Ausatmen, Kaffee trinken, Selbermachen…

Eindrücke aus der Summer School der Jugendintegrationsbegleiter_innen

Miteinander statt übereinander reden, ist das Credo hinter der Idee der Qualifizierungsreihe zum/r Jugendintegrationsbegleiter_in. Und das Herzstück von Flüchtlinge werden Freunde.

Letzte Woche vom 11. bis 18. August waren die Teilnehmer_innen der Summer School für die Jugendintegrationsbegleiter_innen zu Gast auf der Burg Schwaneck, aber auch zu Besuch im Bayerischen Jugendring und bei LOK Arrival in der Bayernkaserne. Am Donnerstag, 17. August, sind wir zu Besuch. Erst mal die Informationen  sacken lassen, zur Ruhe kommen und dann eigene Ideen entwickeln, das war das Thema am Ende dieser Woche. Eine Woche voller Input und Wissen liegt hinter den elf Teilnehmer_innen. Alle von ihnen haben Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund. Im Gruppenraum, dem Turmzimmer der Burg, hängen die Ergebnisse der letzten Tage.

In den vergangenen Tagen ging es ganz viel um das Thema Diversity, Vielfalt. Aber auch um den starken Wunsch vieler Menschen nur Ihresgleichen um sich zu haben.

Diskutieren, Ideen austauschen, kreativ Arbeiten

„Ich bin total begeistert und glücklich mit dieser Gruppe, es sind so tolle Leute“ sagt Maria Prahl, Trainerin von Working between Cultures.  Maria ist eine von vier Trainerinnen, die die Fortbildung begleiten. Mit im Team sind weitere Pädagog_innen der Jugendbildungsstätte Unterfranken und der Burg Schwaneck.

„Die erste Hälfte der Woche ging es sozusagen ums Einatmen, also ganz viel Input. Jetzt  im zweiten Teil der Woche können wir auch mal ausatmen und uns überlegen, was wir aus dieser ganzen Woche mitnehmen.“ Maria begleitet alle Termine der Ausbildung und ist Ansprechpartnerin für die Gruppe. Heute hat die Gruppe gemeinschaftlich Ideen diskutiert, was jede/r selbst anbieten möchte, um Geflüchtete in die Gesellschaft und die Jugendarbeit reinzuholen. Jetzt ist eine halbe Stunde Kaffeepause. Der Großteil ist schon aus dem Raum geschlüpft, um sich in der Küche der Burg hinzusetzen und miteinander zu plaudern. Man spürt, dass sich hier schon eine Gemeinschaft gebildet hat. Die Stimmung ist offen und entspannt.

Kaffeetrinken mit den Teilnehmer_innen

„Ich möchte die Hilfe, die ich erfahren habe, weitergeben“

„Ich möchte die Hilfe, die ich erfahren habe, weitergeben, “ sagt Melaku, 31, der seit 19 Monaten in Deutschland lebt. „Mir hat ein Bekannter von dem Projekt erzählt und ich wollte konkret wissen, wie das Leben für Flüchtlinge hier in Deutschland ist und ob ich mit meinen eigenen Erfahrungen etwas beitragen kann,“ ergänzt Maeva, 22 Jahre alt. Auch Zabi, 21,  der über einen Kurs an der LMU von der Summer School erfahren hat, macht klar: „Ich bin auch ein Flüchtling, ich möchte helfen, ich weiß, dass bei vielen Geflüchteten die Informationen darüber, was man tun kann, wie man sich integrieren kann, gar nicht unbedingt ankommen. Das ist meine Motivation. Da kann man ja was machen.“

Melaku, Maeva und Zabi in der Küche der Burg

Auch am Nebentisch berichten die Teilnehmer_innen gerne von ihren Erfahrungen und Ideen. „Also ich habe ein wenig Erfahrung mit Flüchtlingen und Migration. Ich habe mich sehr gefreut, dass es geklappt hat. Wenn ich jetzt hier teilnehme, kann ich noch mehr helfen. Dieses Projekt ist für mich ein Wendepunkt in meinem Leben. Ich weiß jetzt was ich machen möchte: nach meinem Biomedizin-Studium in einer internationalen Organisation wie Ärzte ohne Grenzen oder der WHO arbeiten.“ Nour, 26, ist begeistert von der Summer School. Neben ihr sitzt Ahmad, 28 Jahre alter Künstler: „Ich finde diese Fortbildung sehr interessant, denn auch die Deutschen können hier was lernen und ich habe das ganz spannend gefunden, hier miteinander zu diskutieren. Ich finde das toll. So bekommt man auch neue Ideen und über die eigene Meinung kann man nochmal ein wenig nachdenken.

Nour und Ahmad

Zurück im Seminarraum geht es weiter mit der eigenen Perspektive. Was können wir hier machen? Wie können wir Menschen erreichen und helfen? Und auch wir kehren zum Schreibtisch zurück. Danke für die schöne Zeit bei Euch!

Mit der Summer School qualifiziert der Bayerische Jugendring in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring München Land und der Jugendbildungsstätte Unterfranken junge Menschen mit Flucherfahrung zu Begleiter_innen für die Jugendarbeit: immer dann, wenn es um das Thema Integration geht. Ziel ist, dass die Teilnehmer_innen ihre eigenen Ideen entwickeln und ihre Expertise in die Jugendarbeit einbringen.