Alle Artikel mit dem Schlagwort: BJR

Methoden internationaler Jugendarbeit

Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten ist immer internationale Jugendarbeit – das ist eigentlich nur logisch. Doch klar ist auch, Jugendarbeit mit jungen Geflüchten braucht Unterstützung, manchmal auch einfach nur im Methoden-Handwerk. Die IJAB – Fachstelle für internationale Jugendarbeit hat jetzt ein Methodenhandbuch herausgegeben, in der sie Methoden, speziell für die Arbeit mit jungen Geflüchteten herausgearbeitet hat. Manche davon erstmal für die eigene Sensibilisierung. Wie etwa das Rassismus-Barometer, in der zwei Ecken des Raumes zu Rassismus-Polen (gar nicht rassistisch/super rassistisch) definiert werden. Die Teilnehmenden bekommen verschiedene Fälle vorgelesen und die Aufgabe sich im Raum dementsprechend zu verteilen. Werbekampagnen, Sprichwörter, Karikaturen etc. kommen zum Einsatz und zeigen wie vielschichtig das Phänomen Rassismus ist. Leider! Prädikat: Lohnt sich, regt zu Diskussionen an und zerrt an den eigenen Bildern im Kopf. Die ganze Broschüre mit noch mehr spannenden und v.a. hilfreichen Methoden kann man hier downloaden und hier bestellen.

© BJR

Was Omran sagt – oder: es ist kompliziert…

Auf der NEU:DENK 2017 am 3. und 4. Februar wurde viel gedacht, diskutiert, konzipiert, Visionen und Forderungen entworfen. Fachkräfte und Ehrenamtliche aus der Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten brachten ihre Ideen mit. Omran Kassem, 18-jähriger Berufsschüler aus Nürnberg, hat in Vorbereitung auf die NEU:DENK Freund/-innen und Mitschüler/-innen zu ihrer Lebenssituation, ihren Problemen und Wünschen befragt und die Ergebnisse schriftlich zusammengefasst. Dies ist das Ergebnis: ein persönlicher, authentischer, optimistischer Blick auf die Lebenslagen von jungen Geflüchteten in diesem Land und eine klare Einschätzung, was wünschenswert wäre: Den Leuten Zugang zu den Sprachkursen ermöglichen in dem Moment, in dem sie in Deutschland ankommen, und nicht erst, wenn sie die Aufenthaltserlaubnis bekommen. Die Flüchtlinge sind nicht zufrieden, wenn sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bekommen. Sie wollen selbständig und unabhängig sein! Die Flüchtlinge sind nicht zufrieden, wenn sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bekommen und wollen selbständig und unabhängig sein. Sie können auch vorteilhaft für die Wirtschaft sein. Sie können die wirtschaftlichen Leistungen verbessern, da man mit ihnen viele Arbeitsplätze besetzen kann. Zudem ist es doch sowieso viel zu …

© JDAV | Jugend Omega

Vom Begegnungswochenende zur Jugendgruppe

Schlittenfahren, Skifahren, Schlittschuhfahren, Hüttenschuhe nähen; das sind nur einige vielversprechende Programmpunkte der neu gegründeteten Jugend Omega der Sektion München des Deutschen Alpenvereins (DAV). Alle zwei Wochen treffen sich Jugendliche mit und ohne Fluchthintergrund, um gemeinsam in die Berge zu gehen, zu Bouldern oder einfach zusammen einen Spieleabend zu verbringen. Selber machen lassen! „Ziel ist, dass vor allem die Geflüchteten selber zum Motivationsmotor werden, indem sie aktiv in der Gruppenleitung werden und sich gemeinsam mit nicht Geflüchteten austauschen können,“ sagt der Bildungsreferent der JDAV Jugend Andreas Geiss zu dem neuen Angebot. „Hier können Jugendliche gemeinsam Verantwortung übernehmen, eigene Angebote zusammenstellen und damit mehr in die Verantwortung gehen – wie bei allen anderen Jugendgruppen eben auch. Und natürlich steht der Spaß mit im Vordergrund!“ © Foto | Eleleleven | CC BY SA 2.0 An den Gruppenabenden können alle auch ohne DAV-Mitgliedschaft teilnehmen. Wer in den Genuss des Freizeitprogramms kommen möchte, etwa Skifahren oder Wandern will, muss DAV-Mitglied werden. Allerdings können Geflüchtete mit der Kopie ihres Aufenhaltstatus die Mitgliedschaft umsonst bekommen. Aus einem Begegnungswochenenende zur Jugendgruppe Entstanden ist …

© BJR

Junge Geflüchtete wollen partizipieren…

… bestätigt und stärkt Matthias Fack, BJR-Präsident die Wünsche und Forderungen der Teilnehmer/-innen der NEU:DENK2017. Welche Forderungen die Geflüchteten und Praktiker/-innen der Jugendarbeit konkret forumuliert haben, ist auch in der Pressemitteilung zur NEU:DENK2017 nachzulesen. Neudenken mit BJR-Präsident Matthias Fack: Junge Geflüchtete wollen sich einbringen from Bayerischer Jugendring on Vimeo.  

Das war sie….

Eine Woche im Zeichen der Menschenrechte. Das war unser Motto in der vergangenen Woche. Wir haben noch einmal zusammengefasst, was uns bewegt hat. Außerdem haben wir noch ein paar weiterführende Links versteckt, etwa zum Online-Kurs Menschenrechte von Amnesty International,  zum No Hate Speech-Movement, der Kampagne des Europarats gegen Hassreden im Netz und natürlich zu all unseren Beiträgen und zu unserer Pressemitteilung Gemeinsam gegen den Hass. Jugendarbeit für Menschenrechte. Alle unsere Beiträge haben wir auch noch hier zusammengefasst: [View the story „Woche der Menschenrechte“ on Storify]

Jugendarbeit in der Postmigration

Denkanstöße aus Sicht der außerschulischen (Jugend-)Bildung Menschenrechtsbasierte Jugendarbeit oder menschenrechtsorientierte Jugendbildung ist auch Thema der Jugendbildungsstätten. Hier geht es um den Gewinn von Handlungskompetenz in einer vielfältiger werdenden Gesellschaft, aber auch um Differenzierungen von Konfliktfeldern mit Jugendlichen und der Bedeutung von Selbstreflexion. Was genau darunter zu verstehen ist, und was Postmigration damit zutun hat, erklärt der Bildungsreferent Christian-Friedrich Lohe von der Europäischen Jugendbildungsstätte: Am internationalen „Tag der Menschenrechte“ am 10. Dezember 2013 verkündete der damals amtierende amerikanische Präsident Barak Obama: „Vor 65 Jahren kamen Delegierte aus der ganzen Welt zusammen, um die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte zu verabschieden und damit die Vorstellung zurückzuweisen, die Sehnsüchte des Einzelnen hätten sich den Launen von Tyrannen und Kaiserreichen unterzuordnen, und das Recht jedes Einzelnen auf Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit vor dem Gesetz zu bekräftigen. Am Tag der Menschenrechte und in der Woche der Menschenrechte sind wir nicht nur entschlossen, diese Ideale zu würdigen, sondern auch, uns in unserer Zeit für sie einzusetzen.“ Drei Jahre später lässt sich mit einem Blick in die Tagespresse festhalten, dass hier noch großer …

Freiheit, die ich meine

Von Gedanken-, Gewissens-, Rede-, Meinungs- und Glaubensfreiheit ist in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte die Rede, auch vom Recht auf Freiheit von Furcht und Not. Die Millionen von Menschen, die zur Zeit auf der Flucht sind, nehmen dieses Recht für sich in Anspruch. Sie wollen an einem Ort leben, an dem sie frei sind von Furcht und Not, an dem sie ihre Meinung frei äußern, ihre Religion selbstverständlich leben können. Sie kommen zu uns. Und auch hier sind ihre Grundfreiheiten eingeschränkt: die Freiheit, zu entscheiden, wo und wie man wohnen will, welchen Beruf man ergreift, die Freiheit, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen – für Geflüchtete gibt es viele Hürden. Auch Alltagsdiskriminierung zählt dazu, auch sie beschneidet die Freiheit des Einzelnen in ganz praktischen Dingen. Mit diesen Erfahrungen von Diskriminierung und Beschränkung– in den Herkunftsländern und in Deutschland – kommen junge Geflüchtete in der Jugendarbeit an. Mit ihrem demokratischen Grundverständnis kann die Jugendarbeit der erste Ort sein, der ihnen die Freiheit anbietet, sie selbst zu sein. Die eigene Meinung frei zu äußern, sich …

© Foto | Jugendbildungsstätten Bayern

Antirassismusarbeit weit vorn

24.10.2016. Das Herbsttreffen, das die Jugendbildungsstätten in Bayern jährlich ausrichten, widmete sich auch in diesem Jahr der Situation junger Flüchtlinge und den Aufgaben der Jugendbildungsstätten bei ihrer Integration. Dabei wurde deutlich: Die Bandbreite der im letzten Jahr entstandenen Projekte, Seminare und Kooperationen an den einzelnen Häusern dazu ist groß. Ein neues, wichtiges Thema ist antirassistische Bildungsarbeit. Innerhalb des letzten Jahres haben die Jugendbildungsstätten ihr Engagement, ihre Angebote und Kooperationen für eine gelingende Integration junger Flüchtlinge intensiv ausgeweitet. Dies wurde bei der Gesamtschau am ersten Tag des diesjährigen Herbsttreffens des Netzwerks in Waldmünchen deutlich. Das Spektrum reicht von Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung über Fortbildungen für Multiplikatoren/-innen, Haupt- und Ehrenamtliche der Flüchtlingsarbeit. Entstanden sind neue Kooperationen mit Verbänden, Jugendämtern, Sozialeinrichtungen oder Ehrenamtskreisen. Einblick in die Lebenssituation junger Geflüchteter Zum Auftakt schilderte Bernd Moser, Referent für Migration und Integration der AWO Nürnberg, die Lebenssituation junger Geflüchteter in Deutschland. „Kein Mensch flüchtet freiwillig“, lautete seine Botschaft. Für das Gros der Geflüchteten besteht der Alltag in Deutschland aus zermürbendem Warten und Angst vor Abschiebung, mit …

© KJR München

Hin und weg…

In Bewegung bleiben hätte auch das Motto der „Young Migrants on the Move in Europe“ für die vergangene Woche  lauten können. U.a.  waren die Teilnehmer/-innen von Dedalus, einer neapolitanischen NGO, die in der Arbeit mit jungen Geflüchteten aktiv ist,  in München, Nürnberg und Regensburg unterwegs, um sich verschiedene Einrichtungen der Flüchtlingshilfe und der Jugendarbeit anzusehen. Junge Geflüchtete traf die Gruppe an allen Stationen und nutzte die Gelegenheit, sich mit ihnen auszutauschen. Das Programm „Young Migrants on the Move in Europe“ wird von Erasmus + Jugend in Aktion gefördert. Einige Eindrücke dieser Reisen sind in dieser Bildergalarie festgehalten:

Fakten statt Vorurteile, aber freilig!

Geflüchtete, die nach Deutschland kommen, sind schulpflichtig. Doch nicht immer sind die Klassen auf die neuen Mitschüler/-innen vorbereitet. Auch für viele Jugendgruppen ist es zunächst schwierig, mit Jugendlichen mit Fluchterfahrung umzugehen.  Schließlich sind auch Kinder und Jugendliche nicht frei von Vorurteilen. Diese abzubauen und Empathie zu fördern, ist das Ziel des Projekts „Freilig“ -„Freilig kennen wir uns aus“ des Kreisjugendrings Augsburg-Land. Was nimmst du mit, wenn du nur eine Sache retten kannst? Freilig informiert zu den Themen Flucht und Asyl. Das ist kein klassischer Unterricht, sondern ein ständiger Austausch mit- und untereinander. Zum Angebot gehören eine animierte Präsentation, etwa ein Quiz zu Zahlen und Fakten und  Methoden, die Verständnis wecken sollen für junge Geflüchtete. Da wird das Klassenzimmer plötzlich mit einem Drahtzaun getrennt und auf der einen Seite stehen Stühle und Tische mit Getränken und Snacks, auf der anderen Seite gibt es jedoch gar nichts. Ein strategisches Spiel, das verdeutlichen soll, warum Mangel und Armut Menschen veranlassen kann, ihr Land zu verlassen. Oder die Schüler/-innen machen eine Phantasiereise in ein Land, in dem Krieg herrscht. …