Alle Artikel mit dem Schlagwort: Europa

Frauen auf der Flucht

Mädchen, junge Frauen und überhaupt Frauen, die fliehen,  gelten als eine besondere Risikogruppe. Sie sind oft von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen (das reicht von Grenzverletzungen bis sexuellen Übergriffen) und haben auch oft sehr spezifische Fluchtgründe, dazu zählt furchtbarerweise, dass systematische Vergewaltigungen als Kriegswaffe eingesetzt werden. Die Delegierten der 154. Vollversammlung des Bayerischen Jugendrings haben deswegen zuletzt ein ganzes Paket an Forderungen entworfen, um die Situation von  Mädchen und Frauen  zu verbessern. Hier Auszüge der Forderungen, die vor allem die Verantwortung der EU deutlich machen. Ausgang: Fluchtursachen sind auch geschlechtsspezifisch […] Insbesondere Mädchen und Frauen erleben auf der Flucht häufig geschlechtsspezifische Gewalt und Entwurzelung. Sie sind sowohl in den Herkunftsländern als auch auf der Flucht selbst sowie in den Ankunftsländern zahlreichen Gefahren und Herausforderungen ausgesetzt. Darüber hinaus sind sie von speziellen Fluchtgründen betroffen. Dazu gehören beispielsweise (massive) sexualisierte, geschlechtsbezogene Gewalt und systematische Vergewaltigung, die nach wie vor als Kriegswaffen eingesetzt werden, außerdem zählen hierzu auch Genitalverstümmelung, Zwangsheirat oder Ehrenmorde. Allerdings wird die geschlechtsspezifische Verfolgung nach wie vor allzu oft im europäischen Asylverfahren nicht anerkannt. Hier besteht dringender …

#YourVote #wählengehen #DeinEuropa

134 Teilnehmer_innen diskutierten am 6. April 2019 mit Europaabgeordneten über ihr Europa. Unter ihnen auch Schüler_innen, Engagierte aus der Jugendarbeit mit Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund. Denn wer #Europa gestalten will, muss auch die Perspektive derjenigen reinholen, die von Entscheidungen auf europäischer Ebene massiv betroffen sind, aber eben unter Umständen gar nicht wählen dürfen, wie zum Beispiel junge Geflüchtete. Im Workshop von Manina Ott, Projektkoordinatorin Flüchtlinge werden Freunde, standen die Themen Flucht, Integration, Migration und Diskriminierungserfahrungen und Umgang mit LGBTQI im Vordergrund. Alles Anliegen, die den Teilnehmer_innen selbst am 💕 lagen und die sie erst in der Gruppe und anschließend mit Prof. Dr. Angelika Niebler (CSU) und Barbara Lochbihler (die Grünen) diskutierten. Nicht wählen zu dürfen, aber dennoch bedacht zu werden, darum geht es auch in der Kampagne #YourVoteourfuture des European Council on Refugees and Exiles. Wer wählen darf, ist aufgefordet, ein menschenfreundliches, humanitäres und pro-europäisches Europa zu wählen. Eben in der Wahlentscheidung auch die mitzudenken, die marginalisiert sind, und unsere Stimmen brauchen. Der Bayerische Jugendring (BJR) hatte in Kooperation mit der Bayerischen Staatskanzlei und dem Verbindungsbüro …

© BJR

Von Europa für Bayern lernen

Zur Entstehungsgeschichte der Jugendintegrationsbegleiter_innen Herbst 2017, in einer bayerischen Jugendbegegnungsstätte. Elf junge Menschen, die ursprünglich aus Syrien, Afghanistan, Kamerun, Tunesien und Äthiopien stammen, halten strahlend ein buntes BJR-Zertifikat in den Händen. Sie haben erfolgreich die Fortbildung zum_r Jugendintegrationsbegleiter_in (Jib) absolviert. Ganz verschiedene Persönlichkeiten sind da versammelt. Sie alle eint der Wille, in ihrer neuen Heimat Bayern ihr Wissen im Integrationsprozess einzubringen. Doch was ist ein Jib? Doch was ist ein Jib? Und woher stammt die Idee dazu? → VORBILD ITALIEN Im April 2016 nahm eine Gruppe bayerischer Fachkräfte an der Studienreise des BJR „Young Migrants on the Move“ nach Neapel teil. Dort lernten sie das ihnen unbekannte Berufsbild der Kulturmediator_innen kennen. Kulturmediator_innen sind Vermittler_innen, etwa zwischen jungen Geflüchteten und Einheimischen. Ob beim Gang zum Arzt, beim Sprachenlernen Ob beim Gang zum Arzt, beim Sprachenlernen oder am Tag der Ankunft in Italien, sie sind mehr als nur Dolmetscher_innen. Sie helfen Neuankömmlingen im unbekannten Land weiter. Und: Kulturmediator_innen haben immer selbst einen Migrationshintergrund. Durch diese Erfahrung bringen sie eine Kompetenz mit, die Einheimische nicht haben und die …

© BJR

Menschen, die zu Fuß durch Europa gehen…

Eine europäische Perspektive auf Flucht? Wie kann sie aussehen? Was kann Jugendarbeit hier tun? Und vor allem: wie kann eine europäische Jugendarbeit aussehen? Wir haben die Veranstaltung  „New Perspectives. European Experiences of Youth Work and Migration“ genutzt und die Experten vor Ort befragt: Alexios Georgalis reiste für die Veranstaltung aus Griechenland an. Er arbeitet unter anderem als Berater für die Vereinten Nationen und ist ein Pfadfinder mit einem goldenen Herz. Er war unter anderem mit Pfadfindergruppen in Flüchtlingslagern und den Häfen auf Lesbos unterwegs, um das Leben der Menschen erträglicher zu gestalten. Und sei es nur, Kindern Luftballons zu schenken. Er antwortet folgendermaßen: © BJR „Europa kam mir auch sehr groß vor, aber ich sehe jetzt, dass Leute durch Europa laufen. Europa ist klein. Es wäre unglaublich wichtig, Know-how auszutauschen. Deutschland hat eine Jugendarbeit, die  Jahrzehnte zurückblicken kann. Das ist in Griechenland nicht der Fall. Wir mussten Sachen entdecken, sage ich mal so. Wir haben an der Front Sachen gesehen, die man theoretisch nicht begreifen kann. Wir haben an der Front Sachen gesehen (in den Camps, …

© Foto: Addis Mulugeta

Neudenken mit Addis Mulugeta

Nur noch wenige Wochen bis zur Konferenz NEU:DENK2017 , die vom 3. und 4. Februar im Bellevue die Monaco in München stattfindet. Der Name ist das Ziel, denn die NEU:DENK2017 will frischen Wind und frische Gedanken in den Themenkomplex Flucht und Asyl bringen. Sie richtet sich an junge Geflüchtete und Praktikerinnen der Jugendarbeit mit Geflüchteten. Addis Mulugeta ist 33 Jahre alt und Journalist. Er kommt aus Äthiopien. Dort arbeitete er bei einer englischsprachigen Zeitung. Da er seine Profession ernst nahm und als kritische Stimme berichtete, wurde er von der Regierung verfolgt. Ende 2009 floh er aus Äthiopien nach Deutschland. Gründer und Kritiker Schon bald setzte Addis Mulugeta sich dafür ein, geflüchteten Menschen eine Stimme zu verleihen. Dazu gründete er das Magazin heimfocus, das genau dies ermöglichte. 2011 wurde ihm der Friedenspreis der Stadt Würzburg verliehen. Addis Mulugeta studierte in Würzburg Betriebswirtschaft und betreut in Würzburg Geflüchtete. Gemeinsam mit Caroline von Eichhorn hat er das Buch „Neu in Deutschland“ verfasst, das Porträts von Geflüchteten und ihren Wünschen und Zielen sammelt. Bei NEU:DENK2017 möchte Addis Mulugeta seine …

© KJR München

Hin und weg…

In Bewegung bleiben hätte auch das Motto der „Young Migrants on the Move in Europe“ für die vergangene Woche  lauten können. U.a.  waren die Teilnehmer/-innen von Dedalus, einer neapolitanischen NGO, die in der Arbeit mit jungen Geflüchteten aktiv ist,  in München, Nürnberg und Regensburg unterwegs, um sich verschiedene Einrichtungen der Flüchtlingshilfe und der Jugendarbeit anzusehen. Junge Geflüchtete traf die Gruppe an allen Stationen und nutzte die Gelegenheit, sich mit ihnen auszutauschen. Das Programm „Young Migrants on the Move in Europe“ wird von Erasmus + Jugend in Aktion gefördert. Einige Eindrücke dieser Reisen sind in dieser Bildergalarie festgehalten: