Alle Artikel in: Aus der Jugendarbeit

Pfadfinder tragen eine Fahne mit dem Logo der Aktion "Auf die Plätze gegen Hetze"

© VCP

Die Pfadi-Kartoffel gegen Hetze

Kartoffeln, das sind nicht nur schmackhafte Knollen, das ist auch eine Bezeichnung für  sogenannte Biodeutsche. Und das, obwohl die Kartoffel eigentlich ein Kolonialprodukt ist. Eine ganz besondere Rolle spielt die Kartoffel beim Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder, und zwar als Vorurteilbekämpferin. Über die Kartoffeln und ihre Rolle in der Kampagne des VCP „Auf die Plätze gegen Hetze“ haben wir mit Lena Simosek vom VCP gesprochen: Wieso braucht es die Kampagne „Auf die Plätze gegen Hetze?“ Rechtspopulistische und rechtsextreme Einstellungen finden weiter den Weg in die Gesellschaft. Das spiegelt sich auch in den Wahlergebnissen der AfD oder der FPÖ in Österreich wieder. Hassparolen gegen Geflüchtete, Politiker_innen oder Journalist_innen wurden auch mit Pegida lauter. Wir wollen uns aktiv gegen Diskriminierungen und Vorurteile positionieren. Du hast gesagt, dass Anfeindungen gegen Geflüchtete zugenommen haben. Habt ihr das auch im Verband gespürt und wenn ja, wie? Eher im Gegenteil. Seit 2015 viele Geflüchtete nach Deutschland kamen, haben viele Stämme versucht zu helfen. Man hat Kinder zu Gruppenstunden und Fahrten eingeladen, Begegnungscafés veranstaltet und vieles mehr. Auch auf unserem Bundeslager hatten …

Pancakes and Human rights

Freiwilligenarbeit im Flüchtlingscamp in Dünkirchen Im Sommer 2017 besuchte Manina Ott, Projektkoordinatorin von Flüchtlinge werden Freunde, den Kurs „Refugees +“ in Brüssel. Die europaweite Fortbildung im Rahmen von Erasmus+ richtete sich an Aktive in der Jugendarbeit, die bereits Erfahrungen in der Arbeit mit Geflüchteten hatten. Aus 14 Ländern kamen Jugendarbeiter_innen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und Methoden und praktische Ansätze für die eigene Arbeit mitzunehmen. Deutlich wurde: das Thema Flucht beschäftigt die Jugend in ganz Europa, ob in Irland, der Türkei, Spanien oder der Slowakei. Dort lernte Manina auch Clara Eyckerman aus Belgien kennen, die sich ehrenamtlich für Geflüchtete in einem Erstaufnahmecamp einsetzt. Was sie dabei erlebt hat, war so spannend, dass wir sie gebeten haben, ihre Erfahrungen für diesen Blog aufzuschreiben.   I am Clara, 21 years old, and I decided to set up my life a bit differently this year and began to study part-time instead of full-time. I had different reasons for this: firstly I felt that after years and years of “being lived” by school and my studies, I wasn’t quite ready …

Menschen, die zu Fuß durch Europa gehen…

Eine europäische Perspektive auf Flucht? Wie kann sie aussehen? Was kann Jugendarbeit hier tun? Und vor allem: wie kann eine europäische Jugendarbeit aussehen? Wir haben die Veranstaltung  „New Perspectives. European Experiences of Youth Work and Migration“ genutzt und die Experten vor Ort befragt: Alexios Georgalis reiste für die Veranstaltung aus Griechenland an. Er arbeitet unter anderem als Berater für die Vereinten Nationen und ist ein Pfadfinder mit einem goldenen Herz. Er war unter anderem mit Pfadfindergruppen in Flüchtlingslagern und den Häfen auf Lesbos unterwegs, um das Leben der Menschen erträglicher zu gestalten. Und sei es nur, Kindern Luftballons zu schenken. Er antwortet folgendermaßen: „Europa kam mir auch sehr groß vor, aber ich sehe jetzt, dass Leute durch Europa laufen. Europa ist klein. Es wäre unglaublich wichtig, Know-how auszutauschen. Deutschland hat eine Jugendarbeit, die  Jahrzehnte zurückblicken kann. Das ist in Griechenland nicht der Fall. Wir mussten Sachen entdecken, sage ich mal so. Wir haben an der Front Sachen gesehen, die man theoretisch nicht begreifen kann. Wir haben an der Front Sachen gesehen (in den Camps, Anmerkung der …

Schatten von zwei Personen, die sich umarmen

© Daniel Stricker | pixelio

Wie wohl fühlst du dich in Deutschland?

Junge Geflüchtete stehen im Zentrum des Mitanand Open Air. Sie sind in unserer Gesellschaft angekommen und wollen aktiver Teil davon sein. Ein Verband, der genau dafür steht, in dem sich Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung gemeinsam engagieren, ist die heimaten-Jugend. Was macht ihr beim Mitanand? Wir wollen ins Gespräch kommen mit den Besucher_innen, Gelegenheit zum Austausch über das Zusammenleben anbieten, über unsere Arbeit informieren. Viele haben Fragen an Geflüchtete, aber kaum Gelegenheiten, sie zu stellen. Dafür wollen wir da sein, zuhören, offen ins Gespräch gehen. Außerdem werden wir an unserem Stand Statements sammeln zu verschiedenen Fragen, z.B. „Wie wohl fühlst du dich in der Gesellschaft?“ und die Antworten von Deutschen und Geflüchteten auf Pinnwänden  gegenüber stellen. Was macht ihr in der Jugendarbeit mit Geflüchteten? Wir sind seit ein junger Verband, seit 2013 Mitglied im Kreisjugendring München-Stadt. Bei uns sind Migranten, geflüchtete und deutsche Jugendliche gemeinsam aktiv. Wir organisieren z.B. Seminare, etwa über das Bildungssystem, Jugendarbeit und Asylverfahren, weil das Themen sind, die für viele interessant und wichtig sind. Aber auch gemeinsame Unternehmungen wie Freizeiten, bei …

© Clemens Mirwald | Pixelio

Film ab in Regensburg – und auf dem Mitanand

Auch der Stadtjugendring Regensburg ist mit dabei auf dem Mitanand Open Air und zeigt, was in Regensburg in der Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten läuft. Was macht ihr beim Mitanand? Wir zeigen einen Film zum Thema Heimat, der gemeinsam mit einer Jugendwohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gestaltet wurde. Er erzählt von Traditionen in den Heimatländern der Jugendlichen und stellt diese humorvoll dem deutschen Alltag gegenüber. Im Rahmen der Vorführung wird es auch möglich sein, Jugendliche aus dem Video kennenzulernen. Was macht ihr in der Jugendarbeit mit Geflüchteten? Wir sind Ansprechpartner für die Projektregion Oberpfalz im Aktionsprogramm Flüchtlinge werden Freunde und haben unter Anderem eine Kampagne gegen Diskriminierung in der Jugendarbeit initiiert. Dafür haben wir eine Selbstverpflichtung für Jugendverbände entworfen und einen Anti-Rassismus-Koffer, der bei uns angefordert werden kann und der mit verschiedenen pädagogischen Materialien auch für die Arbeit mit jungen Geflüchteten bestückt ist. Auch eine interkulturelle Sportnacht in Regensburg haben wir mit organisiert. Gemeinsam mit dem Fußballverein SV Sallern haben wir im Sommer 2017 einen Graffiti-Workshop mit Geflüchteten veranstaltet, bei dem das Vereinsheim verschönert wurde. Im …

Ein Mitanand-Kunstwerk für alle

Das Mitanand Open Air ist mehr als ein Musikfestival. Es lebt von den Angeboten der Jugendarbeit. Mit dabei ist auch die Landesstelle der Katholischen Landjugend. Was macht ihr beim Mitanand? Wir bieten Actionpainting an und haben unseren KULTURbeutel dabei, der als Gesprächseinstieg dient. Im KULTURbeutel sind Zettelchen mit Anregungen und Fragen, etwa: „Was hältst Du von Integration?“ Sie dienen dazu ins Gespräch zu kommen. Fürs Actionpainting haben wir einen Schwung Leinwände dabei und jede Menge Farbe und Pinsel. Wer Lust hat, kann an einem Bild anfangen und dann reihum die anderen Leinwände bepinseln. Quasi ein Mitanand-Kunstwerk schaffen. Was macht ihr in der Jugendarbeit mit Geflüchteten? Wir reden mit Politiker_innen über Asyl, Flucht und Integration. Unsere Ortsgruppen helfen ehrenamtlich bei der Integration von Geflüchteten auf dem Land, zum Beispiel durch Sprachkurse, gemeinsame Kochabende. Wir haben zwei Werkbriefe zum Thema Asyl und Integration veröffentlicht, die dieses Engagement genau beleuchten. Die Werkbriefe enthalten zahlreiche Methoden für Gruppenstunden vor Ort  und sind eine praktische Arbeitshilfe für Jugendleiter_innen von Ortsgruppen, Pfarrämtern etc..

Mädchen klettert an runder Kletterscheibe

© Jugendfreizeitstätte Planet 'O'

Singen, Slacklinen, Posen

Nicht nur Konzerte erleben, sondern selbst mitmachen, Jugendarbeit erleben, ins Gespräch kommen, lachen! – auch das wird das Mitanand Open Air.  Denn viele Organisationen der Jugendarbeit bringen ihre Angebote live aufs Festivalgelände. Auch die Jugendfreizeitstätte Planet ‚O‘ des Kreisjugendring München-Land ist mit dabei. Der Kreisjugendring ist gleichzeitig auch Anlaufstelle für das Aktionsprogramm Flüchtlinge werden Freunde in der Projektregion Oberbayern. Was macht ihr beim Mitanand? Wir bringen eine Slackline mit und eine Kletterscheibe, die sich dreht und kippt, für alle, die Lust auf sportliche Aktivität haben. Wer sich schon mal warm singen und tanzen will, für den haben wir eine Playstation 3 dabei mit SingStar und Guitar Hero. Freizeitangebote, bei denen jede/r mitmachen kann und die wir auch in der Jugendarbeit mit Geflüchteten zum Einsatz bringen. Und unsere Polaroid-Fotobox, in der man sich fürs Erinnerungsfoto vom Mitanand sogar noch schnell mit unseren mitgebrachten Accessoires stylen kann. Was macht ihr in der Jugendarbeit mit Geflüchteten? Wir wollen Menschen zusammen bringen, Kennenlernen und Gemeinschaftserlebnisse in einer freundschaftlichen, entspannten Atmosphäre ermöglichen. Deshalb organisieren regelmäßig gemeinsames Fußballspielen für Jugendliche und …

© KJR München-Stadt

Armbänder und Schlüsselbänder knüpfen…

Das Mitanand Open Air lebt von der Beteiligung der Jugendarbeit. Und dieses Programm ist bunt und vielfältig. Mit dabei ist auch das Willkommen in München Team (WiM) des Kreisjugendrings München-Stadt. Was macht ihr auf dem Mitanand? Wir bieten einen Paracord Stand an. Hier können die Festivalteilnehmer_innen aus Fallschirmleine Armbänder und Schlüsselanhänger anfertigen. Was macht ihr in der Jugendarbeit mit Geflüchteten? Wir machen klassische mobile Jugendarbeit, die sich an junge Geflüchtete in München richtet. Wir etablieren Angebote in Unterbringungseinrichtungen, also wir bringen  Sport, Musik, Tanz, Kreatives und Handwerkliches zu den Jugendlichen. Träger ist der Kreisjugendring München-Stadt. WiM soll jungen Geflüchteten als Sprachrohr ihrer Belange dienen und ihnen neue Räume eröffnen. Wir wollen junge Menschen darin bestärken, ihre Leben so selbstbestimmt wie möglich zu gestalten.        

Buttons, Transparente und Diskussionen

Zahlreiche Jugendverbände sowie Jugendringe unterstützen das Mitanand Open Air.  Wir stellen euch die einzelnen Akteure vor. Heute die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken. Was macht ihr beim Mitanand? Wir wollen mit den Festivalteilnehmer_innen vor Ort in einen Austausch gehen. Also über Fluchtursachen diskutieren, über Entwicklungsländer, sichere Herkunftsländer  und wo wir selbst ansetzen können. Außerdem haben wir eine Buttonmaschine dabei. Wir geben die Möglichkeit, Schilder und Transparente vor Ort mit den eigenen politischen Botschaften zu gestalten. Was macht ihr in der Jugendarbeit mit Geflüchteten? Wir sind ein Jugendverband mit langer Tradition. Wir organisieren Zeltlager, Freizeiten, Seminare und Aktionen. Hier können Jugendliche für sich und andere Politik machen. Dabei treten wir für eine solidarische Gesellschaft ein und positionieren uns gegen Abschiebungen und für ein Bleibrecht für alle. Auf unsere Zeltlager nehmen wir seit vielen Jahren Geflüchtete mit. Wir müssen sie nicht „integrieren“. Ihre Teilnahme ist für uns selbsverständlich.      

Empowern und Vertrauen aufbauen

Das Mitanand Open Air ist mehr als ein klassisches Musikfestival. Neben engagierter Jugendarbeit und kreativem Eigensinn, unterstützen uns auch Wohlfahrtsverbände, unter anderem die Caritas München-Freising e.V. Vor Ort ist auch Dipl. Soz. Sabrina Hutner und Osama Kezzo, die einen Workshop anbieten. Was macht ihr beim Mitanand? Sabrina Hutner: Wir bieten einen offenen Workshop an, indem wir spielerisch Vertrauensübungen anbieten. Grundsätzlich geht es uns darum, in den Dialog mit den Festivalteilnehmer_innen zu gehen. Ziel ist es, einen Begegnungsraum zu schaffen, mögliche Vorurteile (auf allen Seiten) sichtbar zu machen und abzubauen.“ Bei uns wird gemalt, mal ein Stück mit verbundenen Augen am Arm einer anderen Person gegangen und einfach ein Austausch angeregt. Wie engagiert ihr euch für Geflüchtete? Hutner: Wir sind das Projekt SamBa. Im Fokus unseres Projekts steht die Förderung bürgerschaftlichen Engagements, demokratischer Partizipation und Empowerment von Menschen mit Fluchterfahrung im Landkreis Dachau. Bei unsere Arbeit verfolgen wir einen partizipativen Ansatz.