Alle Artikel mit dem Schlagwort: BJR

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Maeva tanzt und gärtnert für Integration

Miteinander statt übereinander reden, ganz klar das Motto des Aktionsprogramms Flüchtlinge werden Freunde, das in der Fortbildung zum_zur Jugendintegrationsbegleiter_in (Jib) ganz besonders zum Tragen kommt. Zum dritten Mal bietet der BJR 2019 die Qualifzierungsreihe an, in der unter anderem Präsentation, Storytelling, Projektmanagement, Kommunikation, Konfliktmanagement, interkulturelle Kompetenz, Selbstmanagement, Identität und Netzwerken im Vordergrund stehen. Das Team, das die Fortbildungen leitet, ist divers besetzt, so sind auch Absolvent_innen aus den vergangenen Jahren mit im Team. Zum ersten Mal dabei ist auch Maeva Nguimfo, die an der Jib Fortbildung 2017 teilgenommen hat. Sie studiert BWL und tanzt gerne. Warum machst Du beim Jib-Team mit? Für mich ist es wichtig, mich weiterzubilden, in diesem Bereich von der Integration und  ich wollte meine Erfahrungen mit anderen Jib austauschen. Ich war 2017 erstmals bei der Fortbildung dabei, ich verstehe mich als Gärtnerin und möchte Migrant_innen dabei helfen, hier zu sein und anzukommen, deswegen ist Integration für mich wichtig. Ein Thema, das dir besonders am Herzen liegt? Also ja, ich finde das Thema  Kulturschock sehr sehr wichtig. Ich mag das Thema, weil …

Frauen auf der Flucht

Mädchen, junge Frauen und überhaupt Frauen, die fliehen,  gelten als eine besondere Risikogruppe. Sie sind oft von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen (das reicht von Grenzverletzungen bis sexuellen Übergriffen) und haben auch oft sehr spezifische Fluchtgründe, dazu zählt furchtbarerweise, dass systematische Vergewaltigungen als Kriegswaffe eingesetzt werden. Die Delegierten der 154. Vollversammlung des Bayerischen Jugendrings haben deswegen zuletzt ein ganzes Paket an Forderungen entworfen, um die Situation von  Mädchen und Frauen  zu verbessern. Hier Auszüge der Forderungen, die vor allem die Verantwortung der EU deutlich machen. Ausgang: Fluchtursachen sind auch geschlechtsspezifisch […] Insbesondere Mädchen und Frauen erleben auf der Flucht häufig geschlechtsspezifische Gewalt und Entwurzelung. Sie sind sowohl in den Herkunftsländern als auch auf der Flucht selbst sowie in den Ankunftsländern zahlreichen Gefahren und Herausforderungen ausgesetzt. Darüber hinaus sind sie von speziellen Fluchtgründen betroffen. Dazu gehören beispielsweise (massive) sexualisierte, geschlechtsbezogene Gewalt und systematische Vergewaltigung, die nach wie vor als Kriegswaffen eingesetzt werden, außerdem zählen hierzu auch Genitalverstümmelung, Zwangsheirat oder Ehrenmorde. Allerdings wird die geschlechtsspezifische Verfolgung nach wie vor allzu oft im europäischen Asylverfahren nicht anerkannt. Hier besteht dringender …

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Von Europa für Bayern lernen

Zur Entstehungsgeschichte der Jugendintegrationsbegleiter_innen Herbst 2017, in einer bayerischen Jugendbegegnungsstätte. Elf junge Menschen, die ursprünglich aus Syrien, Afghanistan, Kamerun, Tunesien und Äthiopien stammen, halten strahlend ein buntes BJR-Zertifikat in den Händen. Sie haben erfolgreich die Fortbildung zum_r Jugendintegrationsbegleiter_in (Jib) absolviert. Ganz verschiedene Persönlichkeiten sind da versammelt. Sie alle eint der Wille, in ihrer neuen Heimat Bayern ihr Wissen im Integrationsprozess einzubringen. Doch was ist ein Jib? Doch was ist ein Jib? Und woher stammt die Idee dazu? → VORBILD ITALIEN Im April 2016 nahm eine Gruppe bayerischer Fachkräfte an der Studienreise des BJR „Young Migrants on the Move“ nach Neapel teil. Dort lernten sie das ihnen unbekannte Berufsbild der Kulturmediator_innen kennen. Kulturmediator_innen sind Vermittler_innen, etwa zwischen jungen Geflüchteten und Einheimischen. Ob beim Gang zum Arzt, beim Sprachenlernen Ob beim Gang zum Arzt, beim Sprachenlernen oder am Tag der Ankunft in Italien, sie sind mehr als nur Dolmetscher_innen. Sie helfen Neuankömmlingen im unbekannten Land weiter. Und: Kulturmediator_innen haben immer selbst einen Migrationshintergrund. Durch diese Erfahrung bringen sie eine Kompetenz mit, die Einheimische nicht haben und die …

Jeder Mensch hat was Gutes

Karssli ist seit zwei Jahren in Deutschland, studiert soziale Arbeit und ist Jugendintegrationsbegleiter (Jib). Für das Studium der sozialen Arbeit hat er sich entschieden, weil er schlichtweg begeistert war vom ehrenamtlichen Engagement der Jugendarbeit. Karssli ist ein weltoffener und grundsympathischer Mensch, der nicht nur fließend Deutsch sondern auch Fränkisch spricht. Wir haben uns mit ihm getroffen, um über die Fortbildung zur/m Jugendintegrationsbegleiter_in zu sprechen, die wir auch dieses Jahr anbieten, und über seine Erfahrungen in einem neuen Land. Was bedeutet es für Dich Jugendintegrationsbegleiter zu sein? Es war einfach sehr cool mit in der Gruppe der Jugendintegrationsbegleiter_innen zu sein. Weil jede_r mit seiner/ihrer Erfahrung und seiner/ihrer Weltperspektive da war. Und danach hatten wir die Möglichkeit unsere Erfahrungen direkt an die Leute zu geben. Wir waren in einer Schule, haben unsere Kultur erklärt und woher wir kommen. Dann waren wir an der Fachhochschule und auch bei Student_innen der sozialen Arbeit. Hier waren die Themen Religion und religiöse Vielfalt und das war auch richtig toll. Weil die Leute hören ja von uns, aber keiner spricht mit uns. …

Worte schaffen Wirklichkeit

Die Delegierten der 152. Vollversammlung des Bayerischen Jugendrings forderten einen Perspektivwechsel in der Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht und machten sich stark für die gesellschaftliche Teilhabe von jungen Geflüchteten. Wir haben hier nochmal wichtige Zitate aus dem Beschluss „Für ein Klima der Menschenfreundlichkeit“ gelistet. Der ganze Beschluss zum Nachlesen.  Wir wollen nicht mehr von Problemen sprechen, sondern von Herausforderungen, die es zu meistern gilt, und von Chancen, die wir gestalten können. Wir wollen keine Debatten mehr darüber ob wir uns eine vielfältige Gesellschaft leisten können. Sie ist Realität und muss als solche anerkannt werden. Worte schaffen Wirklichkeiten. Deshalb wollen wir, dass die Worte genutzt werden, die die Wirklichkeit schaffen, in der wir leben wollen. Und die Mut machen, diese auch zu gestalten. Solange Politik weiterhin Sprachbilder produziert, die von negativen Stereotypen und Ausgrenzung geprägt sind und diese Haltung in Gesetze gießt, hat Gesellschaft keine Chance, anders zu sprechen. Wir fordern, dass die Verwendung der Begriffe „gute Bleibeperspektive“ und „schlechte Bleibeperspektive“ aufgegeben wird. Wir fordern, die Einstufung von Ländern als „sichere Herkunftsstaaten“ aufzugeben. Wir fordern, dass …

Von einer, die auszog, Fragen zu stellen

Lea ist Referentin für Europäische Jugendpolitik im Bayerischen Jugendring und pendelt zwischen München und Brüssel. Sie hat in Brüssel das Europabüro des BJR aufgebaut, das u.a. jugendpolitische Interessenvertretung zum Ziel hat,  europäische Politik beobachtet und darüber berichtet. Klar ist, wer auf europäischer Ebene aktiv ist, kommt um die Themen Flucht und Asly nicht umhin oder besser geschrieben, hat schnell eine dezidierte Meinung dazu. Leas Meinung und Einschätzung gibt es hier im Interview: Wo begegnen Dir die Themen Flucht und Asyl? 2015 habe ich in Brüssel für den BJR angefangen  und unser Europabüro aufgebaut. Seitdem begegnet mir das Thema unablässig. Da ich selbst Projekte mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten gemacht habe, war und ist mir das Thema sehr bewusst. Ich fragte die Brüssler_innen in Parlament und Kommission direkt:“Wie wollt ihr junge Geflüchtete schützen und was können wir auf Europaebene für Sie tun?“ „Oh Lea, that´s a good question“ „Oh Lea, that´s a good question – but it´s not on the radar right now.” Erst wurden Lösungen im Bereich der Migrationspolitik verhandelt, dann festgestellt, dass die Umverteilung in …

© Foto | Michaela Morosini

Rap & Lederhosen: die Refugee Rap Squad

Sie waren die Ersten auf der Bühne des Mitanand Open Airs. Die vier Jungs rappen auf Deutsch, Englisch, Wolof (Senegalesisch) und Französisch. In ihren Texten sprechen sie über das Warten auf Asyl, ihre Fluchterfahrung und ihre neue bayerischer Heimat. Die juna # 4.17 hat sich mit dem Thema Freiheit beschäftigt und die Refugee Rap Squad um ein Interview gebeten. Yaser, Ousmane (Laouzz), Timo und Bakr (DJ Baxter) sind ein Kollektiv geflüchteter Jugendlicher, die gerne Musik machen, und bilden zusammen das Refugee Rap Squad. Gerade haben die vier ihr erstes offizielles Musikvideo „Chill – kein Asyl“ veröffentlicht. Die Lederhosen und die Almlandschaft darin sollen auch symbolisieren, wie sehr sich die geflüchteten Freunde in ihrer neuen Heimat schon integriert fühlen. Und alles dafür tun, um in Deutschland bleiben zu dürfen –denn manchen von ihnen droht die Abschiebung. Yaser, Ousmane, Timo und Bakr, wie habt ihr euch kennengelernt? TIMO: Das war vor etwa drei Jahren bei einem Hip-Hop-Workshop an der Berufsschule in Kelheim, also Bakr, Ousmane und ich. Yaser kenne ich auch ungefähr so lange aus München. Dort …

Ausatmen, Kaffee trinken, Selbermachen…

Eindrücke aus der Summer School der Jugendintegrationsbegleiter_innen Miteinander statt übereinander reden, ist das Credo hinter der Idee der Qualifizierungsreihe zum/r Jugendintegrationsbegleiter_in. Und das Herzstück von Flüchtlinge werden Freunde. Letzte Woche vom 11. bis 18. August waren die Teilnehmer_innen der Summer School für die Jugendintegrationsbegleiter_innen zu Gast auf der Burg Schwaneck, aber auch zu Besuch im Bayerischen Jugendring und bei LOK Arrival in der Bayernkaserne. Am Donnerstag, 17. August, sind wir zu Besuch. Erst mal die Informationen  sacken lassen, zur Ruhe kommen und dann eigene Ideen entwickeln, das war das Thema am Ende dieser Woche. Eine Woche voller Input und Wissen liegt hinter den elf Teilnehmer_innen. Alle von ihnen haben Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund. Im Gruppenraum, dem Turmzimmer der Burg, hängen die Ergebnisse der letzten Tage. Diskutieren, Ideen austauschen, kreativ Arbeiten „Ich bin total begeistert und glücklich mit dieser Gruppe, es sind so tolle Leute“ sagt Maria Prahl, Trainerin von Working between Cultures.  Maria ist eine von vier Trainerinnen, die die Fortbildung begleiten. Mit im Team sind weitere Pädagog_innen der Jugendbildungsstätte Unterfranken und der Burg Schwaneck. „Die erste …

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Unsere Freund_innen — unser Leben!

Flüchtlinge werden Freunde wächst Flüchtlinge werden Freunde wächst. Zahlreiche Projekte in der Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten sind in den letzten zwei Jahren entstanden .  Und auch  der Bayerische Jugendring ist um eine Projektmitarbeiterin reicher, die den Projektregionen und der Jugendarbeit vor allem beratend im Themenfeld von Rassismus und Diskriminierungserfahrungen zur Seite stehen wird. Anke Zimmermann ist seit Juli bei uns. Hier erzählt sie uns, was sie alles vorhat: Was machst Du für Flüchtlinge werden Freunde? Anke Zimmermann: Für Flüchtlinge werden Freunde bin ich auf einer neu geschaffenen Stelle aktiv, die  Maßnahmen entwickelt, wie mit Rassismus und Anfeindungen in und um die Jugendarbeit herum umgegangen werden kann. Das heißt sowohl für diejenigen, die in der Jugendarbeit mit Geflüchteten arbeiten, als auch für die Geflüchteten selbst. Die haben auf der Flucht oft Schlimmes erlebt, haben zum Teil traumatische Erfahrungen hinter sich und kommen dann hier in ein Land, in dem sie sich in Sicherheit wähnen und werden mit ablehnenden Haltungen oder gar Anfeindungen konfrontiert. Das kann sie irritieren, auf jeden Fall verunsichern und verletzen, weil sie das auf …

© Andi Klenk

Mitanand feiern!

Flüchtlinge werden Freunde feiern das Mitanand Open Air, am Samstag, den 9. September. Wir wollen das Aktionsprogramm des Bayerischen Jugendrings damit noch bekannter machen, zeigen was in der Jugendarbeit bereits läuft und ein klares Zeichen setzen. Junge Geflüchtete sind hier bei uns angekommen – in der Jugendarbeit und in Bayern – und sie wollen hier zu Hause sein. Andi Klenk organisiert die Veranstaltung. Wir haben uns vorab mit ihm unterhalten: Wer bist Du und was machst Du beim Bayerischen Jugendring? Ich heiße Andi Klenk und bin Projektleiter für das Mitanand Open Air. Für den Bayerischen Jugendring arbeite ich nicht fest, sondern bin für die Zeit der Planung und Durchführung des Festivals engagiert worden. Ich bin seit vielen Jahren im Konzert- und Festivalbereich unterwegs und habe mit ganz verschiedenen tollen Menschen ganz unterschiedliche und immer sehr schöne Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Ich bin als fester Mitarbeiter bei der Musikzentrale Nürnberg und zudem mit meiner Agentur ERICH&ERNA selbstständiger Konzert- und Festivalveranstalter. Jetzt freue ich mich aber sehr, das Mitanand machen zu dürfen. © Andi Klenk Warum …