Alle Artikel in: Aus der Jugendarbeit

Eine bunte Welt für alle

Heute sind die Postkarten des Diversity Workshops vom Stadtjugendring Augsburg bei uns eingedrudelt. Highlight des Tages war ein Portät jede_s/r Teilnehmer_in, die sich nochmal mit einer Aussage für Diversity positioniert haben. Hier nochmal der Bericht von Alina dazu sowie die enstandenen Fotos, die es beim SJR auch als Postkarten gibt. Am 24. März 2018 fand der Diversity-Workshop „Die Welt ist bunt!“ im Jugendhaus linie 3 des SJR Augsburg statt. Der Workshop wurde in Kooperation mit der Alevitischen Jugend Augsburg-Lechhausen und den Besucher_innen des Jugendhauses linie 3 des SJR Augsburg unter der Leitung von Andreas Lucke durchgeführt. Ziel der Veranstaltung war, dass die Jugendlichen mit und ohne Fluchthintergrund gemeinsam einen tollen Tag verbringen und ihre Meinung zu Themen wie Vielfalt und Begegnung äußern. Die Teilnehmer_innen haben im Rahmen des Workshops verschiedene Stationen durchlaufen und sich dabei auf kreative Art und Weise mit einem friedlichen und vorurteilslosen Miteinander in unserer Gesellschaft auseinandergesetzt. Sie sind in ausgeloste Rollen geschlüpft, haben eigene Vorurteile reflektiert und wurden für das Erkennen von Chancenungleichheiten sensibilisiert. Das gemeinsame Einverständnis der Teilnehmenden in einer …

Wir helfen einfach…

Auch Geflüchtete können sich ehrenamtlich engagieren. Warum das sinnvoll für alle Beteiligten sein kann, darum geht es im folgenden Artikel, den uns Götz Kolle vom referat grenzenlos der Jugendbildungsstätte Unterfranken zukommen hat lassen. Er ist Ergebnis einer Fokusgruppen-Diskussion mit zehn geflüchteten Ehrenamtlichen. Ehrenamtliche mit Fluchterfahrung Jugendliche mit Fluchterfahrung sind oft bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren und zu helfen. Als Sprach- oder Kulturvermittler_in, als Helfer_in bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen usw.  Beweggründe ehrenamtllich aktiv zu werden, gibt es für Geflüchtete viele: Es sind persönliche Überzeugungen, die eigene Spiritualität oder Religion oder der Wunsch etwas zurückzugeben, weil  viele Geflüchtete mit ihrer Ankunft in Deutschland ehrenamtliches Engagement erlebt haben.  Das sind einige der Gründe, die Geflüchtete zum Ehrenamt motivieren. Einige waren auch schon in ihrem Heimatland und auch auf der Flucht ehrenamtlich aktiv und verfügten daher über einen großen Ehrfahrungsschatz in verschiedenen Bereichen, den sie in ihrem Ehrenamt einbringen: „Als die Situation in Syrien langsam eskalierte, haben wir eine Gruppe von etwa 15 Leuten gegründet. Wir haben den Menschen geholfen indem wir jene, die durch den …

© BJR

Fabian über das A (Angel) und O (Opener) in der Jugendarbeit mit Geflüchteten

Tanzen, Schlüsselbänder knüpfen, Körbe werfen, Fußball spielen, Sommerprogramm entwickeln, das WiM-Team (Willkommen in München) des Kreisjugendrings München-Stadt hatte in den letzten drei Jahren viele Angebote für Jugendliche mit Fluchterfahrung. WiM war Sprachrohr für junge Geflüchtete in München, hat ihnen Freizeitangebote zugänglich gemacht und selbst ein buntes Programm angeboten. Auch Ausflüge nach München und ins Münchner Umland gehörten mit zum Repertoire. Fabian Pfundmeier hat das WiM-Team 2015 aufgebaut und von 2016 – 2017 das Projekt „Junge Geflüchtete“ geleitet. Im Dezember 2017 ging das Projekt zu Ende. Wir haben mit ihm über seine Erfahrungen mobiler Jugendarbeit mit Geflüchteten geredet: Lass uns über Erfahrungen und Tipps sprechen. Was kannst Du weitergeben? Zum einen ist es wichtig, dass Projekte langfristig angelegt werden, das bedeutet etwa auch einen langen Vorlauf einzuplanen. Da kann man den Fachkräften aus der Jugendarbeit schon mal ein gewisses Verständnis von Strukturen, Abläufen, Organisationsstrukturen im Bereich Flucht an die Hand geben. Das ist einfach ein sehr eigenes System und man muss schon wissen wie eine Unterkunft für Geflüchtete funktioniert. man muss schon wissen wie eine Unterkunft …

Ich weiß wie schnell sich alles ändern kann

Zahra schreibt gerade ihre Seminararbeit über die Frauenquote für ihr  Abitur.  Sie will später Jura studieren und einen Schwerpunkt auf Menschenrechte und Völkerrecht legen. Sie ist seit zwei Jahren bei der heimaten-Jugend aktiv, seit einem Jahr im Vorstand, hat lange Theater gespielt, engagiert sich für Frauenthemen und war auch beim Bayerischen Tag der Jugend des Bayerischen Jugendrings (BJR) dabei, an dem junge Menschen aus Bayern mit Expert_innen und Entscheidungsträger_innen diskutieren konnten. Du bist mit der heimaten-Jugend nach Brüssel gefahren, warum? Erstens habe ich mit Politiker_innen direkt nie zu tun gehabt, es klang für mich total spannend mit den Leuten zu reden, die wirklich bei den Regeln mitwirken und zu schauen, wie sehen die eigentlich die Sache? Außerdem hatte ich im Kopf, dass die Leute, die das machen keine Gesichter vor sich haben. Ich dachte einfach, die sehen das wahrscheinlich anderes, wenn plötzlich eine Person da steht Ich dachte einfach, die sehen das wahrscheinlich anderes, wenn plötzlich eine Person da steht und eine Geschichte erzählt. Das fand ich spannend, deswegen bin ich auch mitgefahren. Und hat das …

© KJR Nürnberg

Jugendarbeit ist eine Investition in die Zukunft

Jugendarbeit kann einen alternativen Raum anbieten. Auch und ganz besonders für Geflüchtete, die oft einem ganz anderen Stress-Level ausgesetzt sind als junge Menschen, die hier geboren sind. So ein Stress-Level kann auch dann entstehen, wenn man vielleicht gar nicht soviel tun kann, außer hoffen und warten. Dann dreht sich der Stress eben um die Zukunft: Kann ich hierbleiben? Bekomme ich Asyl? Was, wenn nicht? Was passiert, wenn ich 18 Jahre alt werde? Das sind Fragen, die die Jugendarbeit nicht unbedingt beantworten kann. Aber sie kann zuhören, zerstreuen und junge Menschen mit anderen jungen Menschen zusammenbringen. Was Jugendarbeit mit Geflüchteten noch alles leistet, darüber haben sich Bruni Schmidt, Geschäftsführerin KJR Nürnberger Land und Sandra Härtl, Projektmitarbeiterin Flüchtlinge werden Freunde unterhalten. Übrigens: Der KJR Nürnberger Land ist zusammen mit dem KJR Nürnberg Stadt unsere Projektregion Mittelfranken. Bruni Schmidt: Warum braucht es Jugendarbeit mit Geflüchteten? Sandra Härtl: Kinder und Jugendliche haben große Ressourcen, wenn es um Kontakt- und Beziehungsaufbau sowie Anpassung geht. Jugendarbeit bietet die Chance, diese Ressourcen zu nutzen und ein vorurteilsfreies Miteinander zu unterstützen, das zur …

© JBN

Weil Flucht einen globalen Zusammenhang hat

Was hat unser Leben hier mit der Not der Menschen in den Ländern des Südens zutun?  Inwiefern spielen eigentlich Handelsbedingungen eine Rolle im Themenfeld Flucht? Nur ein paar Anstöße, die wir aus dem Interview mit Lioba Degenfelder mitnehmen. Lioba ist Bildungsreferentin der JBN (Jugendorganisation Bund Naturschutz) und hier unter anderem für das Projekt Naturzufluchten, Umweltbildung mit Geflücheten, zuständig . Warum engagiert Ihr Euch als Jugendorganisation Bund Naturschutz für Geflüchtete? 2013 haben wir ein Positionspapier mit dem Titel „Klima kennt keine Grenzen – warum Umweltpolitik Asylpolitik ist” verabschiedet. Wir haben schon immer einen Zusammenhang zwischen umweltrelevanten Fluchtursachen und Flucht gesehen. Schließlich hat alles was wir in unserem Alltag machen globale Auswirkungen. Wir stellen uns die Frage: was bewirkt eigentlich unser Lebensstil am anderen Ende der Welt? was bewirkt eigentlich unser Lebensstil am anderen Ende der Welt? Inwiefern spielen Handelsbedingungen und unsere Klimapolitik damit rein, dass Menschen in anderen Teilen der Welt nicht mehr leben können? Wieso können Menschen woanders nicht so gut leben und was hat das mit uns zutun? Nehmen wir mal unsere konsumkritischen Stadtführungen, …

© BJR_Egloffstein

Im interkulturellen Schrebergarten

Drei Jahre Flüchtlinge werden Freunde, das sind drei Jahre Jugendarbeit mit Geflüchteten. Jahre, in denen das Thema Flucht und alles was damit zusammenhängt auch die Mitarbeiter_innen des Bayerischen Jugendrings (BJR) beschäftigt hat und weiter beschäftigen wird. Denn Menschen, die fliehen sind ein gesellschaftliches Thema, das somit auch die Jugendarbeit in ihrer Ganzheit betrifft. Und genau das wollen wir zeigen,  indem wir mit  Menschen sprechen, die für zentrale Themen der bayerischen Jugendarbeit stehen. Zum Beispiel mit Jan, der den Themenkomplex Ökologie und Nachhaltigkeit im BJR vorwärts bringt. Wo begegnet Dir das Themenfeld Flucht und Asyl? In der Umweltbildung ist das Thema relativ früh aufgetaucht, spätestens als geflüchtete Menschen im Sommer 2015 bei uns in München am Bahnhof angekommen sind. Die sind dann als vermeintlich neue Zielgruppe in den Fokus der Jugendarbeit und auch der Umweltbildung geraten. Vermeintlich, weil es ja überwiegend nur neue Menschen waren, die aber mit Methoden der Jugendarbeit gut zu erreichen sind. Vermeintlich, weil es ja überwiegend nur neue Menschen waren, die aber mit Methoden der Jugendarbeit gut zu erreichen sind. Die Methoden …

© Foto | Osama Albernawi 2017

Brücken bauen und Grenzen auflösen

Die JIB (Jugendintegrationsbegleiter_innen), das sind eure Begleiter_innen für die Jugendarbeit. Denn sie sind  „Expert_innen in eigener Sache“. Weil sie wissen wie es sich anfühlt fremd zu sein, oder besser als fremd wahrgenommen zu werden, und weil sie wissen wie man Brücken baut und wie sie ihre Expertise weitergeben können. Sie sind selbst migriert oder geflohen und haben im letzten Jahr die Summer School des Bayerischen Jugendrings besucht. Mit dabei war auch Maria Prahl, Prozessbegleiterin der Fortbildung und interkulturelle Trainerin. Ihr Rückblick auf die Qualifizierung ist zuerst im SIETAR Journal für interkulturelle Perspektiven, 2, 2017, mondiale, erschienen. Der Weg zum/r Jugendintegrationsbegleiter_innen (jib) In der Summer School »Jugendintegrationsbegleiter_innen« qualifiziert der Bayerische Jugendring in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring München-Land und der Jugendbildungsstätte Unterfranken junge Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung zu Begleiter_innen für die Jugendarbeit. Die Fortbildung ist Teil des Aktionsprogramms »Flüchtlinge werden Freunde«. Zu wenige Menschen mit eigener Flucht- oder Migrationserfahrung nehmen bisher (in der Jugendarbeit) eine Vermittlerfunktion ein. Um diese Lücke zu schließen und das Potenzial von Expert_innen in eigener Sache zu nutzen, ist die Fortbildung konzipiert worden. …

Endlich vernünftig Reis kochen

Jungen Geflüchteten auf Augenhöhe begegnen, das will zusammenWachsen, eine Münchner Jugendinitiative, die seit Juni 2016 auch Mitglied im Kreisjugendring München-Stadt ist. Thomas Steingasser, Vorsitzender der Gruppe, war auch auf dem Podium beim Festakt des Bayerischen Jugendrings anlässlich seiner 70-jährigen Bestehens und hat sich für die Anliegen seiner Freunde und Freundinnen stark gemacht. Denn das ist der Ansatz von zusammenWachsen: zuerst kommt die Freundschaft – und nicht der belehrende Blick von oben herab. Ob das klappt und was man so alles dabei lernen kann, darüber haben wir uns mit Thomas unterhalten. Was macht euch und eure Arbeit aus? Dass wir sehr niederschwellig arbeiten und mit den Leuten wirklich auf Augenhöhe umgehen. Wir betrachten uns nicht als die klugen deutschen Helfer, die den armen kleinen Flüchtlingen helfen. Sondern: Wir sind junge Menschen und sie sind junge Menschen, die halt eine andere Biografie haben. Das heißt ja nicht, dass sie weniger auf die Reihe kriegen als wir. Wir betrachten Geflüchtete einfach als Freunde, die nicht in Deutschland geboren wurden Und deswegen betrachten wir sie einfach als Freunde, die …

Pfadfinder tragen eine Fahne mit dem Logo der Aktion "Auf die Plätze gegen Hetze"

© VCP

Die Pfadi-Kartoffel gegen Hetze

Kartoffeln, das sind nicht nur schmackhafte Knollen, das ist auch eine Bezeichnung für  sogenannte Biodeutsche. Und das, obwohl die Kartoffel eigentlich ein Kolonialprodukt ist. Eine ganz besondere Rolle spielt die Kartoffel beim Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder, und zwar als Vorurteilbekämpferin. Über die Kartoffeln und ihre Rolle in der Kampagne des VCP „Auf die Plätze gegen Hetze“ haben wir mit Lena Simosek vom VCP gesprochen: Wieso braucht es die Kampagne „Auf die Plätze gegen Hetze?“ Rechtspopulistische und rechtsextreme Einstellungen finden weiter den Weg in die Gesellschaft. Das spiegelt sich auch in den Wahlergebnissen der AfD oder der FPÖ in Österreich wieder. Hassparolen gegen Geflüchtete, Politiker_innen oder Journalist_innen wurden auch mit Pegida lauter. Wir wollen uns aktiv gegen Diskriminierungen und Vorurteile positionieren. Du hast gesagt, dass Anfeindungen gegen Geflüchtete zugenommen haben. Habt ihr das auch im Verband gespürt und wenn ja, wie? Eher im Gegenteil. Seit 2015 viele Geflüchtete nach Deutschland kamen, haben viele Stämme versucht zu helfen. Man hat Kinder zu Gruppenstunden und Fahrten eingeladen, Begegnungscafés veranstaltet und vieles mehr. Auch auf unserem Bundeslager hatten …