So unterschiedlich sind wir gar nicht

© Foto | KJR Straubing-Bogen

„Es war eine spannende Erfahrung für mich, ich habe neue Leute kennengelernt und  Gemeinsamkeiten entdeckt, denn so unterschiedlich sind wir
nämlich nicht.“

Ein Fazit eines Teilnehmers, der die Zukunftswerkstatt des Kreisjugendrings Straubing-Bogen im September 2016 in Windberg besuchte. Insgesamt nahmen 25 Jugendliche bzw. junge Erwachsene im Alter zwischen 16 bis 26 Jahren teil.  Zwölf Jugendliche ohne Fluchthintergrund und dreizehn Geflüchtete. Alle aus der Region Straubing-Bogen und Landau an der Isar.

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Gemeinsam in die Zukunft

Ziel der Zukunftswerkstatt war ein gemeinsamer Blick in die Zukunft. Holger Witzenleiter, Experte für interkulturelle Kommunikation leitete zusammen mit Sebastian Knipper, Bildungsreferent der Jugendbildungsstätte Windberg das Wochenendseminar. Unterstützt wurde der Workshop von Natalie Gräfe, Mitarbeiterin des Projektes „Flüchtlinge werden Freunde“ der Region Straubing-Bogen sowie einem Dolmetscher und Mitarbeitern der Unterkünfte Landau an der Isar und Straubing.

Blickkontakt, Kunst und Diskussionen

Sich kennenlernen und sich annähern, darum ging es am ersten Tag. Etwa, sich die Namen der anderen einzuprägen. Denn, wer sich mit Namen ansprechen kann, hat die erste Hürde genommen.

„Am Anfang lief es etwas schleppend, doch nach den Spielen merkte man, wie gut sich alle verstehen.

„Am Anfang lief es etwas schleppend, doch nach den Spielen merkte man, wie gut sich alle verstehen. Wir haben so viel miteinander gelacht“, freute sich ein Teilnehmer.

Auch beim sogenannten „3-Minuten-Experiment“ steht im Vordergrund Nähe zuzulassen und seinen Gegenüber wirklich wahrzunehmen. „Hier entstanden besondere Verbindungen zum Gegenüber, weil der Blickkontakt so intensiv war.“

Probleme, Sorgen und Ängste zu artikulieren, stand am nächsten Tag auf dem Programm. Die Jugendlichen sollten aus Umzugskartons und Fotografien
(Zeitungsausschnitte, eigene Fotos) ein Kunstwerk gestalten, mit dem die eigenen Ängste
dargestellt und zum Ausdruck gebracht werden. Die
Flucht nach Deutschland wurde schnell zu einem gemeinsamen Thema unter den jungen Geflüchteten. Die Teilnehmer diskutierten die aktuelle politische Lage und tauschten sich über ihre zerstörten Heimatstädte aus.

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Die gemeinsame Zukunft war das Thema am Nachmittag, das die Stimmung auflockerte. Die Jugendlichen diskutierten angeregt und kreierten zusammen Plakate. Sie stellten vereint ihre Wünsche vor, denn egal ob Fluchthintergrund oder nicht, es gab viele gemeinsame Ziele.

Sonntags ging es vor allem um einen Rückblick und erste Planungen zu konkreten Projekten in der Zukunft, etwa die Erstellung eines Blogs; ein Teamtraining für und von Geflüchteten; ein
interkultureller Abend, der von den Teilnehmern gestaltet wird und die Fortführung der
Zukunftswerkstatt.