Alle Artikel in: Aus dem Bayerischen Jugendring

© BJR_Egloffstein

Im interkulturellen Schrebergarten

Drei Jahre Flüchtlinge werden Freunde, das sind drei Jahre Jugendarbeit mit Geflüchteten. Jahre, in denen das Thema Flucht und alles was damit zusammenhängt auch die Mitarbeiter_innen des Bayerischen Jugendrings (BJR) beschäftigt hat und weiter beschäftigen wird. Denn Menschen, die fliehen sind ein gesellschaftliches Thema, das somit auch die Jugendarbeit in ihrer Ganzheit betrifft. Und genau das wollen wir zeigen,  indem wir mit  Menschen sprechen, die für zentrale Themen der bayerischen Jugendarbeit stehen. Zum Beispiel mit Jan, der den Themenkomplex Ökologie und Nachhaltigkeit im BJR vorwärts bringt. Wo begegnet Dir das Themenfeld Flucht und Asyl? In der Umweltbildung ist das Thema relativ früh aufgetaucht, spätestens als geflüchtete Menschen im Sommer 2015 bei uns in München am Bahnhof angekommen sind. Die sind dann als vermeintlich neue Zielgruppe in den Fokus der Jugendarbeit und auch der Umweltbildung geraten. Vermeintlich, weil es ja überwiegend nur neue Menschen waren, die aber mit Methoden der Jugendarbeit gut zu erreichen sind. Vermeintlich, weil es ja überwiegend nur neue Menschen waren, die aber mit Methoden der Jugendarbeit gut zu erreichen sind. Die Methoden …

Durch den inneren Wald in die Klarheit

Die JIBS (Jugendintegrationsbegleiter_innen) sind „Expert_innen in eigener Sache“. Weil sie wissen wie es sich anfühlt fremd zu sein und weil sie wissen wie man Brücken baut. Osama Albernawi lebt mit seinen Eltern und Geschwistern in Würzburg und studiert Physik. Die eigenen Grenzen kennen Unsere Werte bestimmen oft unsere persönlichen Grenzen. Meine Werte führen dazu, dass ich manche Grenzen ungern überschreite. Eine dieser Grenzen ist für mich, »Nein« zu sagen. Es geht mir einfach gegen den Strich, eine Bitte von einem Freund abzulehnen! Freunde sind immer füreinander da! Und somit überschreite ich meine Grenzen bzw. übersehe ich sie und vor allem übersehe ich meine Bedürfnisse. Es ist mir auch ein großes Anliegen, dass ich andere nicht enttäusche, obwohl ich weiß, dass mein »Nein« gar nicht immer als Enttäuschung betrachtet wird. Durch die Erfahrungen in der Summer School »JugendintegrationsbegleiterInnen« bin ich jetzt doch einbisschen anders geworden. Ich habe durch unterschiedliche Erfahrungen das »Neinsagen« gelernt. Ich habe durch unterschiedliche Erfahrungen das »Neinsagen« gelernt. Dort haben wir mit anderen an einem Projekt gearbeitet. Es war für mich sehr wichtig, …

Nutzt eure Macht!

Die JIBS (Jugendintegrationsbegleiter_innen), Begleiter_innen und Berater_innen für die Jugendarbeit sind „Expert_innen in eigener Sache“. So wie Moheeb Maktabi. Er ist seit zwei Jahren in Deutschland und studiert Informatik in Würzburg. Eigentlich wollte ich mit einem Studentenvisum nach Deutschland kommen, aber das ist abgelehnt worden. Deswegen musste ich nach Deutschland fliehen. Ich kann nicht verstehen, warum der Pass über die Chancen einer Person bestimmt. Was ist anders hier? Die Familienbeziehungen sind hier in Deutschland anders als in Syrien. Ich bin kein großer Familienfan, aber in Syrien sieht sich die Familie häufig, oft jede Woche. Man verbringt den ganzen Abend gemeinsam im Restaurant, raucht Shisha, wer Alkohol trinkt, trinkt Alkohol. Man verbringt den ganzen Abend gemeinsam. Das ist hier anders. Freunde in Syrien zu sein, bedeutet »brotherhood« (Brüderschaft). Bei uns gibt es keine Grenzen im Umgang unter Freunden. Was können wir voneinander lernen? Bei Fehlern der Mächtigen nicht zu schweigen! Und wenigstens zu versuchen aufzustehen und dagegen vorzugehen. Auch wenn es nicht klappt. Es wenigstens versuchen und nicht schweigen. Schweigen ist Gold – aber nicht in diesem …

Ich vermisse den Frieden

Die JIBS (Jugendintegrationsbegleiter_innen),  Begleiter_innen und Berater_innen für die Jugendarbeit. Sie sind „Expert_innen in eigener Sache“.  So wie Basel Asideh. Hier erzählt er über seine Erfahrungen. Als ich neu in Deutschland angekommen bin, hat sich die Kultur für mich wie ein Buch geöffnet. In jeder Lebensphase meiner Zeit hier konnte ich ein neues Kapitel dieses Buchs lesen und auch etwas Neues lernen. Bei jedem neuen Schritt, den ich gemacht habe, haben mich so viele tolle Menschen begleitet. Ich habe gelernt, wenn man offen ist, kommen genau die Menschen in dein Leben, die du in jenem Moment brauchst. Mit wem arbeitest du am liebsten? Ich liebe meine Arbeit und ich helfe Menschen gerne. Ich kann nicht sagen, ob ich mit Kindern, Jugendlichen oder älteren Menschen am liebsten arbeite. Ich kann mich einfach sehr gut mit anderen identifizieren unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion oder Kultur. Wenn ich arbeite, gebe ich einfach viel Liebe; also Wertschätzung, Anerkennung und Leidenschaft. Das braucht aus meiner Sicht jeder. Was können wir voneinander lernen? Was mir in der deutschen Gesellschaft manchmal fehlt, ist …

Wir sind was wir tun…

Die JIBS (Jugendintegrationsbegleiter_innen), das sind eure Begleiter_innen für die Jugendarbeit. Denn sie sind  „Expert_innen in eigener Sache“. Weil sie wissen wie es sich anfühlt fremd zu sein und weil sie wissen wie man Brücken baut. Mohamed Dweidary ist einer von ihnen. Er ist 25 Jahre alt, hat in Syrien Jura studiert und bereitet sich momentan auf sein Studium in Deutschland vor. Mit wem arbeitest du am liebsten? Am liebsten arbeite ich mit Menschen, die ebenfalls migriert sind. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen können sie schneller und besser Verständnis für unsere Situation aufbauen. Was können wir voneinander lernen? Geduld! Alles braucht Zeit. Achtung vor Stereotypen! Nicht alle Deutschen sind … , nicht alle Geflüchteten sind … . Nicht alle Deutschen sind … , nicht alle Geflüchteten sind … . Es ist wichtig, andere Meinungen zu respektieren und zu akzeptieren. Und was religiöse Ansichten betrifft: Man sollte immer offen und verständnisvoll sein, damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich mache die Dinge hier anders als in Syrien. Ich passe mich an die Situation an. An Deutschland schätze ich …

© Foto | Michaela Morosini

Rap & Lederhosen: die Refugee Rap Squad

Sie waren die Ersten auf der Bühne des Mitanand Open Airs. Die vier Jungs rappen auf Deutsch, Englisch, Wolof (Senegalesisch) und Französisch. In ihren Texten sprechen sie über das Warten auf Asyl, ihre Fluchterfahrung und ihre neue bayerischer Heimat. Die juna # 4.17 hat sich mit dem Thema Freiheit beschäftigt und die Refugee Rap Squad um ein Interview gebeten. Yaser, Ousmane (Laouzz), Timo und Bakr (DJ Baxter) sind ein Kollektiv geflüchteter Jugendlicher, die gerne Musik machen, und bilden zusammen das Refugee Rap Squad. Gerade haben die vier ihr erstes offizielles Musikvideo „Chill – kein Asyl“ veröffentlicht. Die Lederhosen und die Almlandschaft darin sollen auch symbolisieren, wie sehr sich die geflüchteten Freunde in ihrer neuen Heimat schon integriert fühlen. Und alles dafür tun, um in Deutschland bleiben zu dürfen –denn manchen von ihnen droht die Abschiebung. Yaser, Ousmane, Timo und Bakr, wie habt ihr euch kennengelernt? TIMO: Das war vor etwa drei Jahren bei einem Hip-Hop-Workshop an der Berufsschule in Kelheim, also Bakr, Ousmane und ich. Yaser kenne ich auch ungefähr so lange aus München. Dort …

© BJR | Frank Röthel

Wir waren Mitanand

Friedlich, bunt, mitanand – das war das  Mitanand Open Air am 9. September beim Jugendhaus Karlsfeld. Vor und hinter den Kulissen dieses ersten Festivals des Bayerischen Jugendrings war dieses Miteinander geprägt von gut gelaunter Offenheit und dem Spaß an der Begegnung. Miteinander reden, nicht übereinander Ein Zeichen für Integration und Offenheit, gegen Diskriminierung und Ausgrenzung wollte der BJR mit dem Mitanand setzen. Anerkennen und sichtbar machen, dass junge Geflüchtete längst bei uns angekommen sind, in der Jugendarbeit und in Bayern. Zeigen, was Jugendarbeit mit Geflüchteten alles leistet. Mit einem starken Gemeinschaftserlebnis Lust machen, weiterzugehen auf diesem Weg, der nicht immer eben ist und der vielleicht auch den einen oder anderen Frust bereit hält. Heraus kam eine Party, bei der das Vergnügen am Miteinander in der Luft lag. Bis spät in die Nacht. Mitanand Open Air am 9.9.2017 in Karlsfeld from Bayerischer Jugendring on Vimeo.   Unser riesengroßer Dank gilt …den vielen Helferinnen und Helfern, ohne deren Einsatz das Mitanand niemals möglich gewesen wäre, …den 19 Jugendorganisationen, die mit ihren Angeboten ganz viel Lebendigkeit und Miteinander …

Pinnwand mit verschiedenen Bildern, eine Hand zeigt darauf

Schreib mich auf Arabisch

Seit Sommer 2017 läuft die Qualifizierungsreihe zum/zur Jugendintegrationsbegleiter_in (JIB), bei der  junge Menschen mit Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund zu Begleiter_innen für die Jugendarbeit ausgebildet werden. Ein Schwerpunkthema im Jahr 2017 von Flüchtlinge werden Freunde. Die Teilnehmer_innen sind zwischen 19 und 29 Jahren alt, viele studieren und haben gute Deutschkenntnisse. Und es sind Menschen, die motivieren können und wollen. Deshalb sind sie auch beim Mitanand Open Air mit dabei. Was macht ihr beim Mitanand? Wir machen eine kleine Kalligrafie-Aktion: Die JIBs schreiben die Namen der Besucher_innen in verschiedenen Alphabeten und gestalten daraus kleine Karten zum Mitnehmen. Außerdem ist ein Quiz geplant: wir haben uns Fragen ausgedacht, die die Vielfalt der verschiedenen Herkunftsgesellschaften abbilden und Stereotype relativieren oder, besser noch, verändern helfen sollen. Was ist das Besondere der Jugendintegrationsbegleiter_innen? Die Teilnehmer_innen kommen aus verschiedenen Kontexten und lernen in der Summer School u.a. Strukturen und verschiedene Träger und Einrichtungen der Jugendarbeit kennen, haben ein Antirassismustraining hinter sich, lernen etwas über interkulturelle Kommunikation usw. Die Fortbildung befähigt sie, Jugendarbeit immer dann kompetent zu begleiten, wenn es um das Thema Integration geht. In  …

Auf ein Winterschnitzel mit Teresa Reichl

Teresa Reichl ist nicht nur eine begnadete Slammerin, die unter anderem bei den U 18 ganz vorne mit dabei war, sondern auch engagierte Lehramtsstudentin und authentische Niederbayerin. Teresa bietet einen offenen Workshop zum Slammen beim Mitanand Open Air an. Wir haben sie auf der Durchreise zu einem Slam in München getroffen: Warum slammst Du? Ich habe einen halben Slam aus Versehen gesehen, dann habe ich gesagt, das mach ich irgendwann auch mal, das ist cool. Und dann haben mich zwei Freundinnen einfach angemeldet.  Zwei Tage davor habe ich eine Email erhalten, in der ich schon im Line-Up stand. Dann war ich kurz wütend und anschließend habe ich einen Text geschrieben. Kann man slammen lernen? Ja! Also ein Grundinteresse oder Talent sollte schon da sein, aber man kann einfach Workshops geben, um in das Denken reinzukommen (eini zu kämma!) und seinen eigenen Stil zu finden. Das kann man alleine auch. Das dauert aber viel länger. Was macht ihr beim Workshop beim Mitanand? Normalerweise biete ich solche Workhops  auch für Schulklassen an. Dann mache ich am Anfang …

Ausatmen, Kaffee trinken, Selbermachen…

Eindrücke aus der Summer School der Jugendintegrationsbegleiter_innen Miteinander statt übereinander reden, ist das Credo hinter der Idee der Qualifizierungsreihe zum/r Jugendintegrationsbegleiter_in. Und das Herzstück von Flüchtlinge werden Freunde. Letzte Woche vom 11. bis 18. August waren die Teilnehmer_innen der Summer School für die Jugendintegrationsbegleiter_innen zu Gast auf der Burg Schwaneck, aber auch zu Besuch im Bayerischen Jugendring und bei LOK Arrival in der Bayernkaserne. Am Donnerstag, 17. August, sind wir zu Besuch. Erst mal die Informationen  sacken lassen, zur Ruhe kommen und dann eigene Ideen entwickeln, das war das Thema am Ende dieser Woche. Eine Woche voller Input und Wissen liegt hinter den elf Teilnehmer_innen. Alle von ihnen haben Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund. Im Gruppenraum, dem Turmzimmer der Burg, hängen die Ergebnisse der letzten Tage. Diskutieren, Ideen austauschen, kreativ Arbeiten „Ich bin total begeistert und glücklich mit dieser Gruppe, es sind so tolle Leute“ sagt Maria Prahl, Trainerin von Working between Cultures.  Maria ist eine von vier Trainerinnen, die die Fortbildung begleiten. Mit im Team sind weitere Pädagog_innen der Jugendbildungsstätte Unterfranken und der Burg Schwaneck. „Die erste …