Ich weiß wie schnell sich alles ändern kann

Zahra schreibt gerade ihre Seminararbeit über die Frauenquote für ihr  Abitur.  Sie will später Jura studieren und einen Schwerpunkt auf Menschenrechte und Völkerrecht legen. Sie ist seit zwei Jahren bei der heimaten-Jugend aktiv, seit einem Jahr im Vorstand, hat lange Theater gespielt, engagiert sich für Frauenthemen und war auch beim Bayerischen Tag der Jugend des Bayerischen Jugendrings (BJR) dabei, an dem junge Menschen aus Bayern mit Expert_innen und Entscheidungsträger_innen diskutieren konnten.

Du bist mit der heimaten-Jugend nach Brüssel gefahren, warum?

Erstens habe ich mit Politiker_innen direkt nie zu tun gehabt, es klang für mich total spannend mit den Leuten zu reden, die wirklich bei den Regeln mitwirken und zu schauen, wie sehen die eigentlich die Sache?

Außerdem hatte ich im Kopf, dass die Leute, die das machen keine Gesichter vor sich haben.

Ich dachte einfach, die sehen das wahrscheinlich anderes, wenn plötzlich eine Person da steht

Ich dachte einfach, die sehen das wahrscheinlich anderes, wenn plötzlich eine Person da steht und eine Geschichte erzählt. Das fand ich spannend, deswegen bin ich auch mitgefahren.

Und hat das geklappt, bist Du ins Gespräch gekommen?

Ja, also vor allem am Schluss. Also nach der offiziellen Podiumsdiskussion haben wir noch lange mit Beteiligten diskutiert und die wollten nochmal unseren Forderungen hören, etwa unser Wunsch, dass Neubürger_innen [Geflüchtete] und Bürger_innen sich einmal im Jahr in Brüssel treffen können, um sich zu vernetzen.

Ihr macht auch Mädchenausflüge, was macht ihr da so?

Eine von uns hat eine Schulung im Thema Gewaltprävention gemacht und das auf einem Ausflug den anderen nahe gebracht oder im Herbst wollen wir zum Beispiel beim Womans Run mitlaufen, wir wollen uns bei Ausflügen austauschen, das steht schon im Vordergrund.

Was für Themen beschäftigen, dich?

Frauen in Heimen, in Unterkünften. Das ist schrecklich. Das würde ich auf jeden Fall ändern. Ich lese immer wieder in der Zeitung von Gewalt oder sexuellen Übergriffen. Das finde ich so schrecklich, das konnte ich mir erst gar nicht vorstellen, dass sowas in Deutschland passiert. Dann finde ich auch, dass man im Namen des Islams, Frauen benutzt, finde ich genauso wenig ok. Dafür würde ich mich auch gerne einsetzen. Denn es stimmt schon, viele muslimische Frauen werden unterdrückt, das ist ein Fakt. Aber ich glaube nicht, dass der Grund im Islam liegt, sondern vielmehr an der Interpretation des Islams.

Es geht nicht darum den Islam wegzumachen sondern ihn feministisch zu interpretieren.

Es geht nicht darum den Islam wegzumachen sondern ihn feministisch zu interpretieren. Seyran Ateş (Imamin, Rechtsanwältin Frauenrechtlerin türkischer Abstammung) ist da ein großes Vorbild für mich. Die Frauen sollen Freiheit haben und selber entscheiden was sie glauben wollen und das auch ausleben können

Was wünschst Du Dir?
Bald werde ich mit dem Jura-Studium anfangen und ich hoffe, dass ich trotzdem mein Engagement für Frauenrechte und die Gleichstellung von Frauen und Männern vorantreiben kann.

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