Alle Artikel in: Aus dem Bayerischen Jugendring

© BJR | Frank Röthel

Wir waren Mitanand

Friedlich, bunt, mitanand – das war das  Mitanand Open Air am 9. September beim Jugendhaus Karlsfeld. Vor und hinter den Kulissen dieses ersten Festivals des Bayerischen Jugendrings war dieses Miteinander geprägt von gut gelaunter Offenheit und dem Spaß an der Begegnung. Miteinander reden, nicht übereinander Ein Zeichen für Integration und Offenheit, gegen Diskriminierung und Ausgrenzung wollte der BJR mit dem Mitanand setzen. Anerkennen und sichtbar machen, dass junge Geflüchtete längst bei uns angekommen sind, in der Jugendarbeit und in Bayern. Zeigen, was Jugendarbeit mit Geflüchteten alles leistet. Mit einem starken Gemeinschaftserlebnis Lust machen, weiterzugehen auf diesem Weg, der nicht immer eben ist und der vielleicht auch den einen oder anderen Frust bereit hält. Heraus kam eine Party, bei der das Vergnügen am Miteinander in der Luft lag. Bis spät in die Nacht. Mitanand Open Air am 9.9.2017 in Karlsfeld from Bayerischer Jugendring on Vimeo.   Unser riesengroßer Dank gilt …den vielen Helferinnen und Helfern, ohne deren Einsatz das Mitanand niemals möglich gewesen wäre, …den 19 Jugendorganisationen, die mit ihren Angeboten ganz viel Lebendigkeit und Miteinander …

Pinnwand mit verschiedenen Bildern, eine Hand zeigt darauf

Schreib mich auf Arabisch

Seit Sommer 2017 läuft die Qualifizierungsreihe zum/zur Jugendintegrationsbegleiter_in (JIB), bei der  junge Menschen mit Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund zu Begleiter_innen für die Jugendarbeit ausgebildet werden. Ein Schwerpunkthema im Jahr 2017 von Flüchtlinge werden Freunde. Die Teilnehmer_innen sind zwischen 19 und 29 Jahren alt, viele studieren und haben gute Deutschkenntnisse. Und es sind Menschen, die motivieren können und wollen. Deshalb sind sie auch beim Mitanand Open Air mit dabei. Was macht ihr beim Mitanand? Wir machen eine kleine Kalligrafie-Aktion: Die JIBs schreiben die Namen der Besucher_innen in verschiedenen Alphabeten und gestalten daraus kleine Karten zum Mitnehmen. Außerdem ist ein Quiz geplant: wir haben uns Fragen ausgedacht, die die Vielfalt der verschiedenen Herkunftsgesellschaften abbilden und Stereotype relativieren oder, besser noch, verändern helfen sollen. Was ist das Besondere der Jugendintegrationsbegleiter_innen? Die Teilnehmer_innen kommen aus verschiedenen Kontexten und lernen in der Summer School u.a. Strukturen und verschiedene Träger und Einrichtungen der Jugendarbeit kennen, haben ein Antirassismustraining hinter sich, lernen etwas über interkulturelle Kommunikation usw. Die Fortbildung befähigt sie, Jugendarbeit immer dann kompetent zu begleiten, wenn es um das Thema Integration geht. In  …

Auf ein Winterschnitzel mit Teresa Reichl

Teresa Reichl ist nicht nur eine begnadete Slammerin, die unter anderem bei den U 18 ganz vorne mit dabei war, sondern auch engagierte Lehramtsstudentin und authentische Niederbayerin. Teresa bietet einen offenen Workshop zum Slammen beim Mitanand Open Air an. Wir haben sie auf der Durchreise zu einem Slam in München getroffen: Warum slammst Du? Ich habe einen halben Slam aus Versehen gesehen, dann habe ich gesagt, das mach ich irgendwann auch mal, das ist cool. Und dann haben mich zwei Freundinnen einfach angemeldet.  Zwei Tage davor habe ich eine Email erhalten, in der ich schon im Line-Up stand. Dann war ich kurz wütend und anschließend habe ich einen Text geschrieben. Kann man slammen lernen? Ja! Also ein Grundinteresse oder Talent sollte schon da sein, aber man kann einfach Workshops geben, um in das Denken reinzukommen (eini zu kämma!) und seinen eigenen Stil zu finden. Das kann man alleine auch. Das dauert aber viel länger. Was macht ihr beim Workshop beim Mitanand? Normalerweise biete ich solche Workhops  auch für Schulklassen an. Dann mache ich am Anfang …

Ausatmen, Kaffee trinken, Selbermachen…

Eindrücke aus der Summer School der Jugendintegrationsbegleiter_innen Miteinander statt übereinander reden, ist das Credo hinter der Idee der Qualifizierungsreihe zum/r Jugendintegrationsbegleiter_in. Und das Herzstück von Flüchtlinge werden Freunde. Letzte Woche vom 11. bis 18. August waren die Teilnehmer_innen der Summer School für die Jugendintegrationsbegleiter_innen zu Gast auf der Burg Schwaneck, aber auch zu Besuch im Bayerischen Jugendring und bei LOK Arrival in der Bayernkaserne. Am Donnerstag, 17. August, sind wir zu Besuch. Erst mal die Informationen  sacken lassen, zur Ruhe kommen und dann eigene Ideen entwickeln, das war das Thema am Ende dieser Woche. Eine Woche voller Input und Wissen liegt hinter den elf Teilnehmer_innen. Alle von ihnen haben Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund. Im Gruppenraum, dem Turmzimmer der Burg, hängen die Ergebnisse der letzten Tage. Diskutieren, Ideen austauschen, kreativ Arbeiten „Ich bin total begeistert und glücklich mit dieser Gruppe, es sind so tolle Leute“ sagt Maria Prahl, Trainerin von Working between Cultures.  Maria ist eine von vier Trainerinnen, die die Fortbildung begleiten. Mit im Team sind weitere Pädagog_innen der Jugendbildungsstätte Unterfranken und der Burg Schwaneck. „Die erste …

Unsere Freund_innen — unser Leben!

Flüchtlinge werden Freunde wächst Flüchtlinge werden Freunde wächst. Zahlreiche Projekte in der Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten sind in den letzten zwei Jahren entstanden .  Und auch  der Bayerische Jugendring ist um eine Projektmitarbeiterin reicher, die den Projektregionen und der Jugendarbeit vor allem beratend im Themenfeld von Rassismus und Diskriminierungserfahrungen zur Seite stehen wird. Anke Zimmermann ist seit Juli bei uns. Hier erzählt sie uns, was sie alles vorhat: Was machst Du für Flüchtlinge werden Freunde? Anke Zimmermann: Für Flüchtlinge werden Freunde bin ich auf einer neu geschaffenen Stelle aktiv, die  Maßnahmen entwickelt, wie mit Rassismus und Anfeindungen in und um die Jugendarbeit herum umgegangen werden kann. Das heißt sowohl für diejenigen, die in der Jugendarbeit mit Geflüchteten arbeiten, als auch für die Geflüchteten selbst. Die haben auf der Flucht oft Schlimmes erlebt, haben zum Teil traumatische Erfahrungen hinter sich und kommen dann hier in ein Land, in dem sie sich in Sicherheit wähnen und werden mit ablehnenden Haltungen oder gar Anfeindungen konfrontiert. Das kann sie irritieren, auf jeden Fall verunsichern und verletzen, weil sie das auf …

Hand in Hand zum Jugendintegrationsbegleiter

Die Summer School von Flüchtlinge werden Freunde startet Integrieren, was heißt das überhaupt? Dass sich eine Person anpasst? Dass jemand durch einen engen Flaschenhals in den großen Bottich Gesellschaft fällt? Oder könnte integrieren nicht auch heißen, dass sich  zwei oder mehrere Personen annähern? Der zweite Gedanke, die Idee der Annäherung ist Kern des Aktionsprogramms Flüchtlinge werden Freunde. Und diese Idee der Begegnung ist auch Basis der Qualifizierung zum Jugendintegrationsbegleiter. Hinter diesem großen Wort steht die Idee, dass beide Seiten von Beratung profitieren können. Also  zugewanderte Jugendliche genauso wie die  Jugendarbeit. Zum Beispiel durch Menschen,  die wissen wie es ist zugewandert zu sein. Junge Menschen, die einen Migrationshintergrund haben und die gesellschaftlichen Erwartungen kennen. Götz Kolle, von der Jugendbildungsstätte Unterfranken und Michaela Schmitz  haben die Idee angeschubst. Zum Team gesellte sich noch Eliza Skowron vom Kreisjugendring München-Land. Eliza und Götz haben wir im Vorfeld getroffen: Warum braucht es diese Qualifizierungsreihe? Eliza Skowron: Mein persönliches Ziel ist es, Leuten Werkzeuge zu geben, damit sie für sich sprechen können. Also ihnen Wege zu zeigen, damit sie ihr Wissen …

Du bist mitanand

Schnell die Ukulele gestimmt, das Glitzertattoo angebracht und ab zum Mitanand Open Air. Denn das Mitanand will nicht nur mit Euch feiern, sondern auch gefeiert werden. Und dazu braucht es euch. Wir haben ein Line-Up mit verdammt guter Musik und einen Ort, an dem ihr Jugendarbeit leben könnt. Ob ihr zeigt, wie Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten aussehen kann, einen Typo-Workshop anbieten oder mit eurer Jugendgruppe Bäume  einstricken wollt. Wir haben eure Bühne! Ideen, Skizzen, einfach an Manina Ott: ott.manina@bjr.de oder 0151-27627735. Wir freuen uns und unterstützen euch!    

Mitanand feiern und gemeinsam Haltung zeigen!

Es ist kompliziert, das war die Überschrift einer Themenwoche bei uns. Ganz unkompliziert und erfrischend geht es weiter mit dem  Mitanand Open Air des Bayerischen Jugendrings (BJR). Der BJR feiert ein Festival, seid ihr dabei? Mitanand heißt für uns: Junge Geflüchtete sind ein selbstverständlicher Teil von Jugendarbeit und Gesellschaft. Ja zur Integration und Nein zu Ausgrenzungen. Danke sagen für die intensive und wertvolle Arbeit in den vergangenen Jahren, für alles, was in der Jugendarbeit neu entstanden ist. Wann und Wo? Wir feiern mit Euch am 9. September am Jugendhaus Karlsfelder See, Einlass 12:00 Uhr. Alle weiteren Infos zum Line-Up und zum Programm: bitte hier entlang.  

In einem Baumstamm öffnen sich zwei Schubladen, aus denen Tauben herausfliegen

Es ist kompliziert… Nachlese zur Themenwoche

Es war spannend, anregend und dann eigentlich doch gar nicht so kompliziert, was unsere Autorinnen und Autoren in der vergangenen Woche an Ideen, Gedanken und Analysen zur Jugendarbeit mit Geflüchteten zusammengetragen haben für dieses Blog. Vielen Dank nochmal für die spannenden, klugen und zum Teil sehr persönlichen Texte und Geschichten! Für alle, die noch einmal nachlesen möchten, gibt es jetzt die Themenwoche im Überblick. Alles, was wir im Rahmen unserer Themenwoche „Es ist kompliziert…“ hier, auf Facebook und vimeo gepostet haben, nochmals zusammengefasst: [View the story „Es ist kompliziert…“ on Storify]

Drei Blüten vor blauem Himmel

Es bleibt kompliziert, na ja, zumindest komplex

…aber auch spannend. Und freudvoll. Und menschlich. Warum, wo und wie es herausfordernd sein kann, jungen Geflüchteten in der Jugendarbeit zu begegnen, darüber haben sich die Woche über viele Autoren und Autorinnen innerhalb und außerhalb des Bayerischen Jugendrings Gedanken gemacht. Wir wollten die einfachen Antworten auf komplexe Fragen auseinandernehmen, die überall kursieren. Denn sie hindern uns daran, die Menschen mit denen wir es zu tun haben, wirklich zu sehen und anzuerkennen. Mut zur Komplexität Wir wollten in dieser Woche Mut zur Komplexität zeigen und Mut machen, Komplexes nicht sofort zu vereinfachen, z.B. indem wir gedankliche Schubladen aufziehen. Oder indem wir uns selbst zurückziehen – auch vielleicht nur mental oder emotional. Mut, schwierige Situationen auszuhalten, Mut auch zum Scheitern. Wir haben dafür plädiert, genau hin zu schauen, nicht gleich zu bewerten, was wir beobachten und was uns bewegt. Vor allem dafür, junge Geflüchtete zuallererst als Menschen und nicht nur in ihrer Rolle als Flüchtlinge zu sehen, Raum für eine Begegnung auf Augenhöhe zu schaffen.  Beziehungen und Freundschaften aufzubauen, die jungen Geflüchteten Halt geben, Selbstbewusstsein, Zugehörigkeit. In …