Ein JUZ als Ort der Begegnung

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Die Arbeit mit Asylsuchenden in der Jugendfreizeitstätte Planet ‚O‘ des Kreisjugendrings München-Land in Oberschleißheim

Als im Herbst 2013 die ersten Flüchtlinge in die Asylunterkunft in Oberschleißheim einzogen, war für die Mitarbeitenden der Jugendfreizeitstätte Planet ‚O‘ sofort klar, dass sie diese neuen Bewohner/-innen auch als Gäste in ihrem Jugendzentrum willkommen heißen wollten.
Die Ankunft der ersten Flüchtlinge fiel dabei zufällig mit einer Spendenaktion zusammen, bei der die Jugendlichen der Freizeitstätte und die Bürger/-innen Oberschleißheims Kleidung und Spendengelder für ein Flüchtlingslager an der türkisch-syrischen Grenze sammelten. Einige Flüchtlinge, zu denen der Mobile Jugendarbeiter und die pädagogischen Mitarbeitenden Kontakt aufgebaut hatten, halfen damals mit, die Kleidung für den Transport zu sortieren und konnten im Zuge dessen schnell Kontakte zu jungen engagierten Oberschleißheimer/-innen knüpfen.

Seitdem sind mehr als zwei Jahre vergangen, in denen das Planet ‚O‘, auch in Kooperation mit dem örtlichen Helferkreis immer wieder spezielle Aktionen mit den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus der Flüchtlingsunterkunft auf die Beine gestellt hat.

Zahlreiche gemeinsame Feste und Ausflüge

Im Juli 2015 wurde zusammen mit Jugendlichen und Bürger/-innen aus Oberschleißheim und den Bewohnern/-innen der Flüchtlingsunterkunft das letzte Fastenbrechen des Monats Ramadan gefeiert. Hierzu steuerten sowohl die Flüchtlinge als auch die Freizeitstätte Essen und Getränke bei. Es wurde zusammen Kicker und Billard gespielt und die gemütliche Atmosphäre sowie anregenden Gespräche luden viele der über 100 Besucher/-innen zum Verweilen ein. Auch beim alljährlichen Sommerfest der Freizeitstätte waren viele Flüchtlinge, vor allem die Familien mit Kindern mit Spaß und Freude dabei. Im November 2015 wurde die Bühne für Menschenrechte eingeladen, eine Theatergruppe aus Berlin, die ihr neues Stück „Asyl-Dialoge“ präsentierte, bei dem es auch darum ging Flüchtlinge vor Ort zu Wort kommen und ihre Geschichte erzählen zu lassen.

Gemeinsames Fußballspielen

Etwa 15 bis 20 Jugendliche und junge Erwachsene, sowohl aus der Flüchtlingsunterkunft als auch aus der Gruppe der Jugendlichen, die den Offenen Betrieb besuchen, finden wöchentlich zum Fußballspielen zusammen. An diesen Aktionen nehmen seit September 2015 auch die minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge, die derzeit an der JBS am Tower in Containern untergebracht sind, teil. Darüber hinaus kommen sie zweimal im Monat mit ihren Betreuer_innen am Abend ins Jugendzentrum, um dort mit den Jugendlichen Kicker, Darts, Billard und Playstation zu spielen, oder Live-Übertragungen von Fußballspielen anzusehen.

Zusammen spielen, basteln, kochen und Hausaufgaben machen

Für die Kinder, die nach ihrer Ankunft zuerst einmal die Übergangsklassen der Mittelschule im Ort besuchen, wurde in den Schuljahren 2013/14 und 2014/15 ein spezielles Angebot von den Mitarbeiter/-innen der Freizeitstätte und der Jungen Integration entwickelt. Die Kinder kamen alle zwei Wochen am Freitag zu Besuch, um mit den Pädagog/-innen und den einheimischen Kindern zu spielen, zu basteln und gemeinsam zu kochen. Anschließend bekamen sie zusätzlich Hilfe bei den Hausaufgaben oder nahmen an einer gezielten Sprachförderung teil. Auch Ausflüge wie etwa mit den Kindern und ihren Familien in den Tierpark Hellabrunn durften bei diesem Programm natürlich nicht fehlen.

Dieser Text ist ein redaktionell bearbeiteter Beitrag aus OJO Magazin – Die Zeitschrift des Kreisjugendrings München-Land, 01/2016.