300 Geflüchtete feiern das Mühlenfest

© Foto |KJR Augsburg-Land

Am Samstag, den 23. Juli 2016, veranstaltete der Kreisjugendring Augsburg-Land zum zweiten Mal sein buntes, interkulturelles Mühlenfest. Über tausend Gäste verbrachten einen fröhlichen Tag auf dem Gelände der Jugendfreizeitstätte MatriX in Königsbrunn – mit viel Musik, Action und Freude.

Orchesterklänge, geschminkte Kindergesichter, der Duft von Crepes und Burgern, zahlreiche aufgebaute Mitmachaktionen, fröhliches Lachen – diese Eindrücke und eine Fülle weiterer Darbietungen, Leckereien und Aktionen erwartete die Besucher und Besucherinnen beim interkulturellen Mühlenfest des Kreisjugendrings am vergangenen Samstag. Über tausend Gäste verbrachten einen friedlichen und fröhlichen Tag auf dem Gelände der Jugendfreizeitstätte MatriX in Königsbrunn – darunter auch rund 300 Geflüchtete aus dem gesamten Landkreis.

Meine Heimat – Deine Heimat

Auch der Landkreis Augsburg-Land ist in den vergangenen Jahren für viele geflüchtete Menschen zur neuen Heimat geworden. Nach dem großen Erfolg des Projekts im vergangenen Jahr will der Kreisjugendring Augsburg-Land auch dieses Jahr wieder unter dem Motto „Meine Heimat – Deine Heimat“ die Menschen aus dem Landkreis und speziell aus den Mitgliedsverbänden mit Geflüchteten in Kontakt bringen, um die Integration der neuen Mitbürger/-innen zu fördern. Dies ist beim interkulturellen Mühlenfest – als großem Höhepunkt des Projekts – mehr als gelungen. Während des Fests spielte die Herkunft keine Rolle – ob mit oder ohne Fluchthintergrund: gemeinsam wurde getanzt, gebastelt, gespielt, getrommelt und gelacht.

Zeichen für ein friedliches Miteinander

Nach den schrecklichen Ereignissen in München am Freitag, den 22. Juli, war es dem Kreisjugendring umso wichtiger ein Zeichen für ein friedliches Miteinander im Landkreis zu setzen. Nachdem sich am Samstag Morgen die Lage in München geklärt hatte und nach Absprache mit der örtlichen Polizei war sich das Team einig:

„Die Ereignisse in München sind schrecklich, aber wir wollen uns nicht einschüchtern lassen.

„Die Ereignisse in München sind schrecklich, aber wir wollen uns nicht einschüchtern lassen. Unsere Vision ist eine Inklusion aller Menschen aus den unterschiedlichsten kulturellen und ethnischen Hintergründen. Dafür steht der Kreisjugendring und das heutige Mühlenfest“, erklärte der zweite Vorsitzende Johannes Jansen in seinen Grußworten. In einer Schweigeminute zu Beginn des Fests wurde den Opfern des Amoklaufs gedacht.

Vielfältiges Programm bist in den späten Abend

Am Nachmittag startete danach das vielfältige Programm draußen auf dem Gelände der Jugendfreizeitstätte in Königsbrunn mit der Bigband des Gymnasiums und dem Jugendorchester Gersthofen. Langeweile war beim Mühlenfest ein Fremdwort: Auf dem Festgelände konnten die Gäste Human-Soccer oder Bubbleball spielen oder Action-Painting ausprobieren. Kinder tobten auf der Hüpfburg und bekamen Glitzertatoos. Amjal aus Afghanistan zeigte allen Interessierten, wie aus Mülltüten und Bambusstäben ganz schnell Drachen gebaut werden können.

„Alle sind gut drauf und entspannt, da macht es echt viel Spaß“,

„Alle sind gut drauf und entspannt, da macht es echt viel Spaß“, so Rabia Demir vom Kreisjugendring. Die drei Tanzeinlagen der Sugabuba Girls, der assyrischen Tanzgruppe und des CCK Königsbrunn brachten Abwechslung und Stimmung ins Programm. Involviert wurde das Publikum durch den Faschingsverein: gemeinsam schwangen Gäste und Vereinsmitglieder das Tanzbein. Bei der spontanen Einlage einer nigerianischen Trommelgruppe im Anschluss waren die Tanzenden dann nicht mehr zu bremsen. Das Abendprogramm ging im großen Saal der Jugendfreizeitstätte weiter. Zum Glück: so konnte die Party im Trockenen fort geführt werden. Die drei Bands „Die fantastischen Bier“; „The Big Band Theory“ und „The Mannish Boys“ heizten die Stimmung weiterhin ein. Abgerundet wurde das Fest durch eine spektakuläre Feuershow von Raphael Bayer. Dann stiegen die rund 250 Flüchtlinge aus 10 Gemeinden im Landkreis wieder in die Busse. „Unser Fest war ein Megaerfolg, wir haben gezeigt, dass wir bunt, friedlich und ausgelassen miteinander feiern können“, erklärte Melanie Zacher, pädagogische Leitung des Kreisjugendrings, nach dem Fest.