Abschiebung humaner gestalten

Im Herbst 2014 war auch der Umgang mit der Anerkennungs- und Abschiebepraxis der Bayerischen Staatsregierung ein Thema beim Hauptausschuss.
Dabei wurden verschiedene politische Forderungen an die Bayerische Staatsregierung und an die Regierungen in den Bezirken vorgetragen. Forderungen waren u.a.

– eine menschen- bzw. jugendfreundliche Umsetzung des § 60 Abs. 1 AufenthG zur Sicherstellung von Abschiebungsverboten,

– der sofortige Stopp der Abschiebung von Kindern und Jugendlichen in unsichere Herkunftsländer,

– eine Anhebung der aufenthalts- und asylrechtlichen Verfahrensfähigkeit Minderjähriger im Ausländerrecht vom 16. auf das 18. Lebensjahr sowie

– eine Ausnahmeregelung der sicheren Drittenstaatenregelung für verfolgte Bevölkerungsgruppen (wie z. B. Sinti und Roma) zur Sicherstellung eines offenen und fairen Asylverfahrens.

Alle Forderungen des Beschlusses „Änderung der Anerkennungs- und Abschiebepraxis von Flüchtlingen“ zum Nachlesen.

Der Beschluss wurde vom 145. Hauptausschuss des BJR getroffen. Der Hauptausschuss ist das höchste Gremium des BJR. Er diskutiert über grundlegende Fragen der Jugendarbeit und Jugendpolitik. Der 145. Hauptausschuss tagte vom 17. bis 19. Oktober 2014 im Jugendinstitut in Gauting.

Der Bayerische Jugendring K.d.ö.R. ist die Arbeitsgemeinschaft der 32 landesweiten und 40 regional tätigen Jugendverbände und 351 örtlichen Jugendorganisationen in Bayern. Strukturell ist er in sieben Bezirksjugendringe sowie 96 Stadt- und Kreisjugendringe gegliedert. Seine Mitgliedsorganisationen erreichen mit ihren Angeboten mehr als zwei Drittel aller Kinder und Jugendlichen in Bayern.