Alle Artikel in: Aus dem Bayerischen Jugendring

Du bist mitanand

Schnell die Ukulele gestimmt, das Glitzertattoo angebracht und ab zum Mitanand Open Air. Denn das Mitanand will nicht nur mit Euch feiern, sondern auch gefeiert werden. Und dazu braucht es euch. Wir haben ein Line-Up mit verdammt guter Musik und einen Ort, an dem ihr Jugendarbeit leben könnt. Ob ihr zeigt, wie Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten aussehen kann, einen Typo-Workshop anbieten oder mit eurer Jugendgruppe Bäume  einstricken wollt. Wir haben eure Bühne! Ideen, Skizzen, einfach an Manina Ott: ott.manina@bjr.de oder 0151-27627735. Wir freuen uns und unterstützen euch!    

Mitanand feiern und gemeinsam Haltung zeigen!

Es ist kompliziert, das war die Überschrift einer Themenwoche bei uns. Ganz unkompliziert und erfrischend geht es weiter mit dem  Mitanand Open Air des Bayerischen Jugendrings (BJR). Der BJR feiert ein Festival, seid ihr dabei? Mitanand heißt für uns: Junge Geflüchtete sind ein selbstverständlicher Teil von Jugendarbeit und Gesellschaft. Ja zur Integration und Nein zu Ausgrenzungen. Danke sagen für die intensive und wertvolle Arbeit in den vergangenen Jahren, für alles, was in der Jugendarbeit neu entstanden ist. Wann und Wo? Wir feiern mit Euch am 9. September am Jugendhaus Karlsfelder See, Einlass 12:00 Uhr. Alle weiteren Infos zum Line-Up und zum Programm: bitte hier entlang.  

In einem Baumstamm öffnen sich zwei Schubladen, aus denen Tauben herausfliegen

Es ist kompliziert… Nachlese zur Themenwoche

Es war spannend, anregend und dann eigentlich doch gar nicht so kompliziert, was unsere Autorinnen und Autoren in der vergangenen Woche an Ideen, Gedanken und Analysen zur Jugendarbeit mit Geflüchteten zusammengetragen haben für dieses Blog. Vielen Dank nochmal für die spannenden, klugen und zum Teil sehr persönlichen Texte und Geschichten! Für alle, die noch einmal nachlesen möchten, gibt es jetzt die Themenwoche im Überblick. Alles, was wir im Rahmen unserer Themenwoche „Es ist kompliziert…“ hier, auf Facebook und vimeo gepostet haben, nochmals zusammengefasst: [View the story „Es ist kompliziert…“ on Storify]

Drei Blüten vor blauem Himmel

Es bleibt kompliziert, na ja, zumindest komplex

…aber auch spannend. Und freudvoll. Und menschlich. Warum, wo und wie es herausfordernd sein kann, jungen Geflüchteten in der Jugendarbeit zu begegnen, darüber haben sich die Woche über viele Autoren und Autorinnen innerhalb und außerhalb des Bayerischen Jugendrings Gedanken gemacht. Wir wollten die einfachen Antworten auf komplexe Fragen auseinandernehmen, die überall kursieren. Denn sie hindern uns daran, die Menschen mit denen wir es zu tun haben, wirklich zu sehen und anzuerkennen. Mut zur Komplexität Wir wollten in dieser Woche Mut zur Komplexität zeigen und Mut machen, Komplexes nicht sofort zu vereinfachen, z.B. indem wir gedankliche Schubladen aufziehen. Oder indem wir uns selbst zurückziehen – auch vielleicht nur mental oder emotional. Mut, schwierige Situationen auszuhalten, Mut auch zum Scheitern. Wir haben dafür plädiert, genau hin zu schauen, nicht gleich zu bewerten, was wir beobachten und was uns bewegt. Vor allem dafür, junge Geflüchtete zuallererst als Menschen und nicht nur in ihrer Rolle als Flüchtlinge zu sehen, Raum für eine Begegnung auf Augenhöhe zu schaffen.  Beziehungen und Freundschaften aufzubauen, die jungen Geflüchteten Halt geben, Selbstbewusstsein, Zugehörigkeit. In …

Den „Kulturschlüssel“ gibt es nicht

In meiner Arbeit und auch in vielen Gesprächen mit Freunden, Familie, engagierten Menschen begegnen mir viele Fragen und Aussagen, die mich immer wieder zum Nachdenken bringen. Fragen nach dem Islam, nach Herkunft, nach Männer- und Frauenrollen, Aussagen zu missachteten Regeln, unterschiedlichen Werteverständnissen und schwierigen Erfahrungen mit „anderen“ Menschen mit Migrationshintergrund.[1] Zum Beispiel: „Wie ist das denn jetzt mit den Frauen im Islam? „Wie ist das denn jetzt mit den Frauen im Islam? Denn zu unseren Angeboten kommen keine Frauen, egal wie wir das mit der Ansprache machen.“ Oder: „Man muss halt was über die Kultur im Herkunftsland wissen. Da gibt‘s zu wenig Informationen. Das macht die Arbeit mit Flüchtlingen so kompliziert.“ Oder: „Die teilen nicht unsere Werte, das ist bei uns im Jugendzentrum ganz schwierig.“ „Seitdem wir mit Flüchtlingen arbeiten, ist es immer chaotisch. Naja, das müssen die halt noch lernen.“ Die meisten dieser Aussagen sind für mich nachvollziehbar. Sie sind nicht aus der Luft gegriffen, sondern basieren auf eigenen Erlebnissen. Und doch nagt in mir immer etwas, wenn mir solche Dinge gesagt werden. Denn …

Mit Dirndl und Lederhosn ins Fettnäpfchen

Menschen in all ihrer Vielseitigkeit wahrnehmen, ist gar nicht so einfach. Neben Spass und Freude kann das genauso für Stress und Ärger sorgen. Juli Niklas, Referentin für Internationale Jugendarbeit und Schüleraustausch mit Mittel- und Osteuropa beim Bayerischen Jugendring hat täglich mit  unterschiedlichen Menschen zu tun. Heute beschreibt sie, was ihr so an Vorstellungen begegnet, die im Grund nichts, aber auch gar nichts mit Kultur oder Herkunft zu tun haben. Aus bunt wird schwarz/weiß Seit kurzem hat die Schillerschule eine Partnerschule in Tschechien.  Im nächsten Schuljahr soll die erste Begegnung stattfinden. Die tschechische Schule hat die bayerischen Schülerinnen und Schüler zu sich eingeladen, bevor im Jahr darauf ein Rückbesuch stattfinden soll. In einem Vorbereitungstreffen in der Schillerschule  wird der anstehende Besuch besprochen. Insbesondere der Beitrag zum geplanten „bunten Abend“ wird lange diskutiert. Das Beispiel ist frei erfunden, aber könnte auch in der Realität so stattfinden. Egal ob eine Jugendbegegnung oder ein Schüleraustausch geplant ist, schon in der Vorbereitung steigt die Vorfreude, aber auch die Aufregung. In dem für diesen Artikel erfundenden Beispiel sagt Katja: „Ich finde, wir …

Jugendarbeit lebt von Begegnung

Seit eineinhalb Jahren koordiniere ich im Bayerischen Jugendring das Projekt „Potential Vielfalt“ mit dem Ziel, die interkulturelle Öffnung in der bayerischen Jugendarbeit voranzubringen. Offiziell hat das Projekt nichts mit dem Thema „geflüchtete Menschen“ zu tun, doch in der Praxis kann man die Themen nicht getrennt voneinander denken oder besprechen. Die vielen Menschen, die in den letzten drei Jahren ihre Heimatländer verlassen haben und nach Deutschland flüchteten, haben viel verändert. Innerhalb von kurzer Zeit wurden die Themen „Integration“, „Interkulturelle Öffnung“, „Einwanderungspolitik“ Top-Themen in der öffentlichen Diskussion. Und auch wenn die Qualität dieser Diskussion manchmal unerträglich ist, so ist allein die Tatsache, dass es einen breiten öffentlichen Diskurs gibt ein wichtiger Schritt. Die Menschen positionieren sich, teilweise als Helfer/-innen in Gemeinschaftsunterkünften oder als Retter/-innen des Abendlands bei *gida-Demonstrationen. Skurrile Bürgergespräche Ich engagiere  mich manchmal in einem Infomobil auf dem Marktplatz einer Kleinstadt irgendwo in Deutschland und diskutiere mit Bürger/-innen über aktuelle Fragen. Meine Beobachtungen aus den Gesprächen der letzten Jahre ist folgende: Gerade die Menschen, die in den letzten Jahrzehnten selbst als Zuwanderer/-innen aus Spanien, Portugal, der …

© Sella Design

Jugendarbeit ist ein Zuhause

Die Jugendarbeit: Das erste Zuhause Doch wie wichtig war die Jugendarbeit für mich in all dieser Zeit? Zwischen Ankunft und heute? Für mich war sie sehr wichtig. Zum Einen, weil ich einfach einen Ort hatte, an dem eine andere Art der Ablenkung stattfand. Es war möglich, die sonstigen Umstände zu vergessen und einfach Kind zu sein. Und das auf eine ganz andere Art und Weise als in der Schule, in der Leistung immer noch eine große Rolle spielte. Vor allem in unserem Fall, wo die Vorstellung, dass Integration an der Schulleistung und dem Erfolg in der Schule zu messen ist, der Schule die Möglichkeit nahm, ein Raum zu sein, an dem man seinen Status vergessen kann. Der Sport war nicht davon überschattet, sondern bot eine Zeit an, in dem nur der Spaß am Training und am Spiel eine Rolle spielte und blendete für diese Zeit den Rest aus. Gleichzeitig hatte ich etwas Sinnvolles zu tun. Das kann einen davon abhalten, auf blöde Ideen zu kommen, was (unabhängig von Herkunft oder sonstigen Hintergründen) passieren kann, wenn …

Beziehungsstatus: Es ist kompliziert

Bei Facebook kann man seinen Beziehungsstatus in zahlreichen Varianten angeben: Single, verheiratet, in einer (offenen!) Beziehung oder auch die Variante  mit: „Es ist kompliziert“. Keine schöne Sache, so eine komplizierte Beziehung. Andererseits: Richtig einfach sind nur wenige Beziehungen, ganz egal, ob es um die Beziehung zum/-r  engsten Freund/-in, den (Schwieger-)Eltern, die Beziehung zu sich selbst oder zum alltäglichen Kaffeekonsum geht. „Beziehungsstatus: Es ist kompliziert,“ so haben wir die Themenwoche auf diesem Blog benannt, die heute beginnt. Unsere Autorinnen und Autoren blicken furchtlos auf die Herausforderungen in der Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten. Sie benennen Widerstände, stellen Gewissheiten in Frage und geben zu, dass es manchmal schwierig und auch schmerzhaft werden kann. Wir haben um dieses Motto ziemlich gerungen. Ist das zu negativ? Schreckt das die Engagierten ab? Krass komplex Und dennoch haben wir uns dafür entschieden. Denn einfache Antworten auf komplexe Fragen sind nicht nur unbefriedigend, sie münden auch schnell in populistische Rhetoriken. Wir wollen in dieser Woche knallhart komplex sein, weil wir glauben, dass eine Prise Mehrdimensionalität die Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten weiterbringt. Schmerzvoll engagiert …

Mitanand feiern!

Flüchtlinge werden Freunde feiern das Mitanand Open Air, am Samstag, den 9. September. Wir wollen das Aktionsprogramm des Bayerischen Jugendrings damit noch bekannter machen, zeigen was in der Jugendarbeit bereits läuft und ein klares Zeichen setzen. Junge Geflüchtete sind hier bei uns angekommen – in der Jugendarbeit und in Bayern – und sie wollen hier zu Hause sein. Andi Klenk organisiert die Veranstaltung. Wir haben uns vorab mit ihm unterhalten: Wer bist Du und was machst Du beim Bayerischen Jugendring? Ich heiße Andi Klenk und bin Projektleiter für das Mitanand Open Air. Für den Bayerischen Jugendring arbeite ich nicht fest, sondern bin für die Zeit der Planung und Durchführung des Festivals engagiert worden. Ich bin seit vielen Jahren im Konzert- und Festivalbereich unterwegs und habe mit ganz verschiedenen tollen Menschen ganz unterschiedliche und immer sehr schöne Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Ich bin als fester Mitarbeiter bei der Musikzentrale Nürnberg und zudem mit meiner Agentur ERICH&ERNA selbstständiger Konzert- und Festivalveranstalter. Jetzt freue ich mich aber sehr, das Mitanand machen zu dürfen. © Andi Klenk Warum …