Alle Artikel mit dem Schlagwort: BJR

Worte schaffen Wirklichkeit

Die Delegierten der 152. Vollversammlung des Bayerischen Jugendrings forderten einen Perspektivwechsel in der Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht und machten sich stark für die gesellschaftliche Teilhabe von jungen Geflüchteten. Wir haben hier nochmal wichtige Zitate aus dem Beschluss „Für ein Klima der Menschenfreundlichkeit“ gelistet. Der ganze Beschluss zum Nachlesen.  Wir wollen nicht mehr von Problemen sprechen, sondern von Herausforderungen, die es zu meistern gilt, und von Chancen, die wir gestalten können. Wir wollen keine Debatten mehr darüber ob wir uns eine vielfältige Gesellschaft leisten können. Sie ist Realität und muss als solche anerkannt werden. Worte schaffen Wirklichkeiten. Deshalb wollen wir, dass die Worte genutzt werden, die die Wirklichkeit schaffen, in der wir leben wollen. Und die Mut machen, diese auch zu gestalten. Solange Politik weiterhin Sprachbilder produziert, die von negativen Stereotypen und Ausgrenzung geprägt sind und diese Haltung in Gesetze gießt, hat Gesellschaft keine Chance, anders zu sprechen. Wir fordern, dass die Verwendung der Begriffe „gute Bleibeperspektive“ und „schlechte Bleibeperspektive“ aufgegeben wird. Wir fordern, die Einstufung von Ländern als „sichere Herkunftsstaaten“ aufzugeben. Wir fordern, dass …

Von einer, die auszog, Fragen zu stellen

Lea ist Referentin für Europäische Jugendpolitik im Bayerischen Jugendring und pendelt zwischen München und Brüssel. Sie hat in Brüssel das Europabüro des BJR aufgebaut, das u.a. jugendpolitische Interessenvertretung zum Ziel hat,  europäische Politik beobachtet und darüber berichtet. Klar ist, wer auf europäischer Ebene aktiv ist, kommt um die Themen Flucht und Asly nicht umhin oder besser geschrieben, hat schnell eine dezidierte Meinung dazu. Leas Meinung und Einschätzung gibt es hier im Interview: Wo begegnen Dir die Themen Flucht und Asyl? 2015 habe ich in Brüssel für den BJR angefangen  und unser Europabüro aufgebaut. Seitdem begegnet mir das Thema unablässig. Da ich selbst Projekte mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten gemacht habe, war und ist mir das Thema sehr bewusst. Ich fragte die Brüssler_innen in Parlament und Kommission direkt:“Wie wollt ihr junge Geflüchtete schützen und was können wir auf Europaebene für Sie tun?“ „Oh Lea, that´s a good question“ „Oh Lea, that´s a good question – but it´s not on the radar right now.” Erst wurden Lösungen im Bereich der Migrationspolitik verhandelt, dann festgestellt, dass die Umverteilung in …

© Foto | Michaela Morosini

Rap & Lederhosen: die Refugee Rap Squad

Sie waren die Ersten auf der Bühne des Mitanand Open Airs. Die vier Jungs rappen auf Deutsch, Englisch, Wolof (Senegalesisch) und Französisch. In ihren Texten sprechen sie über das Warten auf Asyl, ihre Fluchterfahrung und ihre neue bayerischer Heimat. Die juna # 4.17 hat sich mit dem Thema Freiheit beschäftigt und die Refugee Rap Squad um ein Interview gebeten. Yaser, Ousmane (Laouzz), Timo und Bakr (DJ Baxter) sind ein Kollektiv geflüchteter Jugendlicher, die gerne Musik machen, und bilden zusammen das Refugee Rap Squad. Gerade haben die vier ihr erstes offizielles Musikvideo „Chill – kein Asyl“ veröffentlicht. Die Lederhosen und die Almlandschaft darin sollen auch symbolisieren, wie sehr sich die geflüchteten Freunde in ihrer neuen Heimat schon integriert fühlen. Und alles dafür tun, um in Deutschland bleiben zu dürfen –denn manchen von ihnen droht die Abschiebung. Yaser, Ousmane, Timo und Bakr, wie habt ihr euch kennengelernt? TIMO: Das war vor etwa drei Jahren bei einem Hip-Hop-Workshop an der Berufsschule in Kelheim, also Bakr, Ousmane und ich. Yaser kenne ich auch ungefähr so lange aus München. Dort …

Ausatmen, Kaffee trinken, Selbermachen…

Eindrücke aus der Summer School der Jugendintegrationsbegleiter_innen Miteinander statt übereinander reden, ist das Credo hinter der Idee der Qualifizierungsreihe zum/r Jugendintegrationsbegleiter_in. Und das Herzstück von Flüchtlinge werden Freunde. Letzte Woche vom 11. bis 18. August waren die Teilnehmer_innen der Summer School für die Jugendintegrationsbegleiter_innen zu Gast auf der Burg Schwaneck, aber auch zu Besuch im Bayerischen Jugendring und bei LOK Arrival in der Bayernkaserne. Am Donnerstag, 17. August, sind wir zu Besuch. Erst mal die Informationen  sacken lassen, zur Ruhe kommen und dann eigene Ideen entwickeln, das war das Thema am Ende dieser Woche. Eine Woche voller Input und Wissen liegt hinter den elf Teilnehmer_innen. Alle von ihnen haben Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund. Im Gruppenraum, dem Turmzimmer der Burg, hängen die Ergebnisse der letzten Tage. Diskutieren, Ideen austauschen, kreativ Arbeiten „Ich bin total begeistert und glücklich mit dieser Gruppe, es sind so tolle Leute“ sagt Maria Prahl, Trainerin von Working between Cultures.  Maria ist eine von vier Trainerinnen, die die Fortbildung begleiten. Mit im Team sind weitere Pädagog_innen der Jugendbildungsstätte Unterfranken und der Burg Schwaneck. „Die erste …

© BJR

Unsere Freund_innen — unser Leben!

Flüchtlinge werden Freunde wächst Flüchtlinge werden Freunde wächst. Zahlreiche Projekte in der Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten sind in den letzten zwei Jahren entstanden .  Und auch  der Bayerische Jugendring ist um eine Projektmitarbeiterin reicher, die den Projektregionen und der Jugendarbeit vor allem beratend im Themenfeld von Rassismus und Diskriminierungserfahrungen zur Seite stehen wird. Anke Zimmermann ist seit Juli bei uns. Hier erzählt sie uns, was sie alles vorhat: Was machst Du für Flüchtlinge werden Freunde? Anke Zimmermann: Für Flüchtlinge werden Freunde bin ich auf einer neu geschaffenen Stelle aktiv, die  Maßnahmen entwickelt, wie mit Rassismus und Anfeindungen in und um die Jugendarbeit herum umgegangen werden kann. Das heißt sowohl für diejenigen, die in der Jugendarbeit mit Geflüchteten arbeiten, als auch für die Geflüchteten selbst. Die haben auf der Flucht oft Schlimmes erlebt, haben zum Teil traumatische Erfahrungen hinter sich und kommen dann hier in ein Land, in dem sie sich in Sicherheit wähnen und werden mit ablehnenden Haltungen oder gar Anfeindungen konfrontiert. Das kann sie irritieren, auf jeden Fall verunsichern und verletzen, weil sie das auf …

© Andi Klenk

Mitanand feiern!

Flüchtlinge werden Freunde feiern das Mitanand Open Air, am Samstag, den 9. September. Wir wollen das Aktionsprogramm des Bayerischen Jugendrings damit noch bekannter machen, zeigen was in der Jugendarbeit bereits läuft und ein klares Zeichen setzen. Junge Geflüchtete sind hier bei uns angekommen – in der Jugendarbeit und in Bayern – und sie wollen hier zu Hause sein. Andi Klenk organisiert die Veranstaltung. Wir haben uns vorab mit ihm unterhalten: Wer bist Du und was machst Du beim Bayerischen Jugendring? Ich heiße Andi Klenk und bin Projektleiter für das Mitanand Open Air. Für den Bayerischen Jugendring arbeite ich nicht fest, sondern bin für die Zeit der Planung und Durchführung des Festivals engagiert worden. Ich bin seit vielen Jahren im Konzert- und Festivalbereich unterwegs und habe mit ganz verschiedenen tollen Menschen ganz unterschiedliche und immer sehr schöne Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Ich bin als fester Mitarbeiter bei der Musikzentrale Nürnberg und zudem mit meiner Agentur ERICH&ERNA selbstständiger Konzert- und Festivalveranstalter. Jetzt freue ich mich aber sehr, das Mitanand machen zu dürfen. © Andi Klenk Warum …

Liebe, Zukunft, Freiheit….

…das sind nur einige der Wünsche von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsene für ihre Zukunft. Der Kreisjugendring München-Land hat fünf Postkarten entworfen, die sich mit diesen Themen beschäftigen. Sie sollen als Denkanstöße in der Jugendarbeit eingesetzt werden. Die Zitate stammen von Kindern und Jugendlichen, die ihre Eindrücke zum Thema „Flucht“ Anfang 2016 auf Papier brachten. Zum Beispiel: „Liebe ist, anderen zu helfen“, sagte Mohammad, 18 Jahre aus Afghanistan, oder „die Zukunft ist wichtiger als die Vergangenheit“, Fatimeh, 17 Jahre aus Afghanistan. Die Postkarten kommen mit einem kleinen Begleitheft, hier werden nochmals verschiedene Methoden vorgestellt, um mit ihnen direkt in der Jugendarbeit weiter zu arbeiten. So laden die Postkarten dazu ein, etwa eine Wandkarte aus ihnen zu machen, auf der die Jugendlichen ihre Gedanken und Ideen dazuschreiben und so die Zitate weiterentwickeln. Wer lieber bastelt und etwas in Szene setzen will, kann sich an einem Diorama versuchen, quasi einer Motiventwicklung in einem Schuhkarton. Und natürlich sind die Zitate eine sehr gute Möglichkeit ins Gespräch zu kommen. Finanziert wurden die Postkarten von Flüchtlinge werden Freunde, Aktionsprogramm des …

Mehr Austausch gewünscht

Grenzenlos ist eine offene Jugendgruppe der djo-Deutsche Jugend in Europa  für geflüchtete junge Menschen, die in Lindau am Bodensee ihr neues Zuhause gefunden haben. Den Namen haben sich die Jugendlichen selbst überlegt.  Er steht dafür, dass man durch Gemeinschaft Grenzen überwinden kann. Bevor 2015 sehr viele Geflüchtete nach Deutschland kamen, gab es kaum ehrenamtliche Initiativen in diesem Bereich. Daher hatten die Jugendlichen nur wenige Freizeitmöglichkeiten in Lindau am Bodensee. Einige junge Studentinnen, die sich in der dortigen Flüchtlingshilfe engagierten, gründeten 2012 die djo Jugendgruppe „Grenzenlos“. Heute setzt sie sich verstärkt für die Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe der Jugendlichen ein. Gemeinsam lernen und lachen Als 2015 viele Jugendliche zu uns nach Deutschland fanden, von denen viele ohne ihre Eltern unterwegs waren, kamen zahlreiche offene, motivierte und lebensfrohe junge Menschen, die die Gruppe zu dem machten, was sie heute ist: ein Rahmen, in dem alle Mitglieder sie selbst sein und ihre Kultur ausleben können. Es wird gemeinsam gelernt, gelacht und diskutiert. Es entstehen Ideen für neue Projekte. Im Laufe der Zeit haben die Mitglieder gewechselt, da sich …

Methoden internationaler Jugendarbeit

Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten ist immer internationale Jugendarbeit – das ist eigentlich nur logisch. Doch klar ist auch, Jugendarbeit mit jungen Geflüchten braucht Unterstützung, manchmal auch einfach nur im Methoden-Handwerk. Die IJAB – Fachstelle für internationale Jugendarbeit hat jetzt ein Methodenhandbuch herausgegeben, in der sie Methoden, speziell für die Arbeit mit jungen Geflüchteten herausgearbeitet hat. Manche davon erstmal für die eigene Sensibilisierung. Wie etwa das Rassismus-Barometer, in der zwei Ecken des Raumes zu Rassismus-Polen (gar nicht rassistisch/super rassistisch) definiert werden. Die Teilnehmenden bekommen verschiedene Fälle vorgelesen und die Aufgabe sich im Raum dementsprechend zu verteilen. Werbekampagnen, Sprichwörter, Karikaturen etc. kommen zum Einsatz und zeigen wie vielschichtig das Phänomen Rassismus ist. Leider! Prädikat: Lohnt sich, regt zu Diskussionen an und zerrt an den eigenen Bildern im Kopf. Die ganze Broschüre mit noch mehr spannenden und v.a. hilfreichen Methoden kann man hier downloaden und hier bestellen.

© BJR

Was Omran sagt – oder: es ist kompliziert…

Auf der NEU:DENK 2017 am 3. und 4. Februar wurde viel gedacht, diskutiert, konzipiert, Visionen und Forderungen entworfen. Fachkräfte und Ehrenamtliche aus der Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten brachten ihre Ideen mit. Omran Kassem, 18-jähriger Berufsschüler aus Nürnberg, hat in Vorbereitung auf die NEU:DENK Freund/-innen und Mitschüler/-innen zu ihrer Lebenssituation, ihren Problemen und Wünschen befragt und die Ergebnisse schriftlich zusammengefasst. Dies ist das Ergebnis: ein persönlicher, authentischer, optimistischer Blick auf die Lebenslagen von jungen Geflüchteten in diesem Land und eine klare Einschätzung, was wünschenswert wäre: Den Leuten Zugang zu den Sprachkursen ermöglichen in dem Moment, in dem sie in Deutschland ankommen, und nicht erst, wenn sie die Aufenthaltserlaubnis bekommen. Die Flüchtlinge sind nicht zufrieden, wenn sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bekommen. Sie wollen selbständig und unabhängig sein! Die Flüchtlinge sind nicht zufrieden, wenn sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bekommen und wollen selbständig und unabhängig sein. Sie können auch vorteilhaft für die Wirtschaft sein. Sie können die wirtschaftlichen Leistungen verbessern, da man mit ihnen viele Arbeitsplätze besetzen kann. Zudem ist es doch sowieso viel zu …