Die Zukunft beginnt jetzt

Zwischenbilanz der Projektegion Niederbayern

Flüchtlinge werden Freunde, das Aktionsprogramm des Bayerischen Jugendrings wird im Jahr 2018 drei Jahre alt. Jahre, in denen sich die Jugendarbeit fit und stark für Geflüchtete gemacht. Zeit, in der Praxis ausprobiert, gewagt und sich etabliert hat. Besonders wichtig die Projektregionen, sie sind Knotenpunkte und Herzstücke der Jugendarbeit mit Geflüchteten. Sie sind dafür da, Wissen und Erfahrungen an die Jugendarbeit in Bayern weiterzugeben. Eine erste Zwischenbilanz hat jetzt die Projektregion Niederbayern gezogen. Hier sind der KJR Straubing-Bogen und die Kommunale Jugendarbeit Straubing aktiv. Richard Maier, kommunaler Jugendpflegegr fasst zusammen:

Worum gings?

Ziele waren die Qualifizierung der Fachkräfte in den Strukturen der Jugendarbeit sowie die Weiterbildung und Qualifizierung Ehrenamtlicher in den Jugendverbänden und Jugendringen für pädagogische Maßnahme mit und für junge Geflüchtete. Zudem ging es darum dezentrale Angebote zu schaffen und zu fördern. Folgende Angebote haben sich bewährt.

Bunt kickt besser

Ein super Beispiel für gelingende Integration ist das Projekt „Bunt kickt gut“. In der interkulturellen Straßenfußballliga kicken Kinder und Jugendliche.  Es gibt ein koninuerliches Ligasystem und an bis zu fünf Nachmittagen in der Woche und vielen Wochenenden finden auf verschiedenen Bezirks- und Schulsportanlagen Ligaspiele statt. Wichtigstes Credo: Es ist egal woher Du kommst, soziale und kulturelle Herkunft sollen keine Rolle spielen. Die Non-Profit-Organisation ist einzigartig in Europa und konnte mit Hilfe eines Straubinger Projekts auch in der Region Straubing-Bogen etabliert werden.  Wer regelmäßig dabei ist und die Werte von Toleranz und Fairness vorlebt, kann sich als sog. „Streetfootball-Worker“ weiterbilden.

Jugendliche sollen ihren Weg  gehen und Verantwortung  übernehmen.

So werden Jugendliche ermutigt, ihren Weg zu gehen und Verantwortung nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere zu übernehmen.

Zeichen setzen, argumentieren, weiterlernen

Theater, Filme und Workshops über Flucht, Integration, Religion, das ist nur eine Auswahl der Angebote für Schüler und Schülerinnen der Aktion „Zeichen setzen“. Im Rahmen eines P-Seminars engagierten sich Schülerinnen und Schüler in sogenannten „Übergangsklassen“ [Die Übergangsklasse ist eine Klasse für Kinder und Jugendliche, die neu in Deutschland sind und nicht genug Deutsch sprechen, um dem Unterricht in einer Regelklasse folgen zu können; Anmerkung der Redaktion] und führten dort regelmäßig Sportangebote durch. Höhepunkt war ein Sporttreff unter dem Motto „Miteinander Sport erleben“ mit rund 80 Teilnehmenden. Zudem gab es Vernetzungstreffen mit dem „Fachforum Jugendarbeit“ und mit dem Bündnis „Wir sind Bunt“ in Straubing. Seminare, Kurse und Infoabende über interkulturelle Trainings, Hate Speech, Antirassismustraining, Argumentationstraining gg. Stammtischparolen oder Aufklärung über den Islam ergänzten die Maßnahmen.

Das gute Leben für alle

Die „Zukunftswerkstatt“ für Ehrenamtliche in der Jugendarbeit in Zusammenarbeit mit der Jugendbildungsstätte Windberg war ein sehr aufwändiges Projekt. Jeder Ehrenamtliche war für eine/n jungen Geflüchteten Ansprechpartner_in. Hier konnten sich die Jugendlichen ein ganzes Wochenende über ihre Leben austauschen. Zum Beispiel darüber was es heißt, „einheimischen“  gegenüber „fremd“ zu sein und wie ihr eigenes Ideal des Zusammenlebens aussieht. Etwa

ein gutes Leben für alle jungen Menschen in Straubing-Bogen und drumherum.

Etwa ein gutes Leben für alle jungen Menschen in Straubing-Bogen und drumherum.

Im Rahmen der Jugendleitertankstelle wurde ein interkulturelles Training für Ehrenamtliche angeboten. Dieses Training mündete in einen Textbaustein, der auch den örtlichen Jugendverbänden zur Verfügung steht.

Bildunterschrift X-Pert-Fortbildung: Die Teilnehmer_innen nach erfolgreicher 5-teiliger Ausbildung der Xpert-Seminarreihe in Windberg.

Erfolgreiche Xpert-Ausbildungsreihe
In den letzten 18 Monaten konnten  fast 50 Teilnehmer_innen im Xpert-Basic, 24 TeilnehmerInnen im Professional und nun auch 11 TeilnehmerInnen im Xpert-Master fortgebildet werden. Hier geht es um grundlegende und weitergehende interkulturelle Kompetenzen. Damit wurde hohe Trainerkompetenz in den Landkreis Straubing-Bogen geholt.

Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ von Pro Asyl

Zum zweiten Mal konnte die Ausstellung  „Asyl ist Menschenrecht – 2. Auflage“ von PRO ASYL in die Region geholt. Die überarbeitete und aktualisierte Ausstellung enthält 37 Einzelplakate und stellt ein umfassendes Informationsangebot zum Thema Flucht und Asyl dar. Hauptpunkte der Ausstellung sind die Themen Heimat, aktuelle Zahlen und Fakten, Asylrecht, die Lage in Syrien/Irak, Fluchtgründe, Europas Außengrenzen, der Weg über den Balkan,  Flüchtlingslager, Europäische Flüchtlingspolitik oder Flüchtlinge in Deutschland seit 2015. Insgesamt haben bereits sieben Schulen die Ausstellung in ihren Räumlichkeiten gezeigt. Die Ausstellung kann kostenlos beim KJR Straubing-Bogen ausgeliehen werden.

Christoph Karl vom Anton-Bruckner-Gymnasium (3. von rechts) hat die Ausstellung bereits zum zweiten Mal in die Räume des Gymnasiums geholt. Bei der Eröffnung informierte Hasso von Winning (4. von rechts) als Sprecher des Bündnisses „Wir sind Bunt“ über das Thema junge Geflüchtete in der Region und anschließend führte Kreisjugendpfleger Richard Maier (7. von rechts) die Schülerinnen und Schüler durch die Ausstellung.