Einfach Freund_innen

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M anina Ott ist Koordinatorin für das Aktionsprogramm Flüchtlinge werden Freunde. Seit 2016 hielt sie in dieser Funktion Vorträge und beriet Menschen in der Jugendarbeit, koordinierte Veranstaltungen, Projekte und Fördergelder und entwarf auch neue Formate wie NEU:DENK, Mitanand Open-Air oder die Jugendintegrationsbegleiter_innen. Dabei kam sie viel herum und hatte reichlich Gelegenheit zu Gesprächen mit jungen Geflüchteten, Fachkräften, Ehrenamtlichen und Multiplikator_innen in der Jugendarbeit.

Drei intensive Jahre

Wenn ich an drei Jahre Flüchtlinge werden Freunde zurückdenke, denke ich an drei intensive Jahre. Intensiv zum einen, weil es tiefe inhaltliche Auseinandersetzungen gab, weil sich die politische und gesellschaftliche Gemengelage ständig veränderte, weil es immer wieder aufs Neue zu beantworten galt: Was heißt eigentlich Jugendarbeit mit Geflüchteten? Treffen wir die Bedürfnisse der Geflüchteten? Der Fachkräfte? Der Ehrenamtlichen? Intensive Jahre vor allem auch, weil ich so vielen verschiedenen Menschen begegnen durfte. Diese Begegnungen mit engagierten Menschen egal welcher Herkunft prägten meine Arbeit. Die vielen Stimmen, die in der vorliegenden Dokumentation von Flüchtlinge werden Freunde zu Wort kommen, bestärken mich in meiner Haltung und machen mir Mut. Denn sie zeigen, dass wir viele sind: Viele, die an einer offenen und inklusive Gesellschaft arbeiten, die selbstlos für die Interessen Geflüchteter einstehen, und viele junge Geflüchtete, die selbstbewusst ihre Bedürfnisse formulieren. Wir brauchen diesen Mut, um weiterzumachen. Das Projekt Integration ist ein Marathon und kein Sprint, daher brauchen wir nicht nur kurzfristige Projekte, sondern auch langfristige Perspektiven. Dafür müssen wir unsere Stimme noch mehr als bisher nutzen und die Interessen aller jungen Menschen in Bayern, in Deutschland und in Europa selbstbewusst vertreten.

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Die erste Phase von Flüchtlinge werden Freunde mag abgeschlossen sein, aber das nächste Kapitel hat schon begonnen. Ich für meinen Teil habe in den letzten Jahren zahlreiche neue Freund_innen gewonnen, von denen viele eine Fluchterfahrung haben. Aber das spielt hier keine Rolle, denn sie sind eben meine Freund_innen, nicht meine Flüchtlinge. Und ich kann nur sagen: Ich wünsche allen solche Freund_innen.

Maninas Artikel stammt aus unserer Dokumentation Flüchtlinge werden Freunde. Zum Download und bestellen bitte hier entlang.