Auf ein Winterschnitzel mit Teresa Reichl

Teresa Reichl ist nicht nur eine begnadete Slammerin, die unter anderem bei den U 18 ganz vorne mit dabei war, sondern auch engagierte Lehramtsstudentin und authentische Niederbayerin. Teresa bietet einen offenen Workshop zum Slammen beim Mitanand Open Air an. Wir haben sie auf der Durchreise zu einem Slam in München getroffen:

Warum slammst Du?

Ich habe einen halben Slam aus Versehen gesehen, dann habe ich gesagt, das mach ich irgendwann auch mal, das ist cool. Und dann haben mich zwei Freundinnen einfach angemeldet.  Zwei Tage davor habe ich eine Email erhalten, in der ich schon im Line-Up stand. Dann war ich kurz wütend und anschließend habe ich einen Text geschrieben.

Kann man slammen lernen?

Ja! Also ein Grundinteresse oder Talent sollte schon da sein, aber man kann einfach Workshops geben, um in das Denken reinzukommen (eini zu kämma!) und seinen eigenen Stil zu finden. Das kann man alleine auch. Das dauert aber viel länger.

Was macht ihr beim Workshop beim Mitanand?

Normalerweise biete ich solche Workhops  auch für Schulklassen an. Dann mache ich am Anfang ein paar Lockerungsübungen, damit man vom Schulalltag wegkommen. Das auch klar ist, dass ich nicht in der Funktion als Lehrerin da bin. Wir machen kleine Schreibübungen. Man zieht zum Beispiel zwei Nomen, da wird dann ein Wort draus. Dann hat man da irgendwie Winterschnitzel oder so und dann muss man darüber in zwanzig Minuten was schreiben. Das trägt man dann vor. So kann man das langsam ausweiten, schauen was interessiert eine/n? Über was will man eigentlich schreiben? Der Plan ist, dass jeder am Schluss einen Text hat.

Funktioniert das auch für Menschen, die nicht so gut Deutsch sprechen?

Ja, es gibt auch Programme für Geflüchtete. Poetry kann ja auch ein Sprachrohr sein, die möchten sich ja auch ausdrücken und dann ist das cool, wenn jemand hinter Dir steht und Tipps gibt oder Dir die Bedeutung von weiteren Wörtern mitgibt. Das wird cool glaube ich. Ich freue mich schon (frei mi scho!).

Hast Du ein Rezept gegen Lampenfieber?

Also, wenn Lampenfieber nicht übermäßig ist, ist es eigentlich was gutes. Man konzentriert sich dann einfach mehr. Wenn man öfter auf die Bühne geht, kommt auch die Routine. Ich bin dann eher ganz still vor dem Auftritt, was dann auch alle verwirrt, weil das normalerweise nicht so meine Art ist. Ich finde Lampenfieber beim Theaterspielen zum Beispiel schlimmer, weil man ja auch auf alle anderen schauen muss. Wenn jetzt mein Gegenüber seinen Text vergisst, habe ich ein Problem. Beim Poetry Slam hat man seinen Text entweder in der Hand und kann ablesen und wenn man wirklich wirklich nervös ist, dann soll man auch ablesen. Oder man macht es auswendig und hat den Text in der hinteren Hosentasche. Wenn man einen Texthänger hat, schaut man halt schnell aufs Blatt.

Was ist Mitanand für Dich?

Ich finde es cool, dass es mitanand und nicht miteinander heißt. Und ich finde es einfach schön, dass das einfach jede/r hinkommen kann. Und das ist ja auch spannend für mich, weil ich nicht weiß wer jetzt beim Slammen dabei ist. Das können ja alle sein, elfjährige bis Senior_innen. Ich freu mich schon voll!

 

Vielen Dank, dass Du dabei bist Teresa!