Alle Artikel mit dem Schlagwort: Fluchterfahrung

© Sella Design

Jugendarbeit ist ein Zuhause

Die Jugendarbeit: Das erste Zuhause Doch wie wichtig war die Jugendarbeit für mich in all dieser Zeit? Zwischen Ankunft und heute? Für mich war sie sehr wichtig. Zum einen, weil ich einfach einen Ort hatte, an dem eine andere Art der Ablenkung stattfand. Es war möglich, die sonstigen Umstände zu vergessen und einfach Kind zu sein. Und das auf eine ganz andere Art und Weise als in der Schule, in der Leistung immer noch eine große Rolle spielte. Vor allem in unserem Fall, wo die Vorstellung, dass Integration an der Schulleistung und dem Erfolg in der Schule zu messen ist, der Schule die Möglichkeit nahm, ein Raum zu sein, an dem man seinen Status vergessen kann. Der Sport war nicht davon überschattet, sondern bot eine Zeit an, in dem nur der Spaß am Training und am Spiel eine Rolle spielte und blendete für diese Zeit den Rest aus. Gleichzeitig hatte ich etwas Sinnvolles zu tun. Das kann einen davon abhalten, auf blöde Ideen zu kommen, was (unabhängig von Herkunft oder sonstigen Hintergründen) passieren kann, wenn …

Manchmal muss man stopp sagen

In der Regel ist die Jugendarbeit nicht dafür ausgebildet, Traumata bei (und mit) Kindern und Jugendlichen zu bearbeiten. Hier müssen Menschen eingebunden werden, die sich auf die Bearbeitung von Traumata spezialisiert haben. Dennoch kann es passieren, dass die Jugendarbeit in der Arbeit mit jungen Geflüchteten mit Traumata konfrontiert wird. Oft reicht ein kleiner Auslöser (sogenannter „Trigger“), um Menschen an Dinge zu erinnern, an die sie sich bis dato nicht erinnern konnten und dann wiedererleben – oft in derselben Heftigkeit wie beim ersten Mal. Solche „Trigger“ können konkrete Situationen sein, aber auch Gerüche oder Geräusche, die Erinnerungen wecken. Was also tun? Angelehnt an die Arbeit zum Thema „Prävention vor sexueller Gewalt“, geht es vor allem darum, verlässliche und klare Strukturen zu schaffen, die Sicherheit und Professionalität im Umgang mit betroffenen Kinder und Jugendlichen gewährleisten. Die folgenden Überlegungen sind als eine erste Hilfestellung gedacht: Vorsicht vor Stigmatisierung: Nicht jeder Mensch bewertet Erlebtes gleich. Nicht jede Erfahrung von Menschen auf der Flucht führt automatisch zu einer traumatischen Erinnerung. Sensibel sein, Zeit nehmen und Zeit lassen: Die Verarbeitungsstrategien sind …

15-Punkte-Plan für eine Willkommensstruktur

Die Amadeu Antonio Stiftung und das Deutsche Kinderhilfswerk haben einen „15-Punkte-Plan“ für eine Willkommensstruktur in Jugendeinrichtungen veröffentlicht, um Strukturen und Qualität in der Arbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen sicherzustellen. Die Handreichung liefert konkrete Handlungsempfehlungen, um eine nachhaltige Willkommenskultur für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung in der Jugendarbeit zu stärken.