-Land und der Kreisjugendring Aichach-Friedberg Vertreter des Aktionsprogramms. Der Fokus der Arbeit mit jungen Flüchtlingen im Landkreis und in der Region hat sich seit den Anfängen verändert: Nachdem zunächst die Unterstützung junger Geflüchteter und ihrer Familien bei den ersten Schritten in Deutschland im Vordergrund stand, geht es nun hauptsächlich darum, jungen Menschen dabei zu helfen, wirklich anzukommen und Anschluss zu finden. Dafür leisten Jugendverbände einen sehr wichtigen Beitrag: sie ermöglichen den jungen Flüchtlingen positive Erlebnisse in der Gruppe, bieten vielfältige Gelegenheiten, sich selbst auszuprobieren, die eigenen Stärken zu entdecken und zu erleben, Gemeinschaft und Zugehörigkeit zu erfahren. Jugendverbände ermöglichen es, die eigenen Stärken zu entdecken und zu erleben, Gemeinschaft und Zugehörigkeit zu erfahren Gerade für junge Menschen, die aufgrund ihrer Flucht aus ihren Heimatländern eine Zeit großer Unsicherheit hinter sich haben, ist das eine wichtige Erfahrung. Denn in der Schule machen Viele oft kaum positive Erfahrungen, dort stehen …