Jungen Geflüchteten eine Stimme geben

© KJR München-Stadt

W as sagst Du zu Unterbringungen, Bildungsmöglichkeiten, Freizeit, Willkommengefühl?

Das waren nur einige der Fragen, die junge Geflüchtete zwischen 15 und 25 Jahren am Partiziaptions- und Informationstag der Lok-Arrival im Oktober 2016 gestellt bekamen. Ziel des Projekttages war es, jungen Geflüchteten in diesen Belangen eine Stimme zu geben. Vor Ort war ein vierköpfiges Dolmetscher-Team, das die Informationen auf Arabisch, Dari, Farsi, Tigrinja und Somali übersetzte. Die rund 200 anwesenden Jugendlichen aus den Münchner Sammelunterkünften kamen unter anderem aus Syrien, Afghanistan, Nigeria und Pakistan und nutzten mit Begeisterung die Gelegenheit, Tischtennis, Kicker oder Billard zu spielen und machten bei Tae-Bo-Fitness mit oder bei den Trommel Workshops.

30-11-2016_lok_arrival_baerenkostuem_web© Foto |KJR Augsburg-Land

„Mit geflüchteten Jugendlichen Partizipation durchzuführen ist wahnsinnig wichtig, weil sich viele Entscheidungsträger in der Politik  auf einer theoretischen Ebene bewegen und durch allgemeine Stimmungsbilder einen Eindruck der Lebensumstände in den Flüchtlingsunterkünften bekommen können und sollen.  Wir haben die Umfrage in einer niedrigschwelligen Art und Weise durchgeführt, indem Smileys (rot, gelb, grün) als Antwort auf Bewertungsfragen abgegeben werden konnten. So konnten alle teilnehmen“, machte Mira Walter deutlich, die als pädagogische Mitarbeiterin in der Lok arbeitet und den Abend mitmoderierte.

Kaum Kontakt

Die Ergebnisse zeigen, dass Jugendliche kaum Kontakte zu Münchner/-innen haben (nur 16 der Anwesenden beantworteten die Frage mit „Ja“), was vor allem mit ihrer Unterbringung erklärt wurde. Klar wurde in der Umfrage auch, dass viele der jungen Geflüchteten keine Informationen zu Ausbildungsmöglichkeiten, Asylrecht und auch zu Freizeitangeboten erhielten. Viele waren verunsichert, welche Rechten und Pflichten sie in Deutschland haben. Auf die Frag, was ihnen in ihren Unterkünften besonders fehle, antworteten die Jugendlichen u.a., dass ihnen Sportmöglichkeiten und Privatsphäre fehlten, aber auch die Möglichkeit, in einer Küche zu kochen oder ins Internet zu gehen.

 

Das Projekt LOK Arrival wurde im November 2014 vom Kreisjugendring München-Stadt (KJR) gegründet. Die Freizeitstätte für geflüchtete Kinder und Jugendliche bietet jungen Flüchtlingen bis 26 Jahre ein vielfältiges Angebot zur Freizeitgestaltung in der Halle 23 auf dem Gelände der Bayernkaserne.  Tischtennis, Kicker, Billard, Tae-Bo-Fitness, Trommeln, u.v.m. gehören zum täglichen Angebot während der Öffnungszeiten (14:00-21:00) der Lok.