Alle Artikel mit dem Schlagwort: Asyl

© BJR

Bleiben können oder gehen müssen?

Was unterscheidet einen schutzsuchenden Menschen aus Syrien von einem Schutzsuchenden aus Albanien? Der Weg, den sie zurückgelegt haben, um nach Deutschland zu kommen? Jede Flucht ist so individuell wie der Mensch, der sich auf den Weg gemacht hat. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal, das über das weitere Leben der Geflüchteten entscheidet, steckt in dem Begriff: Bleibeperspektive. Denn während der albanische Flüchtling eine schlechte Bleibeperspektive hat, hat der syrische eine gute. Eine Auseinandersetzung mit dem Begriff der Bleibeperspektive Der Begriff der Bleibeperspektive trifft eine Aussage darüber, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein/e Asylantragssteller/-in einen Aufenthaltstitel erhält. Ob jemand eine gute Bleibeperspektive hat, macht das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) an der Schutzquote des jeweiligen Herkunftslandes fest. Die Schutzquote besagt, wieviel Prozent der Asylanträge aus einem Herkunftsland, positiv entschieden wurden. Wurden z.B. 100 Anträge aus einem Land gestellt und davon 65 Anträge positiv entschieden, dann liegt die Schutzquote bei 65 Prozent. Liegt die Schutzquote eines Landes bei 50 Prozent oder mehr, dann spricht das BAMF von einer guten Bleibeperspektive. Liegt die Schutzquote darunter, heißt das schlechte Bleibeperspektive. …

© Foto | BJR Bildredaktion Mellon

Was heißt eigentlich Schutzquote?

Die Schutzquote wird mit einer Prozentzahl angegeben. Sie errechnet sich aus der Anzahl an Anerkennungen des Flüchtlingsstatus, der Asylberechtigung (oder eines subsidiären Schutzstatus) und wird ins Verhältnis zu allen gestellten Asylanträgen gestellt. Die Schutzquote wird für die Gesamtzahl aller Anträge aus allen Herkunftsländern errechnet sowie für einzelne Herkunftsstaaten. Diese Zahl ist für das Bundesministerum für Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ausschlaggebend, um die Herkunftsländer mit guter Bleibeperspektive und mit schlechter Bleibeperspektive zu bestimmen.

© BJR

Gekommen, um zu bleiben?

Eindrücke vom DBJR-Fachtag Am 31.5.2016 fand der Fachtag „Ankommen und Integration gemeinsam gestalten“ des DBJR in Berlin statt. Vertreter/-innen von Jugendverbänden und Jugendringen waren eingeladen gemeinsam über das Themenfeld zu diskutieren. Manina Ott, Projektkoordinatorin für „Flüchtlinge werden Freunde“ hat sich vor Ort ein Bild gemacht. Bleiben oder gehen? Das Begriffsrepertoire erweitern Einen ersten fachlichen Impuls gab Andreas Bierod, Geschäftsführer der Maltesern der Erzdiözese in Paderborn und ehemaliger Delegiert im DBJR Hauptausschuss. Er führte weitere Begriffe in die Diskussion ein, die über die gängigen Gegenüberstellungen von Flucht und Migration und/oder guter und schlechter Bleibeperspektive hinausreichen. Bierod argumentierte, dass es für die Integration besonders wichtig sei, ob ein Mensch mit Bleibewille komme, also ob er oder sie den Wunsch hege, seine Zukunft in Deutschland zu gestalten. Oder ob der Heimkehrwille stärker sei, also der Wunsch, irgendwann wieder in die Heimat zurückzukehren. Weiter betonte Bierod, dass die Zielgruppe der begleiteten Minderjährigen besonders groß sei. „Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge machen lediglich drei Prozent der Geflüchteten aus“, „Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge machen lediglich drei Prozent der Geflüchteten aus“, so Bierod weiter, „gerade …

„Die Hilfsbereitschaft nimmt nicht ab“

Die Projektregionen sind ein wichtiger Knotenpunkt des Aktionsprogramms „Flüchtlinge werden Freunde“. Dieser Blog begleitet das Engagement der Regionen und zeigt auf, was für Projekte vor Ort entstehen und entstanden sind. Heute geht es um die Projektregion Niederbayern. Hier ist der Kreisjugendring Straubing-Bogen als Vertreter der Projektregion ausgewählt worden. Richard Maier, Kreisjugendpfleger beim KJR Straubing-Bogen hat sich für ein Interview zur Verfügung gestellt: Was war die Motivation sich als Projektregion zu bewerben? Der KJR Straubing-Bogen betreibt das Jugendübernachtungshaus Geiselhöring, hier wurden im Juni 2015 vier Monate lang 25 bis 30 unbegleitete jugendliche Flüchtlinge untergebracht. Damit war klar, dass wir auch als Jugendarbeit gefragt sind und das wir uns diesem Thema widmen müssen. Mit wem seid ihr bereits vernetzt? Vernetzt sind wir u.a. mit dem Bündnis für Menschenrechte und Vielfalt „Wir sind bunt“, zudem existiert eine enge Kooperation mit der kommunalen Jugendarbeit der Stadt Straubing und dem Integrationsprojekt „Idee“ und  Straubing ist Partner im Aktionsprogramm „Demokratie leben!“ Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit. Wie wichtig sind lokale Netzwerke bei Eurer Arbeit? Netzwerke sind entscheidend für den Erfolg …

#Freundschaftenknüpfen

Wir möchten mit Euch zusammen ein Zeichen setzen und in den nächsten Wochen (bis zum 17. Dezember) Bilder und Aussagen veröffentlichen, die genau das zeigen: Dass Freundschaft(en) in der Jugendarbeit mit jungen Flüchtlingen entstehen und dass sie die notwendige Brücke sind, um Jugendliche mit Fluchthintergrund hier willkommen zu heißen. Flüchtlinge werden nicht nur Freunde/-innen, in der Jugend(verbands)arbeit sind bereits Freundschaften entstanden. Das zeigen die vielen Beispiele, die ihren Weg auf diese Seite gefunden haben. Doch es ist auch klar, dass noch viel mehr in der bayerischen Jugendarbeit passiert und das Freundschaft die Brücke bildet, die aus „fremden“ Jugendlichen Freunde/-innen macht. Wie würdet ihr Freundschaft symbolisieren? Mit der Aktion #Freundschaftenknüpfen wollen wir die Vielfalt und das Engagement der Jugend(verbands)arbeit sowie der Kommunalen und Offenen Jugendarbeit aufzeigen. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Vorurteile setzen. Wer mitmachen will, schickt uns Bilder, die Freundschaft(en) zwischen Jugendlichen und Flüchtlingen symbolisieren. Oder ihr schickt uns ein kurzes Statement, was Freundschaft für Euch in der Jugendarbeit mit jungen Flüchtlingen bedeutet. Noch schneller geht es, wenn das Bild oder Statement direkt auf …

© Foto | KLJB München Freising

Zuflucht im Jugendverband

Bei der KLJB München und Freising ist der DAKEW (Diözesane Arbeitskreis Eine Welt) verantwortlich für den großen Bereich „Eine Welt“! Das selbstgewählte Jahresthema 2015 „ZuFlucht“ gab Anlass zu Wortspielen: Informationen zu Flucht geben, Zuflucht bieten, Gedanken zu Flucht, ZuFluchtGedanken… und tollen Inhalten. Gerade, weil es vor Ort bei uns ein ganz aktuelles Thema ist. Viele Geflüchtete kommen bei uns an, die „Eine Welt“ kommt zu uns. Wir möchten nicht nur geflüchtete Jugendliche kennenlernen und mit ihnen Sachen unternehmen, sondern auch Interessierten die Möglichkeit bieten, sich zum Thema Flucht und Asyl zu informieren und zu engagieren. Digital – Facebook und Co.: Informieren! Dazu sind die Mittwochsposts „ZuFluchtGedanken“ auf der Facebook-Seite der KLJB München und Freising entstanden. Jede Woche gibt es einen kleinen Gedanken, eine interessante Website oder eine Neuigkeit passend zum Thema. Vieles davon findet sich auch auf der eigens dazu eingerichteten Unterseite unserer Webseite. Unter anderem gibt es dort das Konzept für eine Informationsveranstaltung über Flucht und Asyl, welches der DAKEW für Landkreise und Ortsgruppen entworfen hat. Real – Im Verbandsleben: Begegnungen schaffen, beim:Essen Vor …

© KLJB-Andreas-Deutinger

„Für Rassismus habe ich kein Verständnis“

Die Flüchtlingskrise ist vor unserer Haustüre angelangt, sie hat ganz konkrete Gesichter bekommen – und polarisiert: Helfer/-innen oder Hetzer/-innen. Handeln und anpacken ist der spontane Impuls vieler Freiwilliger, die teilweise für den Staat in die Bresche springen. Der muss sich nun überlegen, wie er sie motiviert und vor Überforderung schützt. Andererseits fürchtet der Rentner/die Rentnerin längere Wartezeiten beim Arzt, sorgt sich die Mutter um die 14-jährige Tochter auf dem Nachhauseweg. „Überfremdung„, „Islamisierung“, „Winterurlauber auf Kosten unserer Steuerzahler“ – wir erleben auch Neid, Selbsthass und Ignoranz.Was soll man Asylsuchenden neiden? Ich kann mir in Deutschland kaum ein eingeschränkteres Leben vorstellen. Wer sollte für 143 Euro Bargeld die Strapazen einer Flucht auf sich nehmen? Wer sollte für 143 Euro Bargeld die Strapazen einer Flucht auf sich nehmen? Wenn der Bund sich im März für 8,7 Milliarden Euro Kampfhubschrauber leisten konnte, wird er die veranschlagten sechs Milliarden Euro für die Flüchtlingsversorgung in 2016 stemmen. Das Abendland wird nicht untergehen. Helles oder dunkles Deutschland Fremdenangst wie Willkommenseuphorie haben mehr mit uns zu tun als mit den realen Ankommenden. Idealismus, …

© BJR / Jahresauftakt

Ich habe einen Traum

Dies ist die Geschichte von Mohammad, einem jungen Auszubildenden, der beim Jugendverband Heimaten e.V. aktiv ist und hier einen Einblick in sein Leben und seine Fluchtgeschichte gibt. Mein Name ist Mohammad. Geboren bin ich im Jahr 1992 (entspricht 1371 des islamischen Kalenders) in einer armen Familie in einem kleinen Dorf in Afghanistan. Einen Kindergarten hatten wir nicht und ist immer noch nicht in unserer afghanischen Tradition bzw. Lebensweise verankert. Ich finde es nicht in Ordnung und es ist mein Traum, dass für jedes Kind auf der Welt ein Zugang zur Bildung zur Verfügung gestellt wird, weil im Kindergarten ein Kind das soziale Verhalten und die gemeinsame Lebensweise lernt. Meiner Meinung nach ist der Kindergarten eine Basis der Bildung für Kinder und dort fängt es schon langsam an, dass die Kinder im Team arbeiten und lernen freundlich und tolerant gegenüber anderen Menschen zu sein. Als ich fünf Jahre alt war, hatte ich ein sehr schönes Leben und ich war sehr neugierig. Als ich fünf Jahre alt war, hatte ich ein sehr schönes Leben und ich war …

© Foto | Morhart | Caritas

„Selber sehen, statt nur zu reden“

Ein Zeichen wollte Matthias Fack, BJR-Präsident setzen, indem er verschiedene Einrichtungen der Flüchtlings-Arbeit besuchte. Er packte mit an und tauschte sich mit pädagogischen Fachkräften aus, um sich ein eigenes Bild zu machen. Organisiert wurde sein Einsatz vom Deutschen Caritasverband, Landesverband Bayern e.V. Du hast vor zwei Wochen in einer Clearingstelle, einer Gemeinschaftsunterkunft und einer Wohngemeinschaft für (junge) Flüchtlinge mitgearbeitet, was hat Dich dazu bewogen? Matthias Fack: Ich wollte mir einfach einen eigenen Eindruck verschaffen. Um aus der Sicht junger Menschen zu reden, muss man auch verstehen wie junge Menschen bei uns leben. Schließlich sind junge Flüchtlinge erstmal auch nur junge Menschen und damit auch Zielgruppe der bayerischen Jugendarbeit. Schließlich sind junge Flüchtlinge erstmal auch nur junge Menschen und damit auch Zielgruppe der bayerischen Jugendarbeit. Das Aktionsprogramm „Flüchtlinge werden Freunde“ ist auf begleitete sowie unbegleitete junge Flüchtlinge ausgerichtet. Kinder und Jugendliche, die mit ihren Eltern fliehen, also als begleitet gelten, werden zusammen mit den Eltern in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Deswegen wollte ich mir auch hier ein eigenes Bild machen. Wie unterscheiden sich denn diese Unterkunfts-Formen und wie …

Mädchen brauchen eigene Räume

Vergewaltigung, Genitalverstümmelung oder Zwangsverheiratung sind nur einige Beispiele warum sich Mädchen und junge Frauen entschließen aus ihrem Heimatland zu fliehen. 30 Prozent der geflüchteten Kinder und Jugendlichen sind junge Frauen und Mädchen. Der Verein BAG Mädchenpolitik fordert jetzt in einem Statement, dass Mädchen und Frauen, die fliehen, einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen. Gerade Mädchen, die mit ihrer Familie fliehen und in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht werden, würden in ihren Bedürfnissen oft nur unzureichend unterstützt. Hinzu komme, nicht nur der Mangel an Privatsphäre oder das Fehlen von Räumen für Mädchen und Frauen, dass das das Leben in der Unterkunft komplex und schwierig mache (In einigen Einrichtungen gibt es zum Beispiel nur Gemeinschaftsduschen, manche Frauen trauen sich nicht in die Küche zum kochen). Auch schirmen manche Familie aus Sorge die Mädchen von ihrer sozialen Umgebung ab. Aus diesem Grund fordert die BAG Mädchenpolitik e.V., zusammen mit der BAG Evangelische Jugendsozialarbeit niedrigschwellige und mädchengerechte Zugänge zu Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe zu schaffen: im Asylverfahren: eine schnelle und unkomplizierte Familienzusammenführung Wohnen und Unterbringung: Etablierung von geschlechtshomogenen Räumen, Gewährleistung von Mobilität …