Brücken bauen und Grenzen auflösen

© Foto | Osama Albernawi 2017

Die JIBS (Jugendintegrationsbegleiter_innen), das sind eure Begleiter_innen für die Jugendarbeit. Denn sie sind  „Expert_innen in eigener Sache“. Weil sie wissen wie es sich anfühlt fremd zu sein, oder besser als fremd wahrgenommen zu werden, und weil sie wissen wie man Brücken baut und wie sie ihre Expertise weitergeben können. Sie sind selbst migriert oder geflohen und haben im letzten Jahr die Summer School des Bayerischen Jugendrings besucht. Mit dabei war auch Maria Prahl, Prozessbegleiterin der Fortbildung und interkulturelle Trainerin. Ihr Rückblick auf die Qualifizierung ist zuerst im SIETAR Journal für interkulturelle Perspektiven, 2, 2017, mondiale, erschienen.

Der Weg zum/r Jugendintegrationsbegleiter_innen (jib)

In der Summer School »Jugendintegrationsbegleiter_innen« qualifiziert der Bayerische Jugendring in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring München-Land und der Jugendbildungsstätte Unterfranken junge Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung zu Begleiter_innen für die Jugendarbeit. Die Fortbildung ist Teil des Aktionsprogramms »Flüchtlinge werden Freunde«. Zu wenige Menschen mit eigener Flucht- oder Migrationserfahrung nehmen bisher (in der Jugendarbeit) eine Vermittlerfunktion ein. Um diese Lücke zu schließen und das Potenzial von Expert_innen in eigener Sache zu nutzen, ist die Fortbildung konzipiert worden. Ziel ist, dass die Teilnehmenden eigene Ideen entwickeln und ihre Expertise in die Organisationen der Jugendarbeit einbringen. Die Ausschreibung wurde vor allem über die Projektpartner und deren Netzwerke beworben. In diesem Jahr kamen die 11 Teilnehmenden deswegen vor allem aus Würzburg und München.

© Foto | Osama Albernawi


Auch Maeva Nguimfo war unter den Teilnehmer_innen. Sie ist eine echte Powerfrau. Ihr Plan: im b-hof in Würzburg einen Afro Hip-Hop Workshop für Mädchen starten.

Das Programm

Wie kann nachhaltiger Lernerfolg im Seminar gesichert werden? Wie können Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung dazu befähigt werden, Veränderungen in ihrem neuen gesellschaftlichen Umfeld und darüber hinaus anzustoßen? Wie müssen Bildungsformate konzipiert und gestaltet werden, um Motivation und die notwendigen Qualifikationen zur Partizipation zu vermitteln?

Wie geht Lernen auf Augenhöhe?

Wie kann der Lernprozess bedürfnisorientiert und auf Augenhöhe mit und nicht für die Teilnehmenden gestaltet werden?Die Antworten auf diese Fragen mündeten in ein Projekt, junge Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung zu BegleiterInnen für die Jugendarbeit auszubilden. Eines stand während der gesamten Ausbildung fest: Mit Kompetenzorientierung und Diversitätsbewusstsein ist Lernen grenzüberschreitend möglich.

© Foto | Osama Albernawi

Diskutieren, nachdenken, planen, auch das gehört zur Zukunftsplanung dazu. Mohammed Karssli und Nadia Damak im Gespräch mit Götz Kolle, der im Referat grenzenlos der Jugendbildungsstätte Unterfranken arbeitet.

 

Wie verstehen die JugendintegrationsbegleiterInnen
sich selbst?

  • Selbstbewusstsein bei Jugendlichen zu entwickeln und
    Leidenschaften zu wecken – das ist unser Ziel!
  • Wir helfen jungen MigrantInnen, sich in die Gesellschaft zu
    integrieren und so ihren Leidenschaften nachgehen zu können.
  • Wir verstehen ihre Denkweise und können
    mit unseren Erfahrungen helfen.
  • Wir vermitteln zwischen MigrantInnen, die Hilfe
    suchen, und Organisationen, die Hilfe anbieten.
  • Wir beraten Organisationen, welche Angebote
    hilfreich sein können.
  • Wir haben alle einen Migrationshintergrund
    und sind selbst junge Erwachsene.
  • Wir halten Vorträge und Workshops, beraten und begleiten.

 

Die Summer School 2018 fand in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring München Land und der Jugendbildungsstätte Unterfranken statt. Zum Download des gesamten Artikels.

Über die Autorin:

Maria Prahl, M. A. Personalentwicklung, (Süd-)Osteuropäische Geschichte, Interkulturelle Kommunikation. Schwerpunkte: Interkulturelle Zusammenarbeit und Kommunikation in Teams, Diversitätsbewusstes Lernen und Lehren, Diversity Management und MultiplikatorInnen-Trainings (Train-the-Trainer). Mitarbeit und Mitherausgeberin bei Competendo.