Alle Artikel mit dem Schlagwort: Bayerischer Jugendring

Mit Dirndl und Lederhosn ins Fettnäpfchen

Menschen in all ihrer Vielseitigkeit wahrnehmen, ist gar nicht so einfach. Neben Spass und Freude kann das genauso für Stress und Ärger sorgen. Juli Niklas, Referentin für Internationale Jugendarbeit und Schüleraustausch mit Mittel- und Osteuropa beim Bayerischen Jugendring hat täglich mit  unterschiedlichen Menschen zu tun. Heute beschreibt sie, was ihr so an Vorstellungen begegnet, die im Grund nichts, aber auch gar nichts mit Kultur oder Herkunft zu tun haben. Aus bunt wird schwarz/weiß Seit kurzem hat die Schillerschule eine Partnerschule in Tschechien.  Im nächsten Schuljahr soll die erste Begegnung stattfinden. Die tschechische Schule hat die bayerischen Schülerinnen und Schüler zu sich eingeladen, bevor im Jahr darauf ein Rückbesuch stattfinden soll. In einem Vorbereitungstreffen in der Schillerschule  wird der anstehende Besuch besprochen. Insbesondere der Beitrag zum geplanten „bunten Abend“ wird lange diskutiert. Das Beispiel ist frei erfunden, aber könnte auch in der Realität so stattfinden. Egal ob eine Jugendbegegnung oder ein Schüleraustausch geplant ist, schon in der Vorbereitung steigt die Vorfreude, aber auch die Aufregung. In dem für diesen Artikel erfundenden Beispiel sagt Katja: „Ich finde, wir …

© Sella Design

Neun Jahre Ungewissheit

Mein Name ist Arbion Gashi. Ich bin 22 Jahre alt, studiere „Philosophy and Economics“ an der Universität Bayreuth und bin seit über zwei Jahren der Vorsitzende der Kommission Integration und Interkulturelle Arbeit des Bayerischen Jugendrings. Und ich bin ein Geflüchteter. Aber der Reihe nach. Hier möchte ich versuchen, einen Teil meiner Geschichte zu erzählen und dabei auch über die Jugendarbeit sprechen, die mich seit langem geprägt hat und das bis heute tut. Auf die Jugendarbeit und ihre Rolle komme ich im zweiten Teil zu sprechen, weil ich hier nun einen Einblick in mein Leben als Geflüchteter geben möchte. Flucht aus dem Kosovo Ich wurde im September 1994 in Pristina, der Hauptstadt des Kosovo geboren. Mit einem Jahr verlor ich meinen Vater. Drei Jahre später, 1998, mussten meine Mutter und ich aus unserer Heimat, dem Kosovo, fliehen. Grund dafür war der sich anbahnende Krieg, dem langjährige Konflikte zwischen ethnischen Serben und Albanern im Balkan vorausgegangen waren. Als albanische Minderheit, im damals noch zum jugoslawischen Serbien gehörenden Kosovo, waren wir direkt bedroht. Wir flohen nach Deutschland, dem …

Danke!

Matthias Fack, Präsident des Bayerischen Jugendrings würdigt die besonderen Leistungen und Bedeutungen der Jugendarbeit für junge Geflüchtete. Danke, dass ihr euch für junge Geflüchtete einsetzt! from Bayerischer Jugendring on Vimeo.    

Mitanand feiern!

Flüchtlinge werden Freunde feiern das Mitanand Open Air, am Samstag, den 9. September. Wir wollen das Aktionsprogramm des Bayerischen Jugendrings damit noch bekannter machen, zeigen was in der Jugendarbeit bereits läuft und ein klares Zeichen setzen. Junge Geflüchtete sind hier bei uns angekommen – in der Jugendarbeit und in Bayern – und sie wollen hier zu Hause sein. Andi Klenk organisiert die Veranstaltung. Wir haben uns vorab mit ihm unterhalten: Wer bist Du und was machst Du beim Bayerischen Jugendring? Ich heiße Andi Klenk und bin Projektleiter für das Mitanand Open Air. Für den Bayerischen Jugendring arbeite ich nicht fest, sondern bin für die Zeit der Planung und Durchführung des Festivals engagiert worden. Ich bin seit vielen Jahren im Konzert- und Festivalbereich unterwegs und habe mit ganz verschiedenen tollen Menschen ganz unterschiedliche und immer sehr schöne Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Ich bin als fester Mitarbeiter bei der Musikzentrale Nürnberg und zudem mit meiner Agentur ERICH&ERNA selbstständiger Konzert- und Festivalveranstalter. Jetzt freue ich mich aber sehr, das Mitanand machen zu dürfen. © Andi Klenk Warum …

© Bezjr Unterfranken

Flüchtlinge sind Freunde…

…so lautet der vielversprechende Titel der Broschüre des Bezirksjugendrings Unterfranken, die verschiedene Praxisbeispiele aus der Region für die Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten bereithält. Es geht um die Power von integrativem Fußball, um Expert/-innen, die selbst Fluchthintergrund haben und die vielfältigen Möglichkeiten, die Jugendverbände gehen, um junge Geflüchtete einzubinden – etwa die THW-Jugend Unterfranken. Qualifizierung als Basisarbeit Denn auch wenn sich die bayerische Jugendarbeit durch eine große Offenheit und Motivation gegenüber jungen Geflüchteten auszeichnet, so sind doch manche verunsichert und abgeschreckt, wenn es an die konkrete Planung geht. Diese Unsicherheit zu überwinden, darum geht es im Themenbereich der Qualifizierung. „Hilfe, Haltung, Handwerkszeug“ nennen sich die vier verschiedenen Praxis-Impuls-Module der Jugendbildungsstätte Unterfranken. Die dreitägigen Seminare thematisieren die Chancen und Herausforderungen von Vielfalt und bieten Platz für den Austausch untereinander. Auch die eigene Befremdung oder auch Brille durch die wir die Welt sehen, wird thematisiert. Schließlich hat die eigene Einstellung und Haltung eine Schlüsselrolle. Projektregion von Flüchtlinge werden Freunde Der Bezirksjugendring Unterfranken ist eine Projektregion des Aktionsprogramms Flüchtlinge werden Freunde und damit vom Bayerischen Jugendring gefördert. Sie ist …

Mehr Austausch gewünscht

Grenzenlos ist eine offene Jugendgruppe der djo-Deutsche Jugend in Europa  für geflüchtete junge Menschen, die in Lindau am Bodensee ihr neues Zuhause gefunden haben. Den Namen haben sich die Jugendlichen selbst überlegt.  Er steht dafür, dass man durch Gemeinschaft Grenzen überwinden kann. Bevor 2015 sehr viele Geflüchtete nach Deutschland kamen, gab es kaum ehrenamtliche Initiativen in diesem Bereich. Daher hatten die Jugendlichen nur wenige Freizeitmöglichkeiten in Lindau am Bodensee. Einige junge Studentinnen, die sich in der dortigen Flüchtlingshilfe engagierten, gründeten 2012 die djo Jugendgruppe „Grenzenlos“. Heute setzt sie sich verstärkt für die Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe der Jugendlichen ein. Gemeinsam lernen und lachen Als 2015 viele Jugendliche zu uns nach Deutschland fanden, von denen viele ohne ihre Eltern unterwegs waren, kamen zahlreiche offene, motivierte und lebensfrohe junge Menschen, die die Gruppe zu dem machten, was sie heute ist: ein Rahmen, in dem alle Mitglieder sie selbst sein und ihre Kultur ausleben können. Es wird gemeinsam gelernt, gelacht und diskutiert. Es entstehen Ideen für neue Projekte. Im Laufe der Zeit haben die Mitglieder gewechselt, da sich …

Methoden internationaler Jugendarbeit

Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten ist immer internationale Jugendarbeit – das ist eigentlich nur logisch. Doch klar ist auch, Jugendarbeit mit jungen Geflüchten braucht Unterstützung, manchmal auch einfach nur im Methoden-Handwerk. Die IJAB – Fachstelle für internationale Jugendarbeit hat jetzt ein Methodenhandbuch herausgegeben, in der sie Methoden, speziell für die Arbeit mit jungen Geflüchteten herausgearbeitet hat. Manche davon erstmal für die eigene Sensibilisierung. Wie etwa das Rassismus-Barometer, in der zwei Ecken des Raumes zu Rassismus-Polen (gar nicht rassistisch/super rassistisch) definiert werden. Die Teilnehmenden bekommen verschiedene Fälle vorgelesen und die Aufgabe sich im Raum dementsprechend zu verteilen. Werbekampagnen, Sprichwörter, Karikaturen etc. kommen zum Einsatz und zeigen wie vielschichtig das Phänomen Rassismus ist. Leider! Prädikat: Lohnt sich, regt zu Diskussionen an und zerrt an den eigenen Bildern im Kopf. Die ganze Broschüre mit noch mehr spannenden und v.a. hilfreichen Methoden kann man hier downloaden und hier bestellen.

Was Omran sagt – oder: es ist kompliziert…

Auf der NEU:DENK 2017 am 3. und 4. Februar wurde viel gedacht, diskutiert, konzipiert, Visionen und Forderungen entworfen. Fachkräfte und Ehrenamtliche aus der Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten brachten ihre Ideen mit. Omran Kassem, 18-jähriger Berufsschüler aus Nürnberg, hat in Vorbereitung auf die NEU:DENK Freund/-innen und Mitschüler/-innen zu ihrer Lebenssituation, ihren Problemen und Wünschen befragt und die Ergebnisse schriftlich zusammengefasst. Dies ist das Ergebnis: ein persönlicher, authentischer, optimistischer Blick auf die Lebenslagen von jungen Geflüchteten in diesem Land und eine klare Einschätzung, was wünschenswert wäre: Den Leuten Zugang zu den Sprachkursen ermöglichen in dem Moment, in dem sie in Deutschland ankommen, und nicht erst, wenn sie die Aufenthaltserlaubnis bekommen. Die Flüchtlinge sind nicht zufrieden, wenn sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bekommen. Sie wollen selbständig und unabhängig sein! Die Flüchtlinge sind nicht zufrieden, wenn sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bekommen und wollen selbständig und unabhängig sein. Sie können auch vorteilhaft für die Wirtschaft sein. Sie können die wirtschaftlichen Leistungen verbessern, da man mit ihnen viele Arbeitsplätze besetzen kann. Zudem ist es doch sowieso viel zu …

Junge Geflüchtete wollen partizipieren…

… bestätigt und stärkt Matthias Fack, BJR-Präsident die Wünsche und Forderungen der Teilnehmer/-innen der NEU:DENK2017. Welche Forderungen die Geflüchteten und Praktiker/-innen der Jugendarbeit konkret forumuliert haben, ist auch in der Pressemitteilung zur NEU:DENK2017 nachzulesen. Neudenken mit BJR-Präsident Matthias Fack: Junge Geflüchtete wollen sich einbringen from Bayerischer Jugendring on Vimeo.