Hand in Hand zum Jugendintegrationsbegleiter

Die Summer School von Flüchtlinge werden Freunde startet

Integrieren, was heißt das überhaupt? Dass sich eine Person anpasst? Dass jemand durch einen engen Flaschenhals in den großen Bottich Gesellschaft fällt? Oder könnte integrieren nicht auch heißen, dass sich  zwei oder mehrere Personen annähern? Der zweite Gedanke, die Idee der Annäherung ist Kern des Aktionsprogramms Flüchtlinge werden Freunde. Und diese Idee der Begegnung ist auch Basis der Qualifizierung zum Jugendintegrationsbegleiter.
Hinter diesem großen Wort steht die Idee, dass beide Seiten von Beratung profitieren können. Also  zugewanderte Jugendliche genauso wie die  Jugendarbeit. Zum Beispiel durch Menschen,  die wissen wie es ist zugewandert zu sein. Junge Menschen, die einen Migrationshintergrund haben und die gesellschaftlichen Erwartungen kennen.

Götz Kolle, von der Jugendbildungsstätte Unterfranken und Michaela Schmitz  haben die Idee angeschubst. Zum Team gesellte sich noch Eliza Skowron vom Kreisjugendring München-Land. Eliza und Götz haben wir im Vorfeld getroffen:

Warum braucht es diese Qualifizierungsreihe?

Eliza Skowron: Mein persönliches Ziel ist es, Leuten Werkzeuge zu geben, damit sie für sich sprechen können. Also ihnen Wege zu zeigen, damit sie ihr Wissen auch vermitteln können und eben auch glaubwürdig rüberkommen.

Damit sie einfach auch bemerkt werden als kompetente Menschen und nicht irgendwie als Problemgruppe in der Gesellschaft.

 bemerkt werden als kompetente Menschen und nicht irgendwie als Problemgruppe in der Gesellschaft.

Damit sie einfach auch bemerkt werden als kompetente Menschen und nicht irgendwie als Problemgruppe in der Gesellschaft. Das ist so mein persönliches Ziel. Und das Zweite ist, dass wir Rückmeldungen aus der Jugendarbeit bekommen haben, das keine geflüchteten Jugendlichen kommen würden.  Dabei haben sie ihre Angebote angeboten wie immer und die Zielgruppe damit einfach nicht erreicht. Ich dachte mir, es wäre gut, eine qualifizierte Gruppe zu haben, in der Leuten mit Migrations- oder Fluchterfahrung direkt in die Einrichtungen gehen und sich die Projekte anschauen. Die dann mit beiden Gruppen, also den jungen Geflüchteten, aber auch mit Menschen aus der Jugendarbeit sprechen und beraten können.

Wie habt ihr die Teilnehmer_innen ausgewählt?
Götz Kolle: Das sind verschiedene Leute zwischen 19 und 29 Jahren. Einen Großteil haben wir aus der Uni, die hier  in Sprachkursen schon auf B2 Niveau zielten und unserem Team bekannt waren. Es sind Menschen, die Migrationserfahrung haben oder eben vor allem Fluchterfahrung. Und es war uns wichtig, dass es Leute sind, die motivieren können. Also Menschen, die auch von den Themen getrieben sind, so ne Art innere Aktivität. Das war uns auch wichtig.

Was ist denn eure Aufgabe?
Götz Kolle: Wir haben eine Projektleitung dabei, die Maria Prahl, sie arbeitet für „Working between Cultures“ und ist die ganze Zeit vor Ort.  Wir haben zwei Teilzeitstellen und müssen im Vorfeld schauen was wir hier zeitlich reinpacken können und wieviel wir dann vor Ort sind.  Mir persönlich geht es darum ein paar Themen reinzubringen, in denen ich fit bin. Umgekehrt finde ich es super, dass Anke Zimmermann vom Bayerischen Jugendring den Part des Antirassismustrainings übernimmt und die Teilnehmer_innen auch hier kompetent werden.

Wo gehts in der ersten Woche hin?
Eliza Skowron: Die erste Woche findet vom 1. bis zum 6. August in Würzburg statt. Dann sind vier Tage Pause, dann geht es nach Pullach zur Burg Schwaneck. Dann zurück nach Würzburg und dann ist erstmal Pause. Wir treffen ja viele Organisationen und Vereine aus der Jugendarbeit und dann braucht es Zeit, zum Verdauen, zum Reflektieren. Am Schluss treffen wir uns nochmal eine Woche im Herbst. Da steigen wir dann konkret ins Projektmanagement ein. Also, was könnte ich anbieten? Was interessiert mich? Damit die Leute auch in die Zukunft hineinplanen.

Was muss passieren  damit ihr sagt, das war eine gute Sache?
Eliza Skowron: Auf jeden Fall, wenn die Leute perösnlich weiterkommen. Sie was mitnehmen können und sei es nur, dass sie sich selbst besser kennenlernen.

Götz Kolle: Ich fände es schön, wenn das Ganze auch den Jugendorganisationen und -initiativen, die wir jetzt treffen auch ein Signal sendet:

Das sind geflüchtete Jugendliche und wir können die als Expert_innen einbinden.

Das sind geflüchtete Jugendliche und wir können die als Expert_innen einbinden. Die können mitreden und die bringen Impulse, das finde ich eine schöne Perspektive. Und natürlich wenn danach Projekte entstehen, die wir unterstützen können.